Montag, 26. August 2013

Nackt in den bodenlosen Abgrund

Artikel von diestandard.at:

Die Abwärtsspirale dreht sich weiter: Mit "Reality Queens auf Safari" eröffnet Pro 7 die nächste Runde im Kampf um das verrohteste TV-Format

Für Reality-Formate scheint die unterste Schublade noch immer nicht erreicht. Monat um Monat untertrumpfen sich die vermeintlich neuen Shows mit dem immer gleichen Muster. Doch es geht immer noch eine Etage tiefer, auch wenn es nur schwer vorstellbar ist.
Selbst nach Formaten wie "Catch the Millionaire" (Pro 7) geht es munter abwärts, in dem sich junge Frauen um einen vermögenden Feschak matchen und einander dabei jeden sich bietenden Seitenhieb verpassen. Und auch noch nach dem kürzlich über die RTL-Fernsehbühne gelaufenen "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika": Zwölf sogenannte "Luxus-Ladys" konnten sich darin auf dem ihnen fremden Kontinent öffentlich bei den verschiedensten Aufgaben zu Idiotinnen machen - ob beim Roadtrip durch die Wüste oder beim umständlichen Schminken in sengender Hitze. Das alles geht selbstverständlich nicht, ohne jede Blödheit der Einzelnen als Frauenspezifikum darzustellen, um so nicht nur die ins Rampenlicht Verliebte zu verunglimpfen, sondern gleich alle Frauen.

Land und Leute
Den aktuellsten Reality-Tiefpunkt erreichte mal wieder Pro 7 mit einer Show, die abermals in Afrika gedreht wurde. "Reality Queens auf Safari" versammelt eine ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin, eine Ex-"Bachelor"-Kandidatin bis hin zur "Porno-Queen" in Tansania und lässt sie ähnlich wie in "Wild Girls" auf die Wüste los. Und leider auch auf die Leute, deren Leben von den Kandidatinnen kommentiert wird. Die eine meint, sie lasse sich nicht verarschen - denn dass Menschen tatsächlich mitten im Busch leben, das könne man jemand anderem auf die Nase binden. Eine andere befühlt fassungslos einen wenig kuscheligen Pelz, der wohl nicht aus so etwas Niedlichem wie Nerz gemacht ist. Und wieder eine andere ärgert sich, dass die armen Afrikanerinnen nicht darüber jubeln, dass sie sich an Ort und Stelle nackt ausziehen will, um ihnen ihr Kleidchen im Leoparden-Look großzügig zu überlassen. Die haben ja keine sauberen Sachen, meint die Kandidatin kopfschüttelnd.

Das untere Ende
Es reicht also nicht mehr, dass sich die KandidatInnen wie in den diversen Dschungelcamps selbst vorführen. In "Reality Queens auf Safari" geht man weiter und zerrt Menschen vor die Kamera, um sie mit Herabwürdigung und grenzloser Ignoranz zu diffamieren.
Auch die bisher in Reality-Shows gezeigte nackte Haut reicht bei weitem nicht mehr. Minutenlang hält die Kamera drauf, wenn die Kandidatinnen ihren klassischen Mainstreamporno-Körper abbrausen. Wir haben übrigens 20.15 Uhr.
Und trotz alldem können wir sicher sein, dass das untere Ende noch nicht erreicht ist. Das beweisen uns RTL, Sat.1 und Pro 7 bereits im Wochenrhythmus.

(beaha, dieStandard.at, 23.8.2013)
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Hier eine Petition gegen die ZDF-Reihe "Auf der Flucht"

Donnerstag, 11. Juli 2013

Open access to detention centres for civil society organisations and journalists




We call on the governments of member states and on the institutions of the EU to act in order that ensure that civil society and the press have access todetention centres;

We also call on MPs and MEPs and those who do have access to push for improvements to national and European legislation in this field;

Finally, because the EU is increasingly 'externalising' its migratory policies, pushing non-member states to set up detention centres on their own territory to prevent migrants from entering Europe, we insist that openness and transparence should be the norm in these non-European countries too. 

www.openaccessnow.eu

Mittwoch, 10. Juli 2013

Afrikanische Königsfamilien gefangen in Schönbrunn?

Artikel auf M-Media:


Tiergarten Schönbrunn wirbt mit dem Slogan „Meet Africa’s royal families living in Vienna“. Gemeint sind damit Löwen und Elefanten. Eine Respektlosigkeit.

Wien. Afrika und die AfrikanerInnen werden es nie los. Sie werden immer mit Tieren assoziiert. Natürlich mit wilden Tieren, die es zu zähmen gilt. In der Öffentlichkeit werden AfrikanerInnen oft “jenseits von der Zivilisation” – genauer gesagt von der westlichen Zivilisation – dargestellt. Eine FPÖ Politikerin sagte 1999 im Parlament: “Schwarzafrikaner schauen nicht nur anders aus, (…), sondern sie sind auch anders, und zwar sind sie ganz besonders aggressiv. Das liegt offensichtlich in der Natur dieser Menschen”. Dagegen protestierten damals nur die Grünen.



Auch die feinsten Königshäuser Afrikas werden auf Wiener Straßen lächerlich gemacht. Wie eine neue Kampagne des Tiergarten Schönbrunn betont: “Meet Africa´s royal families living in Vienna. Gemeint sind damit nicht Menschen sondern Tiere. Es sind afrikanische Löwen, Elefanten und Giraffen, die von Schönbrunn als Königsfamilien präsentiert werden. Meine 12 jährige Tochter kritisierte das Plakat und fragte: “Warum schreiben sie nicht Meet Africa´s royal animal families living in Vienna!?”. Das wäre präzise und unproblematisch gewesen. Aber für die Macher der Kampagne sind königliche afrikanische Familien in Wien im Tierreich anzusiedeln.

Ein No-Go mit der Queen
Die Plakate sind ein Zeichen von Mangel an Sensibilität für Menschen afrikanischer Herkunft. Man stelle sich vor es hieße nicht „Africa’s royal families“, sondern „Britain’s royal families“. Eine solche Kampagne wäre aus Respekt vor dem Königshaus Englands nicht  möglich gewesen. Was würde die Queen sagen? Was die britische Bevölkerung? Dasselbe gilt für die Niederlande oder Schweden. Aber eine Verbindung zwischen Tieren und Menschen herstellen zu wollen, scheint besonders gegenüber AfrikanerInnen ausgeprägt zu sein. Es ist respektlos und ein Zeichen von Ignoranz gegenüber der vielen afrikanischen Königshäuser, die hier auf einer beschämende Art und Weise auf Tiere reduziert worden sind.

Dear Tiergarten Schönbrunn: Africa has royal families. They definitely don’t live in a Zoo nor are they animals. That´s the point…

http://www.m-media.or.at/wp-content/uploads/2013/07/TiergatenSchoenbrunn_Werbung.jpg 

 

Montag, 1. Juli 2013

Video-Clips mit Abgeschobenen

In den folgenden Interviews berichten Abgeschobenen aus Österreich und Deutschland zunächst von den Hintergründen ihrer Flucht, sodann von ihren Erfahrungen in Europa und schließlich darüber, wie es ihnen während und nach ihrer Abschiebung ergangen ist.

Eine Weiterverbreitung der Clips ist sehr erwünscht, zudem sei darauf hingewiesen, dass es ab Ende September eine längere Doku mit diesen und weiteren Zeugenaussagen geben wird.

a) Interview mit einem nach Nigeria Abgeschobenen (englisch/deutsch):



b) Interview mit einem nach Togo Abgeschobenen I (französisch/englisch):



c) Interview mit einem nach Togo Abgeschobenen II (französisch/englisch):


Mittwoch, 5. Juni 2013

war zone

The day the people of Turkey rose up — in pictures

Blog: roarmag.org 

 mehr Bilder hier

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[via europeans against the political system, facebook group, 5.6.2013]

Dearest X,
First of all we are all fine. We are exposed to some gas, but it’s ok. After some experience of inexplicable pain you just get used to it…

Well, let me tell some insight of the movement. It’s not about defending any ideology but just standing side by side against fascism. And it is more than defending a park. This was the sparkle which triggered all unhappy by the ruling government. This is the reckoning day for all that Government is responsible of through the last decade. Mass massacres, in Hatay, May 2013 (more than 170 people); in Uludere December 2011 (40 people), the prohibitions for making meetings, for the police terror with teargas whenever some meets, the censored media, attempt on prohibiton of alcohol use and sale after 10 pm, the cheat scandals on public and central exams like university or state officials election exams, destruction of forests now for the 3rd Bridge they plan, the tortures all minorities suffered, Kurds, Women, Lesbians-Gays-Biseksüels.
So, there are lots of people, standing side by side… We fight together, help each other, feed each other, pour milk and talcid-water and lemon and on our faces after each single teargas attack. We are as strong as we are diversified. Because all we want is one and only: “Resign Tayyip” (our sultan).

Well, Tayyip seems like he doesn’t want to step back. So, we will resist. And, I feel like this excitement will not expire that easily. Our barricades are strong and we hold still. Now anarchy, quite peaceful sort of anarchy rules in Taksim and around. People sell and drink alcohol outside. All walls (I mean really all walls) are painted with writings against Fascism, Tayyip, Police force and in favour of solidarity and barricades of burnt police cars and government supporting media cars.

Dear X, you should have seen İstanbul now. It has never been more beautiful. When I wake up, I wake up happy, similing. And on the streets you see that on every face. Well I said to myself then, if there is something as beautiful as love, that must be revolution.

I don’t know what will happen but I am sure everything will be better soon. You can share any part or all of this letter anywhere. Because no news coming from Turkey is trustable. We need you to spread our voice as much as you can.

 

Freitag, 24. Mai 2013

International Campaign to Stop Rape & Gender Violence in Conflict

The International Campaign to Stop Rape & Gender Violence in Conflict is led by the Nobel Peace Laureates of the Nobel Women’s Initiative and an Advisory Committee comprised of 25 organizations working at the international, regional and community levels to stop rape. Since its launch in May 2012, more than 700 organizations from around the world have joined. The Campaign demands urgent and bold political leadership to prevent rape in conflict, to protect civilians and rape survivors, and calls for justice for all—including effective prosecution of those responsible.

A True African Renaissance Includes a Plan to Stop Gender Violence in Conflict
Ottawa—23 May 2013

Building an action plan to end sexual violence in conflict is a powerful way for the African Union to celebrate its 50th anniversary at its historic summit this week, the International Campaign to Stop Rape & Gender Violence in Conflict said today.
“Protecting women from gender violence in conflict should be at the top of the AU agenda,” said Nobel Laureate Leymah Gbowee, Co-Chair of the International Campaign to Stop Rape & Gender Violence in Conflict. “We have many achievements to celebrate, but future prosperity hinges on African women living lives free from violence and participating fully in the peace process.”
The African Union (AU) Summit agenda includes a discussion of peace and security in five countries—the Democratic Republic of Congo, Somalia, Sudan and Central African Republic—all countries where rape and gender violence are widespread. AU Chairperson Nkosazana Dlamini-Zuma has highlighted the need to address this issue. In a statement marking International Women’s Day 2012 she said, “Now is the time to dedicate ourselves to the plight of women in conflict situations, where sexual violence has often become a tool of war aimed at humiliating the enemy by destroying their dignity.” The Campaign is encouraged by her leadership, and asks Dlamini-Zuma to follow through with a targeted action plan that includes resource allocation and accountability measures.

Heads of state gathering for the Summit on May 26-27 include Sudanese President Omar Al-Bashir and Kenyan President Uhuru Kenyatta. The International Criminal Court (ICC) has charged both Al-Bashir and Kenyatta with crimes against humanity, including orchestrating sexual violence. Neither has been held to account for their alleged crimes. The Campaign calls on the AU to press Al-Bashir and Kenyatta to co-operate fully with the ICC, to respect the rule of law and to promote the human rights of women and girls who have experienced sexual violence but have yet to see justice.

During the AU Summit, the Campaign will use social media to encourage stakeholders and activists to provide suggestions for an action plan, asking the question: “As the AU celebrates 50 years, what urgent steps should it take to stop rape in conflict, protect survivors, and prosecute perpetrators?”

Link

Donnerstag, 23. Mai 2013

Hungerstreik in Guántanamo



  •  Derzeitige Häftlinge in Guantánamo: 166
  • Häftlinge, die unter Anklage stehen: 6
  • Zur sofortigen Haftentlassung freigegebene Insassen, die im Lager festsitzen: 86
  • Guantánamo-Insassen im Hungerstreik: 103
  • Hungerstreikende, die festgeschnallt und zwangsernährt werden: 30
  • Gefangene, die während der Haft gestorben sind: 9
  • Kinder, die von den USA in Guantánamo festgehalten worden sind: 21
  • Häftlinge, die ein Verfahren vor einem Zivilgericht hatten: 1
  • "Unentlassbare" Häftlinge, bei denen wegen mangelnder Beweislage oder Folter kein Verfahren möglich ist: 50
  • Häftlinge, die von der Bush-Regierung entlassen wurden: 500+
  • Häftlinge, die von der Obama-Regierung entlassen wurden: 72
  • Gegenwärtige jährliche Kosten für Steuerzahler in den USA: $150 Millionen
  • Tage, die verstrichen sind, seit Obamas Versprechen, Guantánamo zu schließen: 1580
  • Zeit, die verstrichen ist, seit der Ankunft der ersten Gefangenen in Guantánamo: 11 Jahre, 4 Monate, 12 Tage
Seit Jahren beschuldigt Obama den US-Kongress für die ausbleibende Schließung Guantánamos. Doch der Kongress hat dem Verteidungsministerium die Befugnis erteilt, Häftlinge, die zur Entlassung freigegeben worden sind, aus Guantánamo zu verlagern. Seitdem kann Obama selbst diese 86 Männer entlassen. Zwar kann das Gefängnis nur unter Mitwirkung des Kongresses vollständig geschlossen werden, doch wenn er es wirklich auflösen will, kann er umgehend jemanden im Weißen Haus damit beauftragen und somit zeigen, dass dies Priorität hat und es in die Tat umsetzen.

Unterzeichnen Sie jetzt, um von Obama einen Plan zur Schließung Guantánamos zu fordern. Leiten Sie die Kampagne dann weiter -- lassen Sie uns einen dringenden, globalen Aufruf starten, um diese Schande zu beenden.

Sonntag, 28. April 2013

Aufruf zur kollektiven Landbesetzung am Sa 4.Mai!

Treffpunkt für die Rad-Demo zur Fläche:
11 Uhr im Sigmund-Freud Park, 1090 Wien

 
SoliLa* wird in dieser Saison den 4.Mai zu ihrem Tag des 
kleinbäuerlichen Widerstands machen und sich aktiv Zugang 
zu Land verschaffen.
 
Wir wollen ein gemeinschaftlich‐nachbarschaftliches Projekt
aufbauen, indem begonnen wird, eine alternative Produktions‐
und Lebensweise zu verwirklichen. Wir wollen uns der 
Marktlogik entziehen und mit dem angebauten Gemüse Projekte,
Freiräume und Menschen unterstützen, denen eine leistbare, 
gesunde und lokale Ernährung bislang erschwert wird ‐
hate Supermarkt, love Foodsouvereignity!
 
Der Zugang zu Land wird uns als selbstorganisiertes Projekt 
immer noch durch Kapitalinteressen, Landspekulation und eine 
elitäre Stadtgestaltung verunmöglicht. Wir sehen SoliLa im 
Kontext der Kämpfe um Recht auf Stadt, sowie im Kontext von 
Ernährungssouveränität als Teil eines dringend notwendigen
Gegenentwurfs.
 
Kommt zahlreich und bringt Werkzeug, eure Freund_innen, 
Kinder,  Saatgut, Lebensmittel, Workshops, Diskussionen und 
eigene Ideen zur Gestaltung des kollektiv belebten Stück 
Lands!
 
 
Aktuelle Infos auf: 17april.blogsport.eu
 
Resistance is fertile!
Solidarisch landwirtschaften und leben jetzt!
 
* SoliLa (Solidarisch Landwirtschaften) ist seit der Räumung 
ihrer Fläche in Jedlersdorf im April 2012 landlos. SoliLa 
steht aber weiterhin für die Aneigung der Lebensmittel-
produktion, bedürfnissorientiert, lokal, antikapitalistisch.

Sonntag, 21. April 2013

Into the fire



Into the Fire is available with subtitles in Albanian, Danish, Dutch, English, French, German, Greek, Italian and Spanish. Use the link above when embedding to make sure they're turned on.


Donnerstag, 18. April 2013

Into the fire

A hard hitting documentary which shows the plight of refugees and migrants in recession hit Athens, Into The Fire is a film with a difference. intothefire.org


Shot and edited with sensitivity and compassion, it doesn’t pull its punches and makes for harrowing viewing in parts. It is the product of crowd funding, dedication, self-sacrifice and a burning sense of justice.

On 21 April, Into the Fire will be simultaneously released on websites, blogs and other platforms around the internet. The film will be available in various languages, including Albanian, Czech, Danish, Dutch, French, German, Greek, Italian and Spanish. There are a number of public screenings planned in several countries in Europe and Northern America. To participate in the release or organise a screening see intothefire.org/publish
 
This strategy is being used to maximise the audience, in the hope that the audience will become active participants, commentators and amplifiers when it comes to

Donnerstag, 11. April 2013

Menschenjäger auf Fotosafari

Ein Fotowettbewerb gegen Frontex

Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen kurz „Frontex“ ist nicht nur ein Wortungetüm. Wenn es selten genug in der Presse auftaucht, dann meist wegen Übergriffen auf MigrantInnen. Human Rights Watch nennt die Agentur nicht umsonst „die schmutzige Hand der EU“. (Vgl. The EU’s Dirty Hands) Etwas Reinwaschung kann also nicht schaden, wenn das Alltagsgeschäft aus Abschiebung, Flüchtlingsbooteversenken und Internierung besteht. Deswegen hat Frontex einen Fotowettbewerb unter dem treffsicheren Motto Ties that Bind: Bridging borders in modern Europe ausgerufen. Den zynischen Auftrag formuliert Frontex so:
„Oft werden Grenzen als Hindernisse zwischen Bevölkerungen wahrgenommen. Selten werden sie hingegen als wichtige Wegscheide gesellschaftlicher Integration gesehen. […] Die Beiträge sollen die Bedeutung und den Einfluss von Grenzen als Verbindungen in physischer, psychischer, sozialer, kultureller, ökonomischer und ethnischer Hinsicht zeigen.“
(Quelle Frontex)
„Ties that bind“ … kann man mit „Schwellen, die verbinden“ übersetzen. Muss man aber nicht. Im Englischen bezeichnet man auch Kabelbinder als „tie“ und „bind“ heißt eben auch „fesseln.“ Wir wollen das Motto einer subversiven Lesart zu unterziehen und rufen auf sich mit kritischen Beiträgen, die etwas anderes zeigen als „die inspirierende Schönheit europäischer Landschaften“ (Zitat aus dem Aufruf von Frontex) am Wettbewerb zu beteiligen.
Da diese Beiträge keine Preis gewinnen werden, veröffentlichen wir Sie zusammen mit Euren Bildbeschreibungen. Also schickt uns Fotos und Schnappschüsse, die den Widerstand von denen zeigen, die Grenzen überschreiten …

Einsendeschluss von Frontex ist der 30. April. Die Einreichungsunterlagen findet ihr hier. Mehr Informationen über den Wettbewerb von Frontex findet sich hier. Wir veröffentlichen auch Beiträge die später eingehen … und zwar bis zum 15. Mai — auch solche, die nicht bei Frontex eingereicht wurden. Bei Bildern, die bei Frontex eingereicht werden achtet darauf, dass Frontex diese weiter verwenden kann. Es sollten also keine Bilder sein, die sich aus dem Kontext reißen lassen und auf denen z.B. AktivistInnen abgebildet sind, die nicht in Publikationen der Menschenjäger erschienen wollen.
Beiträge bitte an redaktion@prager-fruehling-magazin.de.

Im Übrigen - wer wider erwarten beim Frontex-Wettbewerb gewinnt, kann gerne die 500 Euro Preisgeld an eine antirassistische Initiative oder den Fluchthelfer seines Vertrauens spenden.

(Quelle: Prager Frühling Magazin)

Freitag, 22. März 2013

Spekulation mit Nahrungsmitteln


Stoppen Sie die Spekulation mit Nahrungsmitteln.
Unterschreiben Sie die Initiative von Solidar Suisse hier

Sonntag, 17. März 2013

European Action Week Against Racism 16-24 March

21 March is the International Day for the Elimination of all Forms of Racial Discrimination, established by The General Assembly of the United Nations in 1966 following the brutal murder of 69 protestors in the South African township of Sharpeville in 1960. The massacre occurred during a protest against the apartheid laws of the South African government, a regime systematically enforcing racial inequality and segregation. Today racist murders and violence are still frequent and racial discrimination continues to be found at every level of our societies.

Every year around 21 March, the UNITED network coordinates the European-wide Action Week Against Racism and calls upon the international community to bring an end to racism, discrimination and intolerance. We urge NGOs, community organisations, schools, local councils and all manner of groups and individuals to join forces and confront racism with direct action. Whether by organising activities, supporting others or spreading the message, we can encourage ourselves and others to open up our eyes, see racial injustice around us and speak out against it. With our minds and voices, racism can be eliminated.

Homepage: European Action Week Against Racism
There will be also a big Demonstration in Vienna! 
Come and join!

Freitag, 15. März 2013

Aktion von Amnesty International

 Hände hoch für Waffenkontrolle. Jetzt auf http://amnesty.at/haendehoch. Jede Minute stirbt ein Mensch durch Waffengewalt - eine halbe Million Menschen jedes Jahr.


Für den Handel mit Pferdefleisch gibt es klare Vorschriften. Nicht so für Geschäfte mit Maschinenpistolen. Die Uno muss ein robustes Waffenhandelsabkommen beschliessen!


Sonntag, 10. März 2013

Umstrittenes Urteil im "U-Bahn-Schubser"-Prozess

Black Community: Entsetzen und Zorn nach Fehlurteil gegen rassistischen Gewalttäter!

Einmal mehr wurde die Black Community vom österreichischen Justizsystem bitter enttäuscht: Das Urteil im Verfahren gegen den Gewalttäter, der eine schwarze Frau vor die U-Bahn gestoßen hatte, lautet 12 Monate bedingt.

Fassungslosigkeit herrscht in der Wiener Black Community nach dem gestrigen Fehlurteil am Wiener Landesgericht. Eine Frau wird vor die U-Bahn gestoßen, wird fast von der U-Bahn überfahren und der rassistische Gewalttäter erhält nur 12 Monate bedingte Haft! Für die Betroffenen und viele Angehörige ist klar: In diesem Prozess hat die Hautfarbe eine entscheidende Rolle gespielt. Gerechtigkeit gibt es für Menschen mit afrikanischen Wurzeln in diesem Justizsystem nicht.

Während Polizei und Justiz Menschen mit afrikanischen Wurzeln bei jeder Kleinigkeit die volle Härte des Gesetzes spüren lassen, werden rassistische Gewalttäter mit Samthandschuhen angefasst. Typisch dafür war der Aufmarsch der Polizeieinheit WEGA während des Prozesses um die Black Community einzuschüchtern. Während drinnen der rassistische Gewalttäter mit Samthandschuhen angefasst wurde, kam es vor dem Gerichtsaal zur Verhaftung eines schwarzen Aktivisten weil dieser
gegen das Skandalurteil protestierte.
Nyherovwo Erhema ist Vorsitzender der Niger-Delta Initiative Austria, in seinem Verein sind viele Menschen aus Afrika aktiv. Er hat den Prozess beobachtet und bringt die Stimmung auf den Punkt: 'Zuerst wurde der rassistische Gewalttäter von der U2-Station Taborstraße nicht wegen versuchten Mordes angeklagt und dann noch ein extrem mildes Urteil? Gibt es für uns keine Gerechtigkeit?'. Auch der Verlauf des Prozesses hat viele erschüttert. Ein Angehöriger des Opfers berichtet: 'Die Stimmung im Gerichtssaal war von Respektlosigkeit geprägt. Das Opfer ist immer noch schwer verletzt, traumatisiert und wurde von der Richterin mehrmals schroff unterbrochen. Justizangestellte telefonierten während des Prozesses und das Opfer wurde wie ein kleines Kind behandelt. Wir alle haben den Eindruck, dass das österreichische Justizsystem zutiefst rassistisch ist.'
Die schwarze Gemeinde Wiens wird dieses Urteil nicht tatenlos hinnehmen. 'Viele von uns mussten vor Diktatur und Bürgerkrieg fliehen, wir gehen arbeiten, haben Familien und viele von uns sind bereits österreichische StaatsbürgerInnen. Dieses Justizsystem wird auch durch unsere Steuergelder finanziert und eine solche Behandlung lassen wir uns nicht gefallen. Protestaktionen sind geplant' so Obmann Erhema abschliessend.
(Quelle: no-racism.net, 9. März 2013)

Statement von Amnesty Österreich:
"Staatsanwaltschaft und Polizei haben es verabsäumt den rassistischen Hintergrund des 'U-Bahn-Schubsers' zu untersuchen. Es ist absurd, hier so zu tun, als handle es sich um eine ganz normale Rempelei zwischen ganz normalen Menschen."
Heinz Patzelt zum Urteil im gestrigen "U-Bahn-Schubser" Prozess

Donnerstag, 7. März 2013

Lend Your Leg


LANDMINEN – ZAHLEN UND FAKTEN
 
Im Jahr 2011 wurden 4.286 neue Opfer von Landminen und Blindgängern registriert, wobei die Dunkelziffer hier erfahrungsgemäß hoch ist. Insgesamt kann man sagen, dass weltweit etwa alle zwei Stunden ein Opfer von Landminen und explosiven Kampfmittelrückständen zu beklagen ist. Der beständige Rückgang der jährlichen Unfallraten in Ländern, die von Anti-Personen Minen am meisten betroffen sind, wie Afghanistan und Kambodscha, wurde durch Anstiege in Ländern mit neuen oder schärferen Konflikten, wie Libyen, Pakistan, Sudan, Süd-Sudan und Syrien, aufgehoben. Über 40% der Opfer sind Kinder.

Schätzungen zufolge gibt es insgesamt mehr als 500.000 Überlebende von Landminenunfällen, die auf lebenslange Hilfe angewiesen sind. Die von den Vertragsstaaten bereitgestellten finanziellen Mittel werden den schwerwiegenden Herausforderungen jedoch nicht gerecht: 2011 wurden die finanziellen Hilfsmittel für Opfer um nahezu ein Drittel gekürzt und befinden sich nun auf ihrem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Landminen-Bericht 2007. Insgesamt gaben die Staaten nur 23 Mio. Euro aus, um die 500.000 Überlebenden sowie ihre Familien und ihr Umfeld zu unterstützen. 

Noch immer sind bis zu 78 Länder und Hoheitsgebiete von Landminen und Kampfmittelrückständen verseucht: davon sind 59 Staaten sowie sechs Gebiete stärker betroffen und 13 weitere Staaten melden entweder eine vermutete oder restliche Kontamination. In einigen Ländern ist der Anteil der Kinder an den Minenopfern besorgniserregend hoch. Kenia, Uganda und der Jemen, wo der Anteil bei 90% liegt, sind die traurigen Spitzenreiter, dicht gefolgt von Libyen und Afghanistan (über 60%) sowie von Laos (58%). Seitdem die Ottawa-Konvention 1999 in Kraft getreten ist, sind jedes Jahr mehr als 1.000 Kinder diesen Waffen zum Opfer gefallen. Die Bedürfnisse von Kindern sind größer als die von Erwachsenen. Wegen ihres Wachstums müssen ihre Prothesen regelmäßig angepasst werden.

Die Kampagne
 

Mario Galla, Model

Ulrike Folkerts, Schauspielerin

 
mehr
Vom 1. März bis zum 4. April zeigen Menschen weltweit auf Fotos mit einem hochgeschlagenem Hosenbein ihre Solidarität mit Opfern von Minen und Streumunition und fordern von den USA und allen anderen noch fehlenden Nationen den Beitritt zum internationalen Minenverbot.

Hier der Link zur Homepage.

Montag, 4. Februar 2013

Sterben verboten

Offener Brief von Giusi Nicolini, Bürgermeisterin von Lampedusa
 
04.01.2013
 
Jeden Tag laufen in meinem elektronischen Briefkasten dutzende E-Mails auf – die meisten befördere ich in den Papierkorb, andere lege ich zu den »Akten«. In den Tagen vor Weihnachten erreichte mich über viele Umwege ein Schreiben mit der Überschrift: »Lampedusa: sterben verboten«. Es handelt sich um einen Offenen Brief, den Giusi Nicolini, die junge Bürgermeisterin der Insel zwischen Sizilien und Libyen, geschrieben hat. Er war an niemand Besonderes adressiert, sondern wie eine Art Flaschenpost ins große Meer des Internets geworfen worden. Als ich ihn gelesen hatte, war mir klar, dass dieser Hilferuf doch einen Adressaten hatte: uns Europäer!

Der Brief beginnt folgendermaßen: »Ich bin die neue Bürgermeisterin von Lampedusa. Ich wurde im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. November wurden mir bereits 21 Leichen von Menschen übergeben, die ertrunken sind, weil sie versuchten, Lampedusa zu erreichen. Das ist für mich unerträglich und für unsere Insel ein großer Schmerz. Wir mussten andere Bürgermeister der Provinz um Hilfe bitten, um die letzten elf Leichen würdevoll zu bestatten. Wir hatten keine Gräber mehr zur Verfügung. Wir werden neue schaffen, aber jetzt frage ich: Wie groß muss der Friedhof auf meiner Insel noch werden?«

Lampedusa ist so etwas wie der letzte Vorposten Europas im Mittelmeer vor der afrikanischen Küste. Hier landen – wenn sie Glück haben – Kähne und Boote mit Flüchtlingen und Migranten aus Afrika. Wie groß die Zahl der Kinder, Frauen und Männer ist, die das rettende Ufer nicht erreichen, lässt sich nur erahnen, in den vergangenen Jahren mögen es Tausende, vielleicht Zehntausende gewesen sein. Zur Nachricht wird nur, wenn die Anzahl der Flüchtlinge oder der Toten über das »normale« Maß hinausgeht oder wenn die Auffangstation der Insel aus allen Nähten platzt und sich Migranten oder Einheimische gegen die unerträglichen Zustände auflehnen.

Giusi Nicolini schreibt in ihrem verzweifelten Hilferuf weiter: »Ich bin über die Gleichgültigkeit entrüstet, die alle angesteckt zu haben scheint; mich regt das Schweigen von Europa auf, das gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Massaker gibt, bei dem Menschen sterben, als sei es ein Krieg.« Ein Schweigen, so meint die Bürgermeisterin, das nicht von Ungefähr komme: »Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass die europäische Einwanderungspolitik diese Menschenopfer in Kauf nimmt, um die Migrationsflüsse einzudämmen. Vielleicht betrachtet sie sie sogar als Abschreckung. Aber wenn für diese Menschen die Reise auf den Kähnen den letzten Funken Hoffnung bedeutet, dann meine ich, dass ihr Tod für Europa eine Schande ist.«

Ganz Europa, so schreibt die junge Politikerin, sei Teil eines »unendlich traurigen Kapitels der Geschichte«, aber allein Lampedusa und seinen 6000 Einwohnern werde die Aufgabe überlassen, sich um diese Menschen zu kümmern. Europa hat bisher geschwiegen. Allein der neue fortschrittliche Ministerpräsident von Sizilien, Renato Crocetta, hat der jungen Frau stellvertretend für alle Lampedusaner die höchste Ehrenmedaille der Region verliehen, für »Verdienste um die Menschenrechte«.

Alle sollten wissen, so heißt es in der »Flaschenpost« weiter, dass Lampedusa mit seinen Einwohnern, der Wasserschutzpolizei und den Hilfskräften versuche, diesen Menschen wenigstens im Tod ihre Würde zurückzugeben. Man tue dies auch im Namen Europas. »Wenn Europa aber so tut, als seien dies nur unsere Toten, dann möchte ich für jeden Ertrunkenen, der mir übergeben wird, ein offizielles Beileidstelegramm erhalten. So als hätte er eine weiße Haut, als sei es unser Sohn, der in den Ferien ertrunken ist.« Gezeichnet: Giusi Nicolini.

Die Autorin ist Journalistin und lebt seit vielen Jahren in Rom. Sie berichtet regelmäßig für »nd« über die politischen Entwicklungen in Italien.

Sonntag, 3. Februar 2013

Passagers du désert

passagers du désert-Partage YouTube from La Cimade on Vimeo.

Camp Choucha (Tunesien)



Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:
Freizügigkeit und Auwanderungsfreiheit

"(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb eines Staates.
(2) Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren.

Dienstag, 29. Januar 2013

1,3 Milliarden Tonnen Essen gehen im Jahr verloren

Viele Nahrungsmittel landen im Müll 

Mit einer weltweiten Kampagne wollen die Vereinten Nationen (UN) die dramatische Verschwendung und den Verlust von Essen eindämmen und so auch den Hunger bekämpfen. Jährlich landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Abfall, wie eine am Dienstag in Genf vorgelegte Studie herausfand. Das ist rein rechnerisch etwa viermal so viel wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen.
Nach dem UN-Welthungerbericht vom vergangenen Oktober hat jeder Achte nicht genug zu essen - insgesamt sind das rund 870 Millionen Menschen. Allein die in den Industrienationen weggeworfene Menge von 300 Millionen Tonnen jährlich würde - theoretisch - reichen, diese Menschen zu ernähren, sagte der Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Jose Graziano da Silva, laut Mitteilung.
Ein Teil der Nahrungsmittel wird weggeworfen, obwohl er noch essbar wäre - und vieles verdirbt aufgrund unzulänglicher Bedingungen. Würde der Verlust der Nahrungsmittel insgesamt eingedämmt, könnten auch die Preise sinken, hieß es. In vielen armen Ländern müssen die Menschen mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben.
Durchschnittlich wirft der Studie zufolge jeder Europäer und Nordamerikaner jedes Jahr zwischen 95 und 115 Kilogramm Essen weg. In Teilen Afrikas und Asiens liegt die Abfallmenge zwischen sechs und elf Kilogramm pro Kopf. In Entwicklungsländern geht ein Großteil der Nahrung bereits am Beginn der Versorgungskette verloren - etwa durch unzureichende Erntetechniken, Insekten, mangelnde Kühlung oder schlechte Lagerbedingungen.
Unter dem Motto "Think.Eat.Save" soll nun bei Produzenten und Verbrauchern mehr Bewusstsein geschaffen werden. Die Verschwendung von Lebensmitteln könnte nach Ansicht von UN-Experten durch einfache Maßnahmen eingedämmt werden. Sie fordern zum Beispiel, dass Kunden auch die weniger perfekt geformten Früchte kaufen sollten. Außerdem solle das Haltbarkeitsdatum nicht immer so streng gesehen werden.

"In einer Welt mit sieben Milliarden Menschen, deren Zahl bis 2050 auf neun Milliarden steigen soll, macht es absolut keinen Sinn, Lebensmittel wegzuwerfen - weder wirtschaftlich, noch ökologisch, noch ethisch", sagte der Exekutivdirektor das UN-Umweltprogramm (UNEP), Achim Steiner.
FAO-Generaldirektor da Silva sagte: "Gemeinsam können wir diesen untragbaren Trend umkehren und Lebensbedingungen verbessern." In den Industrienationen etwa sei die Hälfte des weggeworfenen Essens noch zum Verzehr geeignet. Den Auftrag für die Kampagne gaben das UN-Umweltprogramm UNEP und die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO.

(Quelle: APA)