Sonntag, 29. Juli 2012

Good Food March

Diesen Sommer machen sich Bauern, Bäuerinnen und EsserInnen auf den Weg nach Brüssel, um ihre Anliegen bezüglich der Gemeinsamen Agrarpolitik zur EU-Kommission und zum EU-Parlament zu bringen. Es wird verschiedene Touren geben, an der sich Menschen zu Fuß, mit dem Rad, dem Traktor und mit sonstigen kreativen Fortbewegunsgmitteln beteiligen können.

Start ist im August!
Den Abschluss bildet ein agrarpolitisches Frühstück in Brüssel am 19. September 2012.


 Die Südroute startet in München. Wer Interesse an einer gemeinsamen Anreise zur Auftakt- und Abmarschveranstaltung in München hat, möge sich bitte bei Dominik Dax melden: Dominik.Dax@lnxnt.org

Update:

Vom 17.8. - 25.08.12 fahren wir mit dem Rad im Rahmen des Good Food March von Linz über Braunau nach München.

Möchtest du/ihr mitfahren bzw. interessiert euch dafür dann meldet euch bitte bei: ludwig.rumetshofer@viacampesina.at oder 06765359804.
Wir sind außerdem noch auf der Suche nach Zwischenstopps - falls du/ihr welche wisst bitte melden.

Natürlich ist es auch möglich "nur" Teilstrecken mitzufahren.

Das nächste Planungs- und Infotreffen findet am 03.08.2012 um 19 Uhr im Rahmen des Stammtisches der Neigungsgruppe Hügel, Wald und Wiesen beim Wirt am Graben (Graben 24) in LINZ statt.

(Quelle: www.viacampesina.at / Agrar Mailverteiler)
 
Genauere Infos finden Sie unter www.goodfoodmarch.eu

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"Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst."
(Mahatma Ghandi)

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Samstag, 21. Juli 2012

The Price of Freedom



According to the UNHCR 58,000 people crossed the Mediterranean in small boats after the popular uprisings last year. They were driven by economic hardship and belief in a new life in Europe.

Two thousand of these migrants are unaccounted for, many more are in immigration detention centres in Italy.

This documentary (to come out in 2013) will follow the Tunisian-Sicilian activist Rabih Bouallegue as he searches for information about the missing people, uncovering stories of hardship and bravery as he goes.
Boats4People Tunis (privat)


Blog von Rabih Bouallegue (auf italienisch)

Freitag, 20. Juli 2012

Warum starb Ousman Sey?

Vor einigen Tagen starb Ousman in Dortmunder Polizeigewahrsam. Er hatte zuvor mehrmals nach ärztlicher Hilfe verlangt und wurde stattdessen von der Polizei festgenommen, kurz darauf starb er. Die Behörden bestreiten rassistische Motive - wir haben Zweifel! Am Freitag gibt es eine Demo in Dortmund.
Am Morgen des 7. Juli 2012 starb der aus Gambia stammende Ousman Sey im Dortmunder Polizeigewahrsam. Zuvor hatte Sey zwei Mal vergebens einen Krankenwagen gerufen, weil er sich schlecht gefühlt hatte. Nach dem ersten Eintreffen diagnostizierten die Rettungskräfte ein Herzrasen und attestierten ihm, noch kein Fall für das Krankenhaus zu sein. Als Sey eine halbe Stunde später erneut einen Krankenwagen rief, litt er Angaben seines Bruders zufolge bereits unter Krampfanfällen. Außerdem begann er angeblich, in seiner Wohnung zu "randalieren", weshalb Einsatzkräfte der Polizei gleichzeitig mit den Rettungskräften eintrafen.
Diese attestierten Sey erneut, nicht ins Krankenhaus zu müssen - eine Untersuchung durch den Polizeiarzt im Gewahrsam reiche aus. Dies geschah, obwohl eine im selben Haus wohnende Krankenschwester den Einsatzkräften klarzumachen versuchte, dass Ousman Sey dringend ins
Krankenhaus gebracht werden müsse.

In Polizeigewahrsam angekommen, brach Ousman Sey jedoch sofort zusammen und starb laut Angaben der Behörden kurze Zeit später im Krankenhaus an einem Atemstillstand. Angehörige und Freund_innen des Toten äußerten in der Lokalpresse den Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung durch die Rettungssanitäter_innen und Polizist_innen aus rassistischen Motiven.
Die Leiter von Polizei und Feuerwehr, Norbert Wesseler und Dirk Aschenbrenner, wiesen dies erwartungsgemäß direkt zurück - ohne eine vorherige eingehende Prüfung der Ereignisse. Rassismus, so die Chefs von Feuerwehr und Polizei, habe in ihren Behörden keinen Platz und
beeinflusse keineswegs die Handlungen der Einsatzkräfte.

Wir haben Zweifel!
Bisher ist unklar, ob das Fehlverhalten von Polizei und Sanitäter_innen eine unterlassene Hilfeleistung aufgrund rassistischer Motive darstellt - oder "lediglich" aufgrund einer gefährlichen Inkompetenz. Dies muss untersucht werden.

Die Aussagen, es gebe keinen Rassismus in Polizei und Feuerwehr, sind
mehr als nur offenkundig falsch und zeugen von einer Abwehrhaltung, die eine konsequente Untersuchung des Fehlverhaltens unwahrscheinlich erscheinen lässt.
Deutsche Polizist_innen handeln täglich rassistisch. Durch die gängige Praxis des sogenannten 'Racial Profiling' rücken Schwarze unabhängig von ihrem Verhalten in den Fokus von Polizeikontrollen und erfahren so eine immer wiederkehrende institutionelle Diskriminierung.

Der Fall des 2005 im Dessauer Polizeigewahrsam gestorbenen Oury Jalloh ist lediglich ein sehr bekanntes Beispiel für den tödlichen Rassismus innerhalb deutscher Polizeibehörden. Polizeigewalt, die einen rassistischen Hintergrund vermuten lässt, ist auch in Dortmund nichts neues: 2006 wurde Dominique Koumadio von einem Polizisten aus mehreren Metern Entfernung mit mehreren Schüssen erschossen, weil er ein Messer in der Hand hielt - angeblich aus Notwehr.

Auch in der Feuerwehr und im Rettungsdienst gibt es wie in allen Teilbereichen der Gesellschaft Rassismus. Der Vorgänger von Feuerwehrchef Aschenbrenner verlor seinen Posten als Leiter des städtischen Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie aufgrund seiner Kontakte zur militanten Dortmunder Neonaziszene.

Rassismus ist kein alleiniges Phänomen der extremen Rechten oder angeblicher "bildungsferner Schichten"! Er ist auch in der vielbeschworenen "Mitte der Gesellschaft" fest verankert und bestimmt nur allzuoft das Handeln staatlicher Stellen und Behörden!

Wir fordern eine Untersuchung und juristische Aufarbeitung des Fehlverhaltens von Polizei und Rettungsdienst, auch wenn dies angesichts des vorhandenen behördlichen Rassismus unwahrscheinlich erscheint!

Außerdem fragen wir:

- Wie kann ein Mensch, der offensichtlich ärztliche Hilfe benötigt, in Handschellen(!) in Polizeigewahrsam genommen werden?

- Warum haben die Sanitäter_innen trotz offensichtlich schwerster gesundheitlicher Probleme keine Anstalten unternommen, Ousman Sey in ärztliche Behandlung zu bringen?

- Wie kann es sein, dass Polizei und Presse, trotz der offensichtlich lebensbedrohlichen Umstände, in denen sich Ousman Sey befand, ihn als 'Randalierer' und Täter pathologisieren?

- Wäre der Polizeipräsident Norbert Wesseler, der bestreitet, dass es sich hier um rassistisch motivierte Unterlassung von Hilfe handle, auch erst in Polizeigewahrsam gekommen, wenn er den Rettungsdienst wegen Herzrasens kontaktiert hätte? Bliebe er ruhig sitzen, wenn er Todesangst litt und ihm Hilfe verwehrt blieb?


Dortmunder Antifa-Bündnis, Transnationales Aktionsbündnis
(Quelle: no-racism.net)