Montag, 4. Juni 2012

350 Milliarden Dollar gegen afrikanische Bauern

Auszu aus dem Buch "Europa macht dicht. Wer zahlt den Preis für unseren Wohlstand?" von Jürgen Gottschlich und Sabine am Orde (Hg.):

Westend Verlag
Jedes Jahr pumpt die EU rund 55 Milliarden Euro in ihren Agrarsektor, weltweit bringen die großen Industriestaaten insgesamt 350 Milliarden Dollar an Agrarsubventionen auf. Dagegen steht eine afrikanische Wirtschaft - was in drei Vierteln aller Länder nach wie vor hauptsächlich Landwirtschaft bedeutet -, die durch subventionierte Billigprodukte aus Europa, den USA und Australien systematisch zerstört wird.
Was soll Johannes Klopka aus Ghana tun, wenn er seine Tomaten nicht mehr verkaufen kann? Wovon sollen seine Kinder leben? Fast automatisch richtet sich der Blick auf die Weltregion, die zur Steigerung ihrer eigenen Profitraten seine Existenz zerstört hat. Er verkauft einen Teil seines Landes, von dem die Familie bislang gelebt hat, drückt den Erlös seinem ältesten Sohn in die Hand und schickt ihn auf die lange, gefährliche Reise nach Europa, damit er dort das Geld verdient, das die europäischen Dosentomaten ihm in seiner Heimat weggenommen haben. Der Sohn von Klopka hat keine Möglichkeit, in Accra zu einem Konsulat eines EU-Landes zu gehen, sich eine Visum zu holen und damit nach Deutschland, Frankreich oder Holland zu reisen - das würde er nie bekommen. Da eine legale Einreise nach Europa für ihn unmöglich ist, wird er somit zu einem "illegalen Migranten".

Eine weitere Leseprobe, hier.

Keine Grenzen für Menschenrechte
Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres (2011) sind 1674 Flüchtlinge im Kanal von Sizilien ertrunken. 
Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft sich - und Europa schaut zu. Wir wollen ein anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und Freiheit aller Menschen steht.

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