Sonntag, 20. Mai 2012

Wachstum um jeden Preis

In der aktuellen Südwind-Zeitschrift gibt es einen ausführlichen Artikel über Präsidentin Dilma Rousseff und ihre Umweltpolitik. Laut Aussagen von Bazileu Margarido (ehemaliger Präsident der Umweltbehörde IBAMA) macht die momentane Umweltpolitik Brasiliens "die größten Rückschritte seit dem Ende der Militärdiktatur".

- Stillstand im Umweltministerium beim Thema Klimawandel
- Lockerung von Umweltauflagen für umstrittene Projekte
- Druck auf kleinbäuerliche und indigene Gemeinschaft wird immer größer
- Bauarbeiten für das drittgrößte Wasserkraftwerk "Belo Monte" haben letztes Jahr begonnen
- 86.000 Hektar wurden per Dekret aus sieben Naturparks herausgenommen, um den Weg für den Bau von vier weiteren Staudämmen freizumachen.
Aushöhlung der Waldgesetze: 
- Straffreiheit für jene Landbesitzer_innen, die bis Juli 2008 die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzgebiete zerstört haben
- Schutzgebiete an Flussufern sollen erheblich verkleinert werden
- landwirtschaftliche Nutzung an Berghängen und Kuppen soll ausgeweitet werden (Folge: Erdrutsche bei heftigen Regenfällen, die zahlreiche Todesopfer fordern)

Baustart Belo Monte
Rousseff hätte die Möglichkeit, gegen die skandalösesten Pasagen ihr Veto einzulgene, doch außer der vagen Andeutung, es werde schon nicht zum "Traumgesetz der Agrariere" kommen, schweigt sie.

Von Jänner bis März hat sich die Waldvernichtung im Vergleich zum Vorjahr (unter Lula da Silva) verdreifacht.  "Diese Regierung ist die erste, die nicht nur keine Naturschutzgebiete ausweist, sondern sie sogar verkleinert." (Raul Silva Telles do Valle)

Gesamter Artikel auf suedwind-magazin.at

weitere Infos:
Zur Amtszeit von Präsident Lula da Silva: Lulas Bilanz nach dem ersten Jahr der zweiten Amtszeit 


Rio +20
Von 20. bis 22. Juni 2012 findet in Rio de Janeiro die UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung als Folgekonferenz des ersten „Earth Summit“ in Rio im Jahr 1992 statt (Rio+20). Seither ist der Begriff "nachhaltige Entwicklung" weltweit bekannt, neben der Agenda 21 wurden die UN-Konventionen über Klima und Artenvielfalt auf den Weg gebracht - ein kleiner Fortschritt in der globalen Umweltdebatte.

Östereich und Rio +20

Über 30 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen bieten rund um die Weltkonferenz im Juni in Rio 40 Veranstaltungen in Österreich :  www.rioplus20.at 
Veranstaltungen rund um Rio +20 in Österreich: hier


Crossroads Filmfestival in Graz: 18. bis 27. Mai 2012

crossroads-festival.org
Mit einem spannenden, aktuellen Filmprogramm sowie zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen setzt sich das neue Festival Crossroads 2012 schwerpunktmäßig mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und dem weltweiten Widerstand dagegen auseinander. Anlass dafür ist u.a. der große UNO-Erdgipfel „Rio+20“, der vom 20. bis 22. Juni in Rio de Janeiro stattfinden wird. Behandelt werden darüber hinaus auch Themen wie etwa Migration, Geschlechtergerechtigkeit und der Einfluss neuer Technologien auf unser Leben.


"Wenn wir nicht die Menschen auf die Straße bringen und einig auftreten, haben wir in Rio keine Chance." (Mercia Andrews, Aktivistin aus Südafrika)

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