Montag, 14. Mai 2012

Kein Geschäft mit dem Hunger

Protestaktion gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln

Wir müssen die Ursachen von Tragödien verstehen, damit sich diese nicht wiederholen, heißt es in dem Aufruf „Rechte statt Mitleid“, der von afrikanischen und europäischen Schriftsteller/innen gemeinsam mit medico international als Reaktion auf die Hungersnot in Ostafrika im Sommer 2011 veröffentlicht wurde.

Die Hungerbilder wurden längst von anderen Themen abgelöst, und dennoch: Das Sterben geht weiter. Die Zahl der Hungernden ist weltweit so hoch wie nie zuvor – eine Milliarde Menschen sind unterernährt.

Die Menschen sterben nicht allein an den Folgen einer Dürre, sondern auch weil der Handel auf den Agrarmärkten zu einem gewinnträchtigen Geschäft wurde und die Politik das nicht verbietet. Banken und Fonds bieten ihren Kund/inn/en an, auf die Entwicklung von Nahrungsmittelpreisen zu wetten. Diese Wetten treiben die Nahrungsmittelpreise in die Höhe - die Gewinne der Spekulanten verschärfen den Hunger der Ärmsten.

medico fordert ein Ende der Profitgewinnung aus dem Hunger und unterstützt deshalb Öffentlichkeitsaktionen, deren Ziel es ist, die Spekulation mit Nahrungsmitteln politisch zu unterbinden.

Gemeinsam mit weiteren Nichtregierungsorganisationen unterstützt medico die Protestaktion „Mit Essen spielt man nicht“, mit der Bundesfinanzminister Schäuble aufgefordert wird, sich auf EU-Ebene für die Reform der Richtlinie für Finanzinstrumente einzusetzen, um die Preis treibende Spekulation mit Nahrungsmitteln zu stoppen.

Die Gruppe Occupy:Occupy hat außerdem eine Petition formuliert, mit der der Bundestag aufgefordert wird, die Spekulation zu verbieten. Prominente wie der künftige Frankfurter Bürgermeister Peter Feldmann, der Schauspieler Jan Josef Liefers und Sahra Wagenknecht gehören schon zu den Unterstützern. 

Werden Sie auch aktiv!

Petition hier online unterschreiben!

(Quelle: medico international, 23.04.2012)

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