Montag, 9. April 2012

Neue Kampagne von Solidar Suisse

Mit einer Social-Media-Kampagne macht Solidar Suisse Druck auf den Weltfussballverband Fifa und seinen Präsidenten Sepp Blatter. Solidar wirft der Fifa vor, sich bei der WM 2014 in Brasilien nur um den eigenen Profit, nicht aber um die Menschenrechte zu kümmern. 



Solidar und seine Partnerorganisationen in Brasilien machen darauf aufmerksam, dass die Fifa mit der WM 2014 zwar erneut Milliardengewinne erzielen wird - für die Menschen in Brasilien aber wenig Grund zur Freude herrscht.

Im Gegenteil: 

- 150.000 Menschen werden im Vorfeld der WM aus ihren Behausungen vertrieben,
- Zehntausende StrassenhändlerInnen verlieren wegen der Lizenzpolitik der Fifa ihre Existenz und
- für Brasilien bleibt ein Schuldenberg, der unweigerlich zur Kürzung von Sozialleistungen führen wird. 

Nicht zuletzt, weil die Fifa mit Sondergesetzen durchdrückt, dass sie auf ihre Gewinne keinen Real Steuern bezahlen muss.

Forderungen von Solidar Suisse (komplettes Dossier kann als PDF-Datei heruntergeladen werden)

Bilanz der WM 2010 in Südafrika

Die erste Fussball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden löste in der südafrikanischen Bevölkerung große Hoffnungen aus: Von wirtschaftlichem Aufschwung, Perspektiven und neuen Arbeitsplätzen war die Rede. Doch die Bilanz ist ernüchternd. Die Kosten für den südafrikanischen Staat fielen um 1709 Prozent (!) höher aus als geplant. Statt einem erwarteten Gewinn von 700 Millionen Franken resultierte für Südafrika ein Verlust von 2,8 Milliarden. Die Fifa hingegen nahm zusammen mit ihren Partnern über 3 Milliarden Franken ein. Sie fuhr den größten Gewinn ihrer Geschichte ein und steigerte die Einnahmen gegenüber der WM 2006 in Deutschland um 50 Prozent. Unter den zehn gebauten oder erweiterten Stadien sind mindestens drei sogenannte "Weiße Elefanten": Sie sind viel zu groß, als dass sie nach der WM jemals kostendeckend betrieben werden könnten. Auf Druck der Fifa wurden sie trotz Einwänden des südafrikanischen Fussballverbands gebaut. Für diese und andere Infrastrukturbauten wurden laut Schätzungen der UNO gegen 20 000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Gegen 100 000 StraßenhändlerInnen verloren ihre Existenz. Statt dass die Bevölkerung von der WM profitiert hätte, war sie von der Kürzung der Sozialabgaben betroffen, zu denen sich Südafrika nach den WM-Verlusten gezwungen sah.
 (Quelle: Solidar Suisse)

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Momentan herrscht auch noch Uneinigkeit darüber, ob während der WM das Alkoholverbot in brasilianischen Stadien aufgehoben werden wird oder nicht. Um Ausschreitungen von Hooligans zu verhindern, besteht bereits seit 2003 Alkoholverbot in den Stadien Brasiliens. Bei den Forderungen nach Bierverkauf durch den WM-Sponsor Budweiser soll es laut FIFA aber keine Kompromisse geben: "Der Alkohol ist Teil der FIFA-WM", meint FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke.


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