Donnerstag, 1. März 2012

Oury Jalloh, das war Mord!

Es ist fast 7 Jahre her, dass Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam an Händen und Füssen gefesselt, auf einer feuerfesten Matratze fixiert, angezündet wurde. Der leitende Beamte hat trotz wahrgenommener Schreie von Oury Jalloh den Feueralarm abgeschalten und die Sprechanlage deaktiviert. Oury Jalloh starb in der Zelle an Hitzeschock - es wurde ihm vorgeworfen, den Brand selbst gelegt zu haben.

D
amals nahm die Staatsanwaltschaft nur widerwillig Ermittlungen auf. Es dauerte zwei Jahre bis es endlich zu einem Prozess kam, bei dem festgestellt wurde, dass sein Leichnam Spuren physischer Misshandlung aufwies. Dennoch hatten sich die beiden Polizisten nicht wegen Mord, sondern wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ bzw. wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ zu verantworten und wurden 2008 vom Landgericht Dessau freigesprochen. Im Januar 2010 hob der Bundesgerichtshof den Freispruch gegen einen der Beamten wieder auf. Seitdem läuft das Verfahren, bei dem es immer wieder zu Widersprüchen kommt.

Am siebten Todestag kam es in Dessau während einer Mahnwache zu gewaltsamen Übergriffen der Polizei auf DemonstrantInnen.

Für den 19. Januar 2012 wird eine Urteilsverkündung erwartet.




Mehr Informationen:
- Break the silence
- no-racism.net

Das Schweigen brechen! Gegen rassistische Polizeigewalt überall!


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