Mittwoch, 18. Januar 2012

The Green Wave

Noch bis 26. Jänner 2012 ist im Topkino in Wien der iranische Film "The Green Wave" zu sehen:

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Grün ist die Farbe des Islams. Und Grün war das Erkennungszeichen der Anhänger von Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mussawi, der 2009 zur Symbolfigur der »Grünen Revolution« im Iran aufstieg. Die Präsidentschaftswahlen am 12. Juni 2009 sollten einen Wechsel bringen, aber entgegen allen Erwartungen wurde der ultrakonservative Populist Mahmud Ahmadineschad im Amt bestätigt.

So deutlich das Ergebnis ausfiel, so laut und berechtigt waren dann auch die Vorwürfe der Wahlmanipulation. Die anhaltenden »Wo ist meine Stimme?«- Protestdemonstrationen wurden von staatlichen Milizen immer wieder mit brutalen Übergriffen aufgerieben und aufgelöst. Private Aufnahmen von Handys oder Fotokameras zeugen von dieser maßlosen Gewalt: Menschen werden verprügelt, erstochen, erschossen, verhaftet, verschleppt, manche verschwinden spurlos. Zahllose Tote, Verletzte und Folteropfer, und eine weitere tiefe Wunde im Herzen der Iraner bleiben zurück.

Offizielle Filmhomepage von "The Green Wave".

Drehbuch: Ali Samadi Ahadi


Zitate aus dem Film:

Payaman Akhavan, ehemaliger UN-Ankläger:

„Deutschland, Frankreich und Italien haben immer nur ein Lippenbekenntnis zu den Menschenrechten abgegeben. Nie haben sie den Iran für die Misshandlungen seiner Bevölkerung büßen lassen. Und deshalb dauert dieser Missbrauch so lange an. Heute ist die internationale Gemeinschaft nur am Atomthema, an der Sicherheit ihrer Ölversorgung interessiert. Niemand nimmt die Missachtung der Menschenrechte ernst."

Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi:

"Und wenn die Europäer behaupten, dass ihnen die Menschenrechte wichtig sind, dann müssen sie diese Werte für alle Gesellschaften wollen, auch für den Iran. Sie sollten sich bei jedem Vertrag, den sie mit dem Iran schließen, an das Gesicht von Neda erinnern, die auf der Straße getötet wurde."

Der Film ist sehr bewegend und sollte eigentlich jede/r gesehen haben, um auch nur annähernd zu wissen was 2009 im Iran passiert ist. Ich kann mich der Kritik von Kino.de nur anschließen:

Ahadi gelingt ein himmelschreiendes und künstlerisch kühnes Denkmal für die ermordete Hoffnung in einem Gefängnis das Iran heißt.

Sunnivah_

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