Dienstag, 31. Januar 2012

Apple droht Konsumboykott

Empörung nach Bericht über Foxconn-Produktion

US-Medienberichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen beim chinesischen Zulieferer Foxconn werden für Apple zu einem wachsenden Imageproblem, das in Boykottaufrufe münden könnte. Apple ist einer der größten Kunden von Foxconn, das weltweit rund 40 Prozent aller Elektronikgeräte zusammenbaut. Von Amazon, Dell, Hewlett-Packard, Motorola, Nokia und Samsung bis zu Sony lässt fast die gesamte Industrie bei Foxconn fertigen.

(Foto: goodelectronics.org)

Unter dem Titel "Menschliche Kosten bei iPad eingebaut" berichtete darüber die New York Times. Apple selbst hat ungewohnt rasch reagiert; schon früher hat der Konzern eine Liste seiner Lieferanten und Arbeitsprobleme veröffentlicht. CEO Tim Cook erklärte, "zornig" darüber zu sein, dass Apple unterstellt werde, Unfälle und Gesundheitsprobleme absichtlich in Kauf zu nehmen: "Jeder Unfall und alle Probleme bei Arbeitsbedingungen sind besorgniserregend. Jede Unterstellung, dass uns das egal sei, ist falsch und beleidigend für uns." Darum sei Apple auch der Fair Labor Association beigetreten, die weltweit für die Durchsetzung fairer Arbeitsrechte eintritt.

Dennoch könnte Apple ein Boykott drohen: Kolumnisten von der Los Angeles Times bis zu Forbes werfen die Frage auf, ob Konsumenten nicht dadurch Druck ausüben sollten.

(red/DER STANDARD Printausgabe, 31. Jänner 2012)

Nachlese:

Die menschlichen Kosten sind in das iPad eingerechnet (derStandard.at)

Tim Cook antwortet auf den Vorwurf über schlechte Arbeitsbedingungen (derStandard.at)

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Aufruf zum Boykott von Apple! (greenaction.de)

iSlave (Südwind Magazin)

Situation der Arbeitsrechte bei Foxconn (makeITfair, 2010)

Online Petition an Apple

Foxconn @ Public Eye Awards 2011 (iSlave) Adbusting for the Public Eye Awards 2011. Vote for the worst company of the year on www.publiceye.ch

Kommentare:

  1. als ob die ganzen Apple-Fans auf ihr geliebtes phone, pad, kopfhörer oder sonstwas verzichten würden... die marke ist so cool, da nimmt man menschenausbeutung und umweltverschmutzung gerne in kauf.

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  2. Ja du hast leider recht - aber vielleicht auch gerade weil die Marke so cool ist und sie viele junge Leute konsumieren, könnte sich bei Apple etwas bewegen. Apple will anders sein, jetzt hätte das Unternehmen die Möglichkeit wirklich etwas anders zu machen... hoffen darf man ja

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