Donnerstag, 22. Dezember 2011

white charity

Weihnachten steht vor der Türe und die Postkästen und Werbeflächen sind wieder vollgestopft mit Botschaften von diversen Hilfsorganisationen. "White charity" beschäftigt sich mit diesen Botschaften und hat auch einen Film darüber gemacht:



Ein Film von Carolin Philipp & Timo Kiesel

Der Film zeigt das Bild des "Weißsein" und "Schwarzsein" in diesem Zusammenhang auf. Ausgehend von Spendenplakaten in Deutschland diskutieren VertreterInnen von Hilfsorganisationen gemeinsam mit WissenschafterInnen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen.

Ein Zitat aus dem Film des Ethnologen Klaus-Peter Köpping von der Universität Heidelberg: „Hier gibt es irgendwo eine Leerstelle. Man fragt nicht: Was sind die Ursachen dafür? Man zeigt die Folgen und tut so, als wären dies die natürlichen, angeborenen Eigenschaften dieser Menschen. Es wird nicht auf die strukturellen und historischen Bedingungen hingewiesen, die zu diesen Ergebnissen geführt haben."

Die Homepage von "white charity" gibt genaueren Einblick in die Aktion und zeigt Hintergründe auf. Der Film kann auch auf der Homepage angeschaut werden, es gibt ihn ebenso auf DVD und auch Artikeln stehen auf der Seite kostenlos als Download zur Verfügung.

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Auf kommerziellen Werbeplakaten sieht man kaum einmal schwarze Menschen, wenn es jedoch um Plakate von Hilfsorganisationen geht, wird das Bild einer schwarzen, ärmlichen, ungebildeten, "unzivilisierten" Person verwendet. Die Werbebotschaft richtet sich an "uns" im Norden und hält die stereotypischen Bilder Afrikas aufrecht.

Somit fragt Kilomba Grada, Psychoanalytikerin und Autorin in dem Beitrag auch richtig: "Wer hilft wem? Hilft das weiße Subjekt dem schwarzen Subjekt oder hilft das schwarze Objekt dem weißen Objekt, zwangsweise und indem es als Projektionsfläche genutzt wird, sich von einer höchst problematischen Geschichte von Schuld zu befreien und sich selbst als vollkommen und majestätisch zu konstruieren?"


Sunnivah_

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