Mittwoch, 28. Dezember 2011

Eingreifen gegen Rassismus

Information für die Fahrgäste der Wiener Linien:


Info
Eingreifen gegen Rassismus

Sollten Sie beobachten, dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrem Äußeren oder auf Grund anderer Merkmale willkürlich kontrolliert und schikaniert werden, bitten wir Sie couragiert einzugreifen!

Bleiben Sie stehen, dokumentieren Sie die Amtshandlung!

Fragen Sie die Betroffenen, in welcher Form Unterstützung möglich und gewünscht ist!

Erkundigen Sie sich bei den Beamt_innen nach dem Grund des Vorgehens!


Holen Sie sich Unterstütztung bei anderen Fahrgäst_innen!


Informieren Sie Rassismusbeobachtungsstellen (z.B. ZARA) um Druck gegen rassistische Kontrollen aufzubauen!


Freie Mobilität für Alle!


Wiener Linien und Polizei kooperieren bei rassistischen Kontrollen - greifen Sie dagegen ein!

Die Stadt gehört allen.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Blogs statt "Österreich"

Artikel aus dem aktuellen Augustin Nummer 311:

Die Vermarktwirtschaftung der Presse führt zur Tendenz der Verkürzung und Simplifizierung journalistischer Texte, und thematisch zu einer Einengung auf die verkaufsfördernden K4: Kriminal-, Kriegs-, Katastriphen- und Kinderporno-Berichterstattung. In Zeiten der Krise, wo das Unbehagen über die Undurchsichtigkeit der finanziellen Vorgänge wächst, werden die Inhalte kritischer unabhängiger Internet-Blogs, die den spielregeln der Medienkonkurrenz nicht unterworfen sind, zunehmend wichtiger. Hier eine auswahl der Augustin-Redaktion. Die bunte inhaltliche Palette umfasst Bankenkritik, Konsumkritik, Medienkritik, Literaturbeobachtung, Gesellschaftsanalyse und Fokussierungen auf Brennpunkte der neuen sozialen Bewegung wie Ägypten und Griechenland.

www.adbusters.org
http://antizig.blogsport.de
www.arabist.net
http://le-bohemien.net
www.democracynow.org
www.dasdossier.de
www.glanzundelend.de/startseite.htm
http://greekleftreview.wordpress.com
http://konsumpf.de
www.nachdenkseiten.de
www.oya-online.de/home/index.html
http://roarmag.org
www.seesslen-blog.de
www.slow-media.net
www.spiegelfechter.com/wordpress
www.project-syndicate.org
www.heise.de/tp
http://transform.or.at/news
www.weltnetz.tv

(Augustin Nr. 311, Seite 20)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

white charity

Weihnachten steht vor der Türe und die Postkästen und Werbeflächen sind wieder vollgestopft mit Botschaften von diversen Hilfsorganisationen. "White charity" beschäftigt sich mit diesen Botschaften und hat auch einen Film darüber gemacht:



Ein Film von Carolin Philipp & Timo Kiesel

Der Film zeigt das Bild des "Weißsein" und "Schwarzsein" in diesem Zusammenhang auf. Ausgehend von Spendenplakaten in Deutschland diskutieren VertreterInnen von Hilfsorganisationen gemeinsam mit WissenschafterInnen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen.

Ein Zitat aus dem Film des Ethnologen Klaus-Peter Köpping von der Universität Heidelberg: „Hier gibt es irgendwo eine Leerstelle. Man fragt nicht: Was sind die Ursachen dafür? Man zeigt die Folgen und tut so, als wären dies die natürlichen, angeborenen Eigenschaften dieser Menschen. Es wird nicht auf die strukturellen und historischen Bedingungen hingewiesen, die zu diesen Ergebnissen geführt haben."

Die Homepage von "white charity" gibt genaueren Einblick in die Aktion und zeigt Hintergründe auf. Der Film kann auch auf der Homepage angeschaut werden, es gibt ihn ebenso auf DVD und auch Artikeln stehen auf der Seite kostenlos als Download zur Verfügung.

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Auf kommerziellen Werbeplakaten sieht man kaum einmal schwarze Menschen, wenn es jedoch um Plakate von Hilfsorganisationen geht, wird das Bild einer schwarzen, ärmlichen, ungebildeten, "unzivilisierten" Person verwendet. Die Werbebotschaft richtet sich an "uns" im Norden und hält die stereotypischen Bilder Afrikas aufrecht.

Somit fragt Kilomba Grada, Psychoanalytikerin und Autorin in dem Beitrag auch richtig: "Wer hilft wem? Hilft das weiße Subjekt dem schwarzen Subjekt oder hilft das schwarze Objekt dem weißen Objekt, zwangsweise und indem es als Projektionsfläche genutzt wird, sich von einer höchst problematischen Geschichte von Schuld zu befreien und sich selbst als vollkommen und majestätisch zu konstruieren?"


Sunnivah_

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Millionenstrafe wegen Sklavenarbeit

Zara zahlt wegen Skalvenarbeit Millionenstrafe

Wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen bei einem Zulieferer in Brasilien muss das spanische Textilunternehmen Zara eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 1,4 Mio. Euro bezahlen. Wie die brasilianische Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, konnte der Konzern mit einer entsprechenden außergerichtlichen Einigung die nach Aufdeckung der Fälle im August geforderte Summe von 8,2 Mio. Euro deutlich reduzieren. Zudem werde Zara nur noch zu einer strengeren Überprüfung seiner Zulieferer aufgefordert und nicht auch für zukünftige Fälle haftbar erklärt. Der Zara-Eigentümer Inditex war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

(Quelle: APA)

Zur Inditex-Gruppe gehören laut Wikipedia:

Zara, Lefties, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Tempe, Zara Home, Kiddy's Class / Skhuaban, Üterque

Inditex ist das größten Textilunternehmen der Welt. Zum Ende des Jahres 2010 betrieb Inditex weltweit fast 5000 Geschäfte in 77 Ländern (Handeslblatt.com).


Montag, 19. Dezember 2011

Zwangsbeschaller 2011

Geschäfte im Westbahnhof zum "Zwangsbeschaller 2011" gekürt

Die Filiale der spanischen Modekette Desigual im Wiener Westbahnhof (neuerdings auch als BahnhofCity Wien West mit eigenem Einkaufscenter bekannt) hat den Titel "Zwangsbeschaller 2011" verliehen bekommen. Die Kampagne "Beschallungsfrei", die gegen die Dauerhintergrundmusik auftritt, hat am Samstag die Urkunde überreicht.


Eine Schallmessung hatte ergeben, dass in dem Geschäft der Pegel durchschnittlich bei 81 Dezibel liegt, aber fallweise bis zu 101 Dezibel steigen kann. Zum Vergleich: ein Presslufthammer erreicht 80 Dezibel, eine Kreissäge 100. (red, DER STANDARD; Printausgabe, 19.12.2011)

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Kampagen "Beschallungsfrei":

Schluss mit dem Missbrauch unserer Ohren!

Schutz aller Kinder vor akustischer Reizüberflutun!

Stopp der musikalischen Dauerberieselung von der Wurstabteilung bis zum Klo!

Öffentlich zugängliche Ruhezonen!

Linz muss Hörstadt werden!

Argumente und Fakten von "Beschallungsfrei": hier

Sonntag, 18. Dezember 2011

Internationaler Tag der MigrantInnen

Der 18. Dezember 2011 wurde von zahlreichen Organisationen zum globalen Aktionstag gegen Rassismus - für die Rechte von MigrantInnen, Flüchtlingen und Displaced People ausgerufen.


Auflistung der weltweiten Aktivitäten
Informationen auf no-racism.net
globalmigrantsaction.org
Weltcharta der MigrantInnen
www.december18.net

Samstag, 17. Dezember 2011

Todo mundo contra Belo Monte!

17. de dezembro: Dia X pelo Xingu - Dia de luta contra Belo Monte

Das Comitê Xingu Vivo unterstützt das Ansuchen der Stadtverwaltung von Altamira zur Rücknahme der Genehmigungslizenz für Belo Monte und ruft zu einem Aktionstag am 17. Dezember in Belém auf.

In folgenden Hauptstädten Brasiliens wird es am Samstag, 17. Dezember, Kundgebungen geben:
Belém, Altamira, São Paulo, Rio de Janeiro, Cuiabá, Manaus, Salvador, Porto Alegre und Curitiba.

Die Bewegung
Xingu Vivo ist überzeugt, dass die Banken und der Finanzsektor bei Belo Monte eine entscheidende Rolle haben. "Ohne unser Geld kann Belo Monte nicht gebaut werden. Gegen die Finanzierung des Wasserkraftwerks zu protestieren und den Rückzug Ihrer Bank zu fordern sind einfache und effiziente Möglichkeiten, dieses verrückte Projekt doch noch in letzter Minute zu stoppen", betonte die Bewegung.


(Quelle: Plattform Belo Monte)

Freitag, 16. Dezember 2011

Schuld.

Eine Dokumentation, die in das Innenleben einer hochtalentierten Fondsmanagerin des größten ETF (= börsengehandelter Fonds) auf Nahrungsmittel und in das Fleisch unserer Zivilisation blickt.



Mit Luzia Schelling, Philipp Ruch, Thilo Bode, Alexander Bühler, Ralf Südhoff, Markus Henn
Kamera Patryk Witt, Firas Sabbagh
Schnitt Firas Sabbagh, Johannes Seelang
Musik Kim Hellwig, Jens Hellwig
Ton Patrick Sellin
Regie Cesy Leonard

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Eine Intervention des Zentrum für Politische Schönheit für die Initiative "Privatheit & Öffentlichkeit" des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Denk-, Gefühls- und Handlungsfabrik für politische Poesie und kümmert sich um die Umsetzung des Traums der Humanität. Grundanliegen sind: eine Rekonzeptualisierung des Kampfes um die Menschenrechte, eine humanitäre Kurskorrektur der Gegenwart und die Verhinderung genozidalen Massensterbens.

www.politicalbeauty.de

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Migration im Schulbuch

Sehr wichtiges Projekt in Österreichs Schulen über Klischees im Klassenzimmer gestartet:

Im Zentrum des Projekts „Migration(en) im Schulbuch“ steht die Erfassung und kritische Analyse der in aktuellen österreichischen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von „Menschen mit Migrationshintergrund“.

Welche österreichischen und europäischen Migrationsgeschichten werden in den Schulbüchern tradiert, welche werden marginalisiert oder „vergessen“? Auf welche Weise werden „Menschen mit Migrationshintergrund“ dargestellt?

Dies sind einige der inhaltlichen Fragen, denen im Rahmen des Projektes nachgegangen wird. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschafter_innen, Lehrer_innen und Schüler_innen wird darüber hinaus ein besonders innovativer Beitrag zur Schulbuchforschung geleistet. Die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Migration, die von Schüler_innen und Lehrer_innen eingebracht werden, sowie ihr Expert_innenwissen im Umgang mit Schulbüchern reduzieren die Gefahr des einseitigen Wissenschafter_innenblicks und können methodisch und analytisch nutzbar gemacht werden.


Erste Ergebnisberichte werden Anfang März 2012 veröffentlicht.

Artikel auf derStandard.at:

"In einem Biologiebuch wird noch immer der 'Rasse'-Begriff verwendet", schildert Christa Markom vom Ludwig-Boltzmann-Institut ein Beispiel. "Bei den Workshops hat sich dann gezeigt, dass auch die meisten Schüler davon überzeugt waren, dass es Menschenrassen gibt." Auch "Volk", "Schwarzafrika", "Buschmänner", "Indianer" und "Eskimo" sind nach wie vor gängig - wenn auch oft mit kritischen Erklärungen versehen, wie die Kultur- und Sozialanthropologinnen betonen.

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Ausschnitt aus dem Buch "Afrika und die deutsche Sprache" von Susan Arndt und Antje Hornscheidt (Hg.), Seite 204f:

Schwarzafrika

Der Begriff "S." ist im Kontext von Kolonialismus und Rassismus entstanden. Er baute auf dem rassistischen Ansatz auf, Menschen in Rassen unterteilen und diese hierarchisieren zu können. Dabei wurde versucht, die Rassentheorie kulturtheoretisch zu untermauern (...)

Mit dieser Charakterisierung des "subsaharischen Afrika" als geschichtslos und unterentwickelt wurden die europäischen Länder und Kulturkreise gleichzeitig aufgewertet sowie transatlantischer Sklavenhandel und koloniale Herrschaftsverhältnisse implizit legitimiert. Durch das Bestehen auf eine Unterscheidung zwischen dem nördlichen Afrika, im kolonialen Kontext auch "Weißafrika" genant, und dem restlichen Afrika wird zudem so getan, als handele es sich beim nördlichen wie auch nicht-nördlichen Afrika um homogene Räume. Dabei wird die kulturell, sprachliche, religöse usw. Pluralität dieser Großregionen ignoriert (...)

Gelegentlich wird "S." auch in Kontrast zu einem als "weiß" konzipierten Europa verwendet. Dabei wird die Existenz Schwarzer Euopäer/innen negiert und Europa als rein Weißer Kulturraum konstruiert.
Auf den Begriff "S." sollte verzichtet werden. Auf der oft alternativ verwendete Begriff "subsaharisches" Afrika ist keine wirkliche Alternative. Auch wenn hier der rassentheoretische Ansatz nicht mehr explizit zum Ausdruck kommt, wird trotzdem auch suggeriert, das Afrika südlich der Sahara sei ein homogener Raum(...)
Des Weiteren muss immer überlegt werden, ob wirklich alle Länder Afrikas südlich der Sahara gemeint sind und an welchen Kriterien das festgemacht wird.

"Worte können sein wie winzige Arsendosen. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da." (Klemperer, Victor 1987)


Sunnivah_


Dienstag, 6. Dezember 2011

Alexandros Grigoropoulos († 06. Dezember 2008)

Am dritten Jahrestag des Todes eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel sind am Dienstag in Griechenland Tausende Polizisten in Alarmbereitschaft versetzt worden. Für den Nachmittag waren Demonstrationen von Schülern geplant. Am Abend wollten Autonome und linksgerichtete Gruppierungen demonstrieren. Die Sicherheitskräfte befürchten, dass Extremisten versuchen könnten, Athen ins Chaos zu stürzen. (derStandard.at)

Am 6. Dezember 2008 wurde Alexandros Grigoropoulos in Athen von einem Polizisten erschossen. Es gab verschiedene AugenzeugInnenberichte mit unterschiedlichen Versionen. Es wurde von einem gezielten Schuss, Blendgranaten der Polizisten und von vorausgehenden Provokationen zwischen Polizisten und Jugendlichen gesprochen. Fakt ist, dass der 15-jährige Schüler mit Freunden unterwegs war und mit Freunden feierte... und dass er von einem Polizisten erschossen wurde.

Im Oktober 2010 war der Täter von einem Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Hier mehr zu den AugenzeugInnenberichten
Interview mit der griechischen Aktivistin Savra (de.indymedia.org)
Portrait von Alexander Grigoropoulos (taz.de)
Briefe der Freunde von Alexis zur Beerdigung


Sunnivah_

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Welt-AIDS-Tag

"Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen. Rund um den Globus erinnern zu diesem Datum verschiedenste Organisationen an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und den ihnen Nahestehenden zu zeigen. Der Welt-AIDS-Tag dient auch dazu, Verantwortliche in Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft - weltweit - daran zu erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist. Auch, damit überall die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und sich Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung und Hilfe für die Betroffenen an ihren Lebensrealitäten orientieren können. Und zunehmend wird der Welt-AIDS-Tag auch von den Medien aufgegriffen und genutzt, verstärkt über HIV/Aids zu berichten."

Gibt Aids keine Chance

Fackelzug

Traditioneller Fackelzug durch die Wiener Innenstadt vom Herbert von Karajan Platz zum Josefsplatz.

Datum: Donnerstag, 1. Dezember 2011
Zeit: Treffen ab 18.00 Uhr, Abmarsch um 18.30 Uhr
Treffpunkt: Herbert von Karajan Platz (neben der Staatsoper), 1010 Wien

Aidshilfe Wien