Dienstag, 15. November 2011

Altkleider

Ich wollte ja schon immer mal wissen, was mit den gesammelten Altkleidern aus den Containern passiert. Alles für einen guten Zweck oder wird daraus Profit gezogen? Auf dem Blog konsumpf.de habe ich die Antwort gefunden: am 4. November 2011 strahlte der NDR die Reportage "Die Altkleider-Lüge" aus.

Billigklamotten, fast fashion, Modetrends, Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf, Mid season sale... es gibt viele Möglichkeiten Kleidung anzuhäufen und unsere Kästen überquellen zu lassen. Und wenn wir sie nicht mehr brauchen? Sie nicht mehr im Trend ist, altmodisch, einfach überflüssig? Überall auf den Straßen sieht man Altkleidercontainer, da tut man dann ja sogar noch etwas Gutes, weil kaputt sind die Kleidungsstücke ja noch nicht. Ist dem aber wirklich so?

Die Reportage bezieht sich auf Deutschland, doch es ist
in Österreich nicht anders - schon öfters wurde Kritik an der Organisation "HUMANA - People to People" wegen seiner undurchsichtigen Geschäftsstrukturen laut...

Doch nicht nur Humana sondern auch das Rote Kreuz, Kolping und die Caritas sind am Altkleidersektor tätig. Alle drei Organisationen haben die Entleerung ihrer Sammelcontainer und die Weiterverarbeitung der Textilien der Firma Öpula überlassen. Der Rohstoff-Recycling Betrieb existiert seit 20 Jahren und hat sich auf das Altkleidergeschäft spezialisiert. Dieser Markt ist komplett segmentiert, und Öpula fungiert als Zwischenhändler, der die Kleiderspenden zum Sortieren nach Italien transportiert. Die Sortierarbeit in Österreich ist einfach zu teuer, erklärt Öpula Geschäftsführer Kurt Willheim, deshalb wurde sie nach Italien ausgelagert. Dort werden die Kleider je nach Beschaffenheit entweder nach Afrika verkauft oder zu Putzlappen verarbeitet. Nicht recycelbare Materialien landen auf der Deponie. Ein geringer Prozentsatz der brauchbaren Kleidung wird wieder nach Österreich importiert und kommt kostenlos karitativen Einrichtungen wie z.B. Flüchtlingsheimen, Frauenhäusern oder dem Katastrophenschutz zu Gute.
(Quelle: fm4.orf.at + D
oku "Mitumba")



Viele verdienen an den Altkleider-Spenden: Hilfsorganisationen und private Unternehmen. Der größte Teil der Textilien wird in Afrika auf Märkten verkauft, nicht gespendet. (NDR)

Das Deutsche Rote Kreuz hat auf die Reportage des NDR Bezug genommen und auf 10 Fragen Antwort gegeben: siehe hier.

Alternativen zum Altkleidercontainer:

- Kleider direkt bei Kleiderkammern sozialer Vereine abgeben
- Kleider für AsylwerberInnen bei Ute Bock
- ausmisten.at
- Kleiderkreisel
- warum die Kleider nicht selbst am Flohmarkt/2nd Hand verkaufen/verschenken?
- Kleidertausch/Verschenken unter FreundInnen, andere haben wieder viel mehr Freude an "neuen" Kleidungsstücken
- aus dem Kreislauf ausbrechen und selbst keine neuen Kleider mehr kaufen...

Projekt "MitumBACK"

Das Projekt kauft gespendete Altkleider in Tansania zurück, läßt sie von fair bezahlten afrikanischen Stickerinnen mit handgefertigten Etiketten neu labeln und reintegriert sie in den westlichen Markt. Ware wird Spende wird Ware. mitumBACK läßt das “Abgetragene, Abgelegte, Ausgesonderte, Fortgeworfene” als extravagantes Modeteil und künstlerisches Unikat in die „Erste” Welt zurückkehren und gibt bereits entwerteten Produkten durch ihre Re-Fetischisierung neuen Wert – einen, den sie zuvor nicht hatten. (mitumback.net)

Ein Artikel darüber auf derStandard.at

Und vielleicht sollten wir uns einfach nur die Frage stellen, wieviel Kleider wir eigentlich wirklich brauchen?

Sunnivah_

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