Samstag, 29. Oktober 2011

Fleisch...

...Möglichst billig, möglichst viel

vivo-Schwerpunktthema auf 3sat - 29.10.2011

Rund 60 Kilogramm Fleisch und Wurst isst der deutsche Durchschnittsmann pro Jahr. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung wäre nur ein Drittel davon gesund.



Themen:


Fleisch - eine Frage des Gewissens?
Tierisch humane Wohngemeinschaft
Schnitzel ohne Schweineleid
Der Horror des Billigfleischs
Klimakiller Fleisch
uvm.

Die Beiträge müssten eine Woche lang in der Mediathek vorhanden sein.
Ganze Sendung hier.

Sunnivah_

Freitag, 28. Oktober 2011

Belo Monte... es geht weiter

Kraftwerks-Baustelle im Amazonas-Gebiet besetzt

Rund 600 Demonstranten, darunter Indios und Fischer, haben im brasilianischen Amazonas-Gebiet die Baustelle für das umstrittene drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, Belo Monte, besetzt. Sie wollen die Bauarbeiten für das Kraftwerk im Teilstaat Para stoppen, für das über 500 Quadratkilometer Fläche überschwemmt werden sollen.

Auch die "Transamazonica"- Überlandstraße wurde nach Angaben des mit der katholischen Kirche verbundenen Indianer-Missionsrates am Donnerstag in der Nähe der Baustelle blockiert. Mit der Aktion reagierten die Demonstranten auf eine Entscheidung des Regionalen Gerichtshofes von Para, das Urteil über einen Baustopp bis zum 9. November hinauszuschieben. Indigene Gemeinschaften hatten auf Aussetzung der Arbeiten geklagt, weil sie nicht ordnungsgemäß über das Projekt in Anhörungen informiert worden seien. CIMI-Sprecher Eden Magalhaes sagte, die Demonstranten wollten die Besetzung "so lange wie nötig" fortsetzen.

Indio-Sprecher Juma Xipaia bekräftigte den Willen zum Widerstand. "Das Projekt Belo Monte wird nur dann Erfolg haben, wenn wir nichts tun, um es zu verhindern. Wir werden nicht ruhig sein. Wir schreien laut, und wir tun das jetzt." Die brasilianische Regierung hält das Mega-Projekt am Xingu-Fluss rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira für notwendig, um die Energieversorgung der inzwischen siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt zu sichern.

Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten- Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Kritiker fürchten, dass durch das Wasserkraftwerk mehr als 30.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Einer der prominentesten Gegner ist der aus Vorarlberg stammende Bischof der Territorialprälatur Xingu, Erwin Kräutler, der 2010 den Alternativen Nobelpreis erhielt.

(Quelle: APA)

Auf der Plattform Belo Monte ist mittlerweile schon von einer Auflösung der Besetzung durch ein Sonderkommando zu lesen:

Nach 15 Stunden Besetzung der Baustelle Belo Monte, des größten Kraftwerkprojekts in Brasilien und Aushängeschild für das Konjunkturprogramm zum beschleunigten Wachstum (PAC), schritt die Justiz ein. Ein Justizbeamter, die Sicherheitstrupps von Norte Energia und ein Sonderkommando der Polizei erreichten den Abzug der Demonstranten.

Nach anfänglichem Widerstand verließen die ca. 600 Indigenen, Flussbewohner und Umweltschützer das Baugelände, auch die Straßenblockade wurde beendeten.

Auf dieser Plattform sind immer die aktuellsten Neuigkeiten und Ereignisse zu lesen und es gibt auch eine Online-Petition gegen das Projekt.

Sunnivah_

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Facebook

Bisher habe ich mich ja gehütet etwas über Facebook zu schreiben, aber auf dem deutschen Blog Konsumpf habe ich jetzt einen interessanten Bericht des ARD gefunden, der über die Datensammelwut von Facebook berichtet. Wieder einmal freue ich mich, dass ich nie einen Account bei Facebook angelegt habe, trotz der eindringlichen "Warnung" von so manchen, dass es ohne Facebook in Zukunft ja überhaupt nicht mehr geht...

...ich habe bis jetzt aber noch gar nichts vermisst und sehe immer noch keinen Grund, was es mir bringen soll.



Link zum Artikel auf Konsumpf

Sunnivah_

Sonntag, 23. Oktober 2011

Occupy Vienna – 26.10.2011 – Es geht weiter

Wann? 18:00 – 21:00 Uhr

Wo? Christian-Broda-Platz / Mariahilferstr. / Museumsplatz

Wir treffen uns am Mittwoch um 18:00 Uhr am Christian-Broda-Platz vor dem Westbahnhof, wandern die Mariahilferstrasse runter, und werden um ca. 20:00 Uhr am Museumsplatz zur Abschlusskundgebung eintreffen.


Der Mittwoch wird nur der Startschuß sein, denn ab da wird nicht mehr lockergelassen. Im Gegenteil!

Vollversammlung – 27.10.2011

Wann? 19:00 Uhr
Wo? Epizentrum, Lindengasse 60, 1070 Wien

Unsere nächste Occupy Vollversammlung, im Epizentrum mit Talking Stick und Konsens über unser weiteres gemeinsames Vorgehen.

Blog occupyvienna.wordpress.com

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Ex-Guantanamo-Häftling verklagt Ex-Präsident Bush

Vorwurf: Verstoß gegen die Folter-Konvention

Der frühere Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz und drei weitere Gefangene der USA wollen den früheren US-Präsidenten George W. Bush wegen Foltervorwürfen verklagen. Die Klage solle am Donnerstag bei der kanadischen Justiz anlässlich eines Besuchs des Ex-Präsidenten in dem Land eingereicht werden, teilte Kurnaz' Anwalt Bernhard Docke am Mittwoch in Bremen mit.

Docke zufolge werfen die Kläger Bush vor, er habe gegen die UN-Anti-Folter-Konvention verstoßen. Bush habe Folterungen im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay und in afghanischen US-Stützpunkten zugelassen. Die Kläger wollen Docke zufolge bewirken, dass die kanadische Justiz strafrechtliche Ermittlungen gegen Bush einleitet.

Der Deutsch-Türke Kurnaz war 2001 während eines Pakistan-Aufenthalts festgenommen worden. Fast fünf Jahre wurde er im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba festgehalten.

Zuvor hatten bereits mehrere Menschenrechtsorganisationen - darunter Amnesty International - die Regierung Kanadas vergeblich aufgefordert, gegen Bush vorzugehen, wenn er am 20. Oktober nach Kanada reise. Nach Ansicht von Amnesty International ist Kanada als Vertragsstaat der Anti-Folter-Konvention dazu verpflichtet, gegen Bush vorzugehen, wenn er das Land besucht.

Schon im Februar hatten Menschenrechtsorganisationen Klage in der Schweiz gegen Bush eingereicht. Seinen damals geplanten Genf-Besuch sagte Bush ab und begründete sie mit Sicherheitsbedenken.

(Quelle: APA, Fotoquelle: dpa)

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Interview mit Murat Kurnaz (sueddeutsche.de)

Amnesty International über die illegale Inhaftierung von Murat Kurnaz

Buchtipp: Fünf Jahre meines Lebens von Murat Kurnaz

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Sunnivah_

Mittwoch, 12. Oktober 2011

It's time for us to unite

15. Oktober - Vereinigt für einen weltweiten Wandel



Am 15. Oktober werden Menschen aus der ganzen Welt auf die Straßen und Plätze gehen. Von Amerika bis Asien, von Afrika nach Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte zu fordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Nun ist es Zeit uns alle einem globalen gewaltfreien Protest anzuschließen.

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Wenigen und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit sowie die humanen und Umweltkosten, die wir alle zahlen müssen. Diese unerträgliche Situation muss ein Ende haben.

Vereinigt in einer Stimme werden wir die Politiker, und die Finanz-eliten, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker, die uns nicht vertreten.

Am 15. Oktober werden wir uns auf der Straße treffen, um den weltweiten Wandel den wir wollen zu beginnen. Wir werden friedlich demonstrieren, reden und organisieren bis wir es geschafft haben.

Es ist Zeit uns zu vereinen. Es ist Zeit dass sie uns zuhören!

Menschen der Welt, mobilisie euch am 15. Oktober!

Offizielle Website: http://www.15october.net/

Occupy Austria: http://www.facebook.com/OccupyAustria


Montag, 10. Oktober 2011

Tod der Todesstrafe

10. Oktober: Internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Amnesty International will bis Ende November 100.000 Unterschriften sammeln und am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, an Präsident Lukaschenko übergeben. Er soll dafür Sorge tragen, dass alle Hinrichtungen gestoppt werden und alle Todesurteile umgewandelt werden. Ein erster Schritt hin zur tatsächlichen Abschaffung.

Belarus ist der letzte Staat in Europa, der nach wie vor die Todesstrafe verhängt und diese auch vollstreckt. Seit der Unabhängigkeit von Belarus im Jahr 1991 wurden um die 400 Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Besonders grausam ist die Praxis in Belarus, dass Gefangene erst unmittelbar vor der Vollstreckung des Urteils von ihrer Hinrichtung erfahren und damit in ständiger Erwartung ihres Todes leben.

Amnesty International arbeitet mit dem „Human Rights Centre Viasna“ in Belarus zusammen und fordert den Präsidenten Lukashenko zu einem sofortigen Hinrichtungsstopp und zur Umwandlung aller bestehenden Todesurteile auf.

Helfen Sie mit, in ganz Europa die Todesstrafe abzuschaffen und unterschreiben Sie jetzt die Petition!

(Quelle: Amnesty International)


Am 21. September 2011 beendete der Staat Georgia/USA das Leben von Troy Davis. Bis zu seinem Tod bestanden größte Zweifel an seiner Schuld.

"Der Kampf gegen die Todesstrafe ist nicht mit mir verloren oder gewonnen (...). Wir werden gewinnen, wenn ihr nie aufhört, für Gerechtigkeit zu kämpfen."

Mit diesen Worten forderte Troy Davis Amnesty International kurz vor seiner Hinrichtung auf, sich weiter für die welteweit Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen.

TOD DER TODESSTRAFE!

Sunnivah_


Sonntag, 9. Oktober 2011

Buchtipp

Bilal ist ein Illegaler, unterwegs auf einer der berüchtigsten Transitrouten von Afrika nach Europa. Bilal ist Fabrizio Gatti, der renomierte italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben, und davon zu erzählen.

Auszug aus dem Buch:

Hundertzweiundachtzig Köpfe bewegen sich im Rhythmus der ächtzenden Federung. Hundertzweiundachtzig Leben, deren Zukunft hier auf dem Spiel steht. Wie die Geschichte der letzten Jahre zeigt, erreichen zwölf Prozent der Menschen, die von Libyen und Tunesien aufbrechen, Europa nicht. Zwölf Prozent kommen auf der Überfahrt um. Einige gehen über Bord. Einige werden ins Meer geworfen. Wieder andere verhungern und verdursten, wenn die Boote vom Kurs abkommen. Und wieder andere gehen mitsamt dem Boot unter (...)

Zwölf Prozent bedeutet, dass von den hundertzweiundachtzig Passagieren unseres Lkws zweiundzwanzig sterben werden. Und wenn bei uns alle überleben, werden vielleicht vierundvierzig Menschen des nächsten umkommen. Oder sechsundsechzig des übernächsten.

Bericht auf derFreitag (mit Leseprobe).

Das Buch ist sehr lesenswert, weil der Autor genau beschreibt welche Beweggründe und Geschichten hinter den Menschen aus Afrika stecken. Warum brechen sie auf, obwohl sie wissen, wie gefährlich die Reise ist? Welches Bild haben sie von Europa? Gatti ist den ganzen Weg von Senegal nach Libyen nachgerreist und er beschreibt auch die Route durch die Wüste, die man zuerst überleben muss, um dann überhaupt an Bord eines der kleinen Fischkutter zu gelangen, die sich auf den Weg nach Europa machen.

Es fehlt mir an Worten, um dieses Buch zu beschreiben, aber es gibt einen Einblick in die Erlebnisse von vielen Menschen, die wir sonst vielleicht nie zu hören bekommen würden...

Sunnivah_

Freitag, 7. Oktober 2011

Radiointerview

Tätlicher Angriff eines Fremdenpolizisten auf eine Flüchtlingsberaterin im PAZ Hernalser Gürtel (Wien)

Karin K. wollte am 6. Oktober 2011 wie so oft eine in der Früh festgenommene Klientin bei der fremdenpolizeilichen Einvernahme begleiten. Dabei kam es zu einem Angriff eines Beamten, berichtet Kurosch A. vom Freunde-Schützen-Haus im Gespräch mit ORANGE 94,0.

Freunde-Schützen-Haus (Verein Purple Sheep)

Hier der Link zum Interview auf Radio Orange

Artikel auf derStandard.at

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Bisphenol A

Die hormonaktive Chemikalie Bisphenol A in Babyschnullern wird österreichweit verboten

Aus Babyflaschen ist die hormonaktive Chemikalie Bisphenol A (BPA) seit diesem Sommer EU-weit verbannt. In Österreich wird dieses Verbot laut Gesundheitsministerium in den nächsten Tagen auf Schnuller ausgeweitet. Zuvor hatten Global 2000 und die Grünen kritisiert, dass der Stoff noch immer in den Beruhigungssaugern erlaubt sei.

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) habe die Verbotsverordnung am Dienstag unterzeichnet, sagte dessen Sprecher Fabian Fußeis, "damit ist das Verbot in den nächsten paar Tagen in Kraft." Die österreichische BPA-Verbotsverordnung, die auch Schnuller beinhaltet, sei gemäß dem vorgeschriebenen Prozedere bei der EU-Kommission notifiziert worden. Drei Staaten - die Niederlande, Tschechien und Großbritannien - hätten dem heimischen Vorhaben mit Hinweis auf zu befürchtende Wettbewerbsnachteile widersprochen. Das habe die Frist, sie zu erlassen, verlängert. Der Vorwurf von Wettbewerbsnachteilen sei ausgeräumt und die Verbotsverordnung dann dem Koalitionspartner vorgelegt worden.

In der Mehrzahl der heimischen Geschäfte finden sich zwar ohnehin keine der inkriminierten Schnuller mehr. Die meisten Hersteller hätten nach dem Skandal im Herbst 2009 auf BPA-freie Produktion umgestellt, bestätigten die Umweltschützer. Global 2000 hat aber erneut nachgeschaut, Stichproben gezogen und moniert nun, dass alte Bestände, die noch nicht als BPA-frei gekennzeichnet sind, nach wie vor erhältlich seien. "Bisphenol A muss zumindest aus allen Produkten, mit denen Kinder in Kontakt kommen, verboten werden", forderte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen. (red/APA)

(Quelle: derStandard.at)


Weitere Artikel auf derStandard.at zum Thema:

Weichmacher stören Hormon-Balance

EU-Behörde hält Bisphenol A für unbedenklich


Sunnivah_

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Kampf um Amazonien

Am Samstag, den 8.10.2011 um 11:30 Uhr wird im MDR die Sendung "Kampf um Amazonien - Die Internet-Indianer" ausgestrahlt. Natürlich zu einer unmöglich Zeit, aber hoffentlich ist der Beitrag später in der Mediathek zu finden.

Zum Inhalt:

"Das Internet ist unsere Waffe. Mit Pfeil und Bogen kämpfen wir längst nicht mehr", sagt Benki Piyako, Häuptlingssohn der Ashaninka im brasilianischen Amazonasregenwald. "Nur, wenn wir vernetzt sind, sind wir auf unserem Territorium in Sicherheit." Die Ashaninka leben im brasilianisch-peruanischen Grenzgebiet. Ihre Region ist reich an wertvollem Tropenholz und lockt regelmäßig Invasionen illegaler Holzfällertrupps an, die mit Maschinen und Waffen anrücken, rücksichtslos jahrhundertealte Urwaldriesen fällen, brandroden und Schneisen in den Regenwald schlagen. Wo die Indianer sich der Holzmafia in den Weg stellen, werden ihre Dörfer überfallen und die Menschen getötet oder verjagt.

Als vor einigen Jahren die brasilianische Regierung begann, isoliert lebende indigene Völker mit Internet-Stationen auszustatten, änderte dies vieles. Plötzlich hatten die Regenwald-Bewohner die Möglichkeit, die Behörden gezielt um Hilfe zu bitten. Illegale Holzfäller konnten gefasst werden, weil innerhalb kürzester Zeit Militär und Polizei per Helikopter im Indianergebiet eintrafen und Rohstoffpiraten auf frischer Tat ertappten. Der Kampf um die Rechte der indigenen Völker bekam dadurch entscheidenden Auftrieb, und vor allem die Ashaninka machten Schlagzeilen, weil sie vorlebten, wie sich Indianertraditionen mit modernem Bewusstsein und der Verantwortung für die Umwelt vereinen lassen.

(Quelle: MDR)

Ähnlicher Beitrag (Razzia im Regenwald) hier.

Die Filmproduktionsfirma Filmquadrat.dok machte neben diesem Film eine Serie zum Thema "Kampf um Amazonien" mit zwei weiteren Beiträgen: Razzia im Regenwald und Das Justizschiff. Die Anfänge aller drei Filme sind auf filmquadrat-dok.de zu sehen.

Sunnivah_

Sonntag, 2. Oktober 2011

Erfolg: Belo Monte gestoppt

Brasilien: Justizministerium stoppt den Bau von Belo Monte

Heute (29.09.2011) wurde der Bau des Megastaudamms Belo Monte erneut gerichtlich gestoppt. Der Klage eines Fischereivereins von Altamira (Acepoat) wurde im Justizministerium von Belém stattgegeben und der sofortige Stopp der Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Belo Monte angeordnet.

Die Entscheidung des Richters Carlos Eduardo Castro Martins verbietet dem Bauträger Norte Energia S.A (NESA) jegliche Änderung im Flussbett des Xingu durchzuführen. Er stellte in seiner Entscheidung das Interesse der Menschen die am Fluss vom Fischfang leben über die Wirtschaftsinteressen des brasilianischen Staates. Im Xingu leben 372 Fischarten, die für tausende Menschen die wirtschaftliche Lebensgrundlage bilden. Beim Bau von Belo Monte wären viele dieser Arten nicht überlebensfähig.

Außerdem drohen weitere negative Umweltauswirkungen. Von den 40 rechtlich verlangten Umweltauflagen ist bisher nur ein geringer Teil umgesetzt. Außerdem müssen für den Bau mindestens 20.000 Menschen vertrieben werden. In Brasilien sprachen sich deshalb auch 20 wissenschaftliche Gesellschaften gegen Belo Monte aus.

Das Belo Monte Projekt steht in Brasilien stellvertretend für ein heftige gesellschaftliche Debatte, ob Wirtschaftsinteressen grundsätzlich über den Erhalt der Natur und der Kultur stehen. Am Xingu Fluss leben besonders viele indigene Gruppen, auch bisher nicht kontaktierte, deren kulturelles Überleben durch das Wasserkraftwerk stark gefährdet ist.

Rettet den Regenwald hatte bisher über 60.000 Unterschriften gegen das Belo Monte Projekt gesammelt und im August nach einer Kundgebung an die brasilianische Botschaft übergeben.

(Quelle: Rettet den Regenwald)