Mittwoch, 10. August 2011

Zivilcourage gegen Abschiebungen

Anfang August wurde wiede einmal eine Familie mit zwei Kindern abgeschoben. Wie so oft war die Familie schon lange in Österreich (seit 2006) und gut integriert. Die Kinder besuchten hier den Kindergarten bzw. die Volksschule. Nach zwei negativen Asylverfahren wurde ein Antrag auf Niederlassungsbewilligung beantragt - im Endeffekt kam die Fremdenpolizei und holte die gesamte Familie ab. Eine kleine Gruppe von AktivistInnen setzte sich für die vier ein und Verteilte am Flughafen Flyer, um andere Fluggäste zu einem Protest gegen die Abschiebung zu animieren. Leider ohne Erfolg. Laut no-racism.net wurde der Mann sofort nach der Landung von der Polizei verhaftet und es gibt keinen Kontakt mehr.

Ein Fall von vielen. In den (Massen-)Medien liest man solche Meldungen kaum noch - doch inhumane Abschiebungen hören deswegen nicht auf. Wie können Fluggäste reagieren, wenn jemand im gleichen Flugzeug abgeschoben werden soll?

Hier ein Video eines Anti-Deportation-Protests auf der Homepage des Netzwerks "afrique-europe-interact".

Auf der Seite no-racism.net liest sich das so:

ZEIGEN SIE ZIVILCOURAGE


Abschiebungen unmöglich zu machen und MigrantInnen aktiv zu unterstützen, ist Teil des Kampfes gegen institutionalisierten Rassismus und praktische Solidarität mit verfolgten Menschen.

Nicht nur die Geschäftsführungen von Luftfahrtsgesellschaften und die abschiebenden BeamtInnen tragen Verantwortung für abgeschobene Menschen. Auch PilotInnen, FlugbegleiterInnen, das Bodenpersonal und PolizistInnen können sich weigern, als willfährige HandlangerInnen der staatlichen Abschiebepolitik zu fungieren.

Wir fordern daher alle Menschen auf, gegen Abschiebungen zu protestieren und diese unmöglich zu machen.

Falls Sie als PassagierIn merken, dass in Ihrer Maschine ein Mensch abgeschoben werde soll, protestieren sie beim Boden- und Flugpersonal und der Flugleitung.

Machen Sie andere PassagierInnen auf die Problematik von Abschiebungen aufmerksam und fordern Sie alle auf, zu protestieren. Wenn die Maschine noch nicht gestartet ist, stehen sie auf und verhindern sie den Start und damit die Abschiebung!

Wenn die Maschine bereits in der Luft ist, protestieren sie bei der Flugleitung und fordern Sie sie auf, sich zu weigern eine Abschiebung durchzuführen!

Bei Zwischenlandungen verhindern sie das geplante Umsteigen des/der Gefangenen in eine andere Maschine.

Sollte der/die Gefangene wieder zum Abflughafen zurückkehren, ist es möglich, dass er/sie auf feien Fuß gesetzt werden muss, da die Frist der Schubhaft begrenzt ist.

ODER HELFEN SIE IHR/IHM DIE MASCHINE ZU VERLASSEN UM SO DAS ABSCHIEBEZIEL NICHT ZU ERREICHEN.

Lassen Sie sich nicht von etwaigen mitfliegenden BeamtInnen einschüchtern, da diese im geschlossenen Flugzeug kein Recht auf Gewaltausübung haben. Dieses hat nur die Flugleitung!
Alleine das Kundtun von Bedenken gegen Abschiebungen bei KapitänInnen hat schon viele Abschiebungen stoppen können!

ERST WENN DAS IMAGE DER FLUGGESELLSCHAFTEN IN GEFAHR IST, WERDEN DIESE AUF DAS GESCHÄFT MIT DER ABSCHIEBUNG VERZICHTEN!!!

PROTESTIEREN SIE BEI BEHÖRDEN, DIE ABSCHIEBUNGEN ORGANISIEREN!

PROTESTIEREN SIE BEI FLUGGESELLSCHAFTEN DIE ABSCHIEBUNGEN DURCHFÜHREN!

FAXEN, MAILEN SIE IHREN PROTEST AN DIESE.

SPRECHEN SIE IHRE BEDENKEN BEI DER BUCHUNG IHRES FLUGES IM REISEBÜRO AN UND FORDER SIE EINE ABSCHIEBEFREIE FLUGLINIE!


Sunnivah_

1 Kommentar:

  1. Danke, es ist immer super konkrete Handlungs-Vorschläge zu sehen. Ein zu wenig bedachter Punkt zum Ansetzen bei diesem Thema finde ich, direkt im Flugzeug wenn alles andere fehlgeschlagen ist. Danke für die Info :)

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