Mittwoch, 31. August 2011

Das Schwein im Mittelpunkt

Der Verein gegen Tierfabriken (VgT) machte in Vorarlbergs Schweineställen eine große Undercover-Recherche. Das Ergebnis aus 22 Schweinbetrieben mit insgesamt ca. 7.4oo Schweinen wurde auf der Homepage des VgT zusammengefasst. Bodenbeschaffenheit, Stroheinstreu, Frischwasser, Futtertröge, Luftqualität und vieles mehr wurde überprüft. Hier der Bericht und ein kurzes Ergebnis:

82 % der Betriebe sind Mastställe, bei 18 % der Betriebe handelt es sich um gemischte Betriebe (Zucht und Mast). In 100 % der Betriebe haben die Schweine routinemäßig abgeschnittene Schwänze. In 95 % der Betriebe müssen Schweine unter absolut unhygienischen Bedingungen leben.

Es wurde bei allen Betrieben in mehreren Punkten durch den VgT Anzeige erstattet. Nach der Amtskontrolle wurden 13 Betriebe angezeigt, einer geschlossen.

Auch wenn andere Betriebe sich an die Mindestnorm halten, widersprechen diese für viele TierschützerInnen einer artgerechter Tierhaltung. Landesveterinär Erik Schmidt fordert die "Kennzeichnungspflicht der Tierhaltung": Die KonsumentInnen müssen informiert werden, wie das Tier, dessen Produkt sie kaufen, gehalten werden - so wie es bei Eiern bereits der Fall ist (Quelle: derStandard).


Die Forderungen des VgT:

- Kastenstände müssen verboten werden
- Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration und aller anderen schmerzhaften Eingriffe durch Laien ohne wirksame Betäubung und ohne Nachbehandlung der Schmerzen
- Vollspaltenböden müssen ausnahmslos verboten werden
- Verpflichtende Stroheinstreu im Liegebereich
- Mehr Platz für die Schweine

Dass auch Bio nicht immer das halten kann, was sich KonsumentInnen erwarten, zeigt ein Artikel der Zeitschrift Datum:

"Doch nach den Richtlinien von Bio Austria müsste sich ein Bio-Schweinestall gar nicht allzu sehr von einem konventionellen unterscheiden: Rund hundert Mastschweine mit jeweils rund 80 Kilo Gewicht dürfen auf eine Fläche von 110 Quadratmetern zusammengedrängt werden; suhlen, sonnen und galoppieren ist hier nicht angesagt. Auch nicht auf jenem 80 Quadratmeter großen betonierten Vorplatz, der sich „Auslauf“ nennt, von dem aber nur acht Quadratmeter nicht überdacht sind – und der den Schweinen nur an 180 Tagen im Jahr offen steht."

Weitere Informationen:

Vier Pfoten Österreich

Der Standard online
Vorarlberg online
(Interview mit Erik Schmid; Andreas Hagspiel - Obmann Schweinezuchtverband Vlbg. und einem Vertreter des VgT)
VgT (Fotos der Betriebe)


Sunnivah_

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