Sonntag, 10. Juli 2011

Ernährungssouveränität

Die Zeit ist reif für Ernährungssouveränität...

"Alle Menschen müssen essen. Das Recht auf Nahrung steht allen Menschen zu und doch wird es vielen verwehrt (...) Ernährungssouveränität ist eine wichtige Antwort von sozialen Bewegungen weltweit auf die soziale und ökologische Krise." (Broschüre Ernährungssouveränität)

Im Jahr 2007 fand in Mali das erste Nyeleni-Forum statt - dabei entstand folgende Broschüre (hier zum Download) über Ernährungssouveränität, die ich hiermit bekannt machen möchte. Anfang Juni gab es auf der Boku Wien Aktionstage zum Thema Ernährungssouveränität - so habe ich über das Thema erfahren und mich näher damit beschäftigt.

"Nyéléni ist eine Frau, die ihre Spuren in der Geschichte von Mali als eine Frau und als eine großartige Bäuerin hinterlassen hat. Sie steht für den Kampf um Ernährungssouveränität."

Von 16. bis 21. August findet das Nyeleni Europa Forum in Krems (Ö) statt.


Das Konzept der Ernährungssouveränität umfasst vieles, auf keinen Fall aber ist es kurzsichtig. Es geht vor allem um das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasst Nahrung, aber auch um die Achtung der Umwelt, Schutz vor schädlicher Ernährung, Selbstbestimmung, Widerstand und Zerschlagung derzeitiger Handels- und Produktionssystemen, Förderung bäuerlicher Landwirtschaft, transparentes Handeln, gerechtes Einkommen und vieles mehr:

"Ernährungssouveränität bildet und stützt neue soziale Beziehungen ohne Unterdrückung und Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, Völkern, ethnischen Gruppen, sozialen Klassen und Generationen."
(Nyeleni-Deklaration 2007)

Hier ein Überblick über das Inhaltsverzeichnis der Broschüre:

- Ernährungssouveränität: Globalize Struggle! Globalize Hope!
- KleinbäuerInnen ernähren die Welt
- Krisen, die imperiale Lebensweise und darüber hinaus

"...die Normalität des Autofahrens, der Billigflüge, des hohen Fleischkonsums und Energieverbrauchs. Solange diese nicht in Frage gestellt werden, sondern so getan wird, als könne mensch sie ökologisch modernisieren, wird sich die multiple Krise für einen großen Teil der Weltbevölkerung weiter verschärfen." (Markus Wissen)

- Für das Recht zu gehen und recht zu bleiben

"Wenn das Gold von Mali nach Europa geschafft wird, zirkuliert es frei, wenn das Petroleum aus Kongo oder das Uran aus dem Niger nach Europa soll, ist es plötzlich möglich, dass es frei zirkuliert! Wenn es um Coltan aus dem Kongo geht, um damit Computer zu bauen, ja dann kommt es ohne Probleme nach Europa, selbst in die USA kommt es! Nur die Menschen können sich nicht frei bewegen." (Victor Nzuzi)

- Der Preis der flaschen Spielregeln
- Super Markt?

"In Österreich kontrollieren die drei größten Supermarktketten 80% des Marktes (Rewe, Spar, Hofer). Österreich gehört zu jenen europäischen Ländern mit der höchsten Supermarkt-Dichte pro Einwohner." (Aktionsnetzwerk Supermärkte)

- CSA - Gemeinsam solidarisch landwirtschaften
- Zwischen Karotten, Widerstand und Autonomie
- ...und in der Stadt?
- 6 Prinzipien der Ernährungssouveränität

1. Vorrang für die Ernährung der Bevölkerung
2. Wertschätzung der LebensmittelherstellerInnen
3. Etablierung von lokalen Produktonssystemen
4. Stärkung der lokalen Kontrolle
5. Der Aufbau von Wissen und Fertigkeiten
6. Arbeit mit der Natur
(Buch "Ernährungssouveränität")

- Not only Gaps in the Gap
- Gleiche Rechte am Bauernhof?!
- Biologische Landwirtschaft = Bäuerliche Landwirtschaft?

"Die zunehmenden Futtermittelimporte führten zu überhöhten Tierbeständen, deren Mist und Gülle die knappen Felder und Wiesen überdüngten. Auch im Biolandbau ist die Abhängigkeit von Futtermittelimporten augenscheinlich (... ) Das dio Bio-Hilfsstoffliste mittlerweile 115 Seiten umfasst und problemlos auch Produkte von Syngenta und Bayer gefunden werden können, wirft weitere Fragen auf." (Reto Sonderegger, Argentinien)

- Es rappelt im Karton der Festung
- Literatur, Links, Kontakte


(Quelle: Much Unterleitner
Broschüre Ernährungssouveränität, Seite 16)

Hier noch ein paar Links zur Vertiefung des Themas:

ÖBV: via campesina austria
Agrar Attac
Karawane für Bewegungsfreiheit
Commons: Homepage von Brigitta Kratzwald
Bioparadeis: Food Corp in Wien
d'Speis: Food Corp in Wien
Reclaim the fields
Guerilla Gardening Wien

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Also ich würde sagen: ja eindeutig, die Zeit ist (über)reif für Ernährungssouveränität

Sunnivah_

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