Samstag, 14. Mai 2011

Bisphenol A

Da ich bald Tante werde, muss ich mich wieder einmal mit dem leidigen Thema Plastik auseinandersetzen und zwar Plastikbabyflaschen und das im Plastik enthaltene giftige Bisphenol A, das im Tierversuch schon nachweislich zu Unfruchtbarkeit geführt hat.

Hier gibt es einen Bericht des ARD aus dem Jahr 2010. Ab Minute 4:10 eine Statement aus Österreich: Bisphenol A soll aus Babyflaschen und Schnullern verbannt werden.

“Wenn sich die EU trotz Zuständigkeit nicht bewegt, werde ich ein nationales Verbot aussprechen”, kündigt Gesundheitsminister Alois Stöger an.


(Foto: Global 2000)

Trotz der schädlichen Wirkungen, die in Tierversuchen nachgewiesen wurden, dauern die Verbote in den einzelnen Ländern immer noch Jahre. Die Gesundheit der Bevölkerung scheint dabei eine Nebenrolle zu spielen. In Kanada wurde Bisphenol A schon im Jahr 2008 als "gefährliche Substanz" eingestuft. Die EFSA hingegen setzte die tägliche Höchstgrenze nach oben:

Hier ein Auszug aus einem Bericht (weltonline):

Demgegenüber hatte die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa im vergangenen Jahr die Grenzwerte für BPA in Lebensmittelverpackungen auf das Fünffache heraufgesetzt. Bis dato sollte ein Mensch täglich höchstens zehn Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, inzwischen dürfen es 50 Mikrogramm sein. Die Efsa stützte sich bei ihrer Entscheidung vor allem auf eine neue Zwei-Generationen-Studie an Ratten, die jedoch nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" von der Industrie finanziert wurde und bislang nicht publiziert ist.

Einfluss von Geldgebern auf Studienergebnisse

Welchen Einfluss der Geldgeber auf das Studienergebnis hat, führte kürzlich der Toxikologe Frederick vom Saal von der University of Missouri vor: Von 163 Studien, die bis November 2006 veröffentlicht waren, wiesen 138 der 152 öffentlich finanzierten Arbeiten auf gesundheitliche Schäden hin. Die elf industriell gesponserten fanden keine negativen Wirkungen. Die Efsa hält viele BPA-Wirkungen, die sich bei Tieren ergeben, für unerheblich: zum Beispiel wenn sich das Gewicht einzelner Organe geringfügig ändert, wenn Hormonhaushalt oder Gewebeaufbau abweichen oder sich der Zeitpunkt der Geschlechtsreife verschiebt. Es sei nicht klar, so die Efsa, ob so etwas tatsächlich schade.

(Artikel aus dem Jahr 2008)

aktueller Stand:

Nach jahrelangem Tauziehen hat sich die EU zu einem Verbot des hormonaktiven Stoffes Bisphenol A (BPA) in Babyflaschen durchgerungen. Ab 1. Juni 2011 dürfen solche Produkte nicht mehr verkauft werden. In Österreich wird sich das Verbot auch auf Schnuller und Beißringe erstrecken. BPA steht im Verdacht, unfruchtbar zu machen, die Gehirnentwicklung zu schädigen und Brustkrebs auszulösen.

Einer kürzlich publizierten Studie zufolge bauen Kinder BPA außerdem wesentlich langsamer ab als Erwachsene. Noch Ende September hatte die als industrienah kritisierte EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die in Babyartikeln enthaltenen Mengen von BPA als unbedenklich eingestuft. Doch das EU-Parlament und eine wachsende Zahl von Mitgliedsländern (darunter Österreich) hatten sich für ein Verbot ausgesprochen. Bereits heute sind BPA-freie Produkte auf dem Markt – achten Sie auf die Kennzeichnung „ohne BPA“ oder „BPA free“.

(Quelle: konsument.at)

Die Entscheidung der EU Bisphenol A in Babyflaschen zu verbieten, wird jedoch mit dem Vorsorgeprinzip argumentiert, nicht mit einem möglichen Risiko: siehe derStandard.at.

Auch wenn nichts 100 % erwiesen ist, zeigen doch viele Studien die sehr erschreckenden "Nebenwirkungen" von Bisphenol A auf - Grund genug diesen Stoff für immer zu verbannen:

Risiko auch für Erwachsene (sueddeutsche.de)

To ban or not to ban (Frederick vom Saal)

Lustkiller BPA? (Global 2000)

Studie: Bisphenol A macht Spermien kaputt (aerztezeitung.de)

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Wo steckt BPA überall drin (Global 2000)

Bisphenol-A Website

Laut Global 2000 sind Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC) unbedingt zu vermeiden. Dazu gibt es ein sehr gutes PDF-Informationsblatt, beispielsweise mit dem jeweiligen Recyclingcode des Stoffes:

http://www.global2000.at/module/media/data/global2000.at_de/content/Plastic_Planet/PlastikInformation.pdf_me/PlastikInformation.pdf

Hier Alternativen für die Babyflasche:

"ohne BPA"-Kennzeichnung beachten (konsument.at)
Beratung bietet www.kind.umweltberatung.at
Edelstahl Babyflaschen
Babyflasche aus Glas


Es ist auf jeden Fall zu raten kein Risiko einzugehen, die einzelnen Studien sprechen für sich. Also lieber vorausschauend auf Bisphenol A verzichten - Alternativen gibt es genug.

Sunnivah_

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