Freitag, 27. Mai 2011

Barcelona, Plaza Catalunya




Fotostream auf flickr

Bericht auf derStandard.at

1000 Jahre Haft: 12 Jahre Operation Spring

Genau vor 12 Jahren - am 27. Mai 1999 stürmten 850 Exekutivbeamte Wohnungen, Pensionen und Asylheime in Wien, Graz, Linz und St. Pölten. Allein in Wien waren 400 Sicherheitsbeamte und 120 Kriminalbeamte im Einsatz. Es wurden mehr als hundert Menschen verhafteten, in der Mehrzahl Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern: das war die sogenannte "Operation Spring".

In der Zwischenzeit sind zwar viele Jahre vergangen, aber vergessen sind die Ereignisse sicher noch nicht!

Dieser „Razzia“ gingen einige Geschehnisse voraus, die im unmittelbaren Zusammenhang stehen:

Ende der 90er Jahre etablierte sich im europäischen Kontext ein neues Feindbild in Österreich: Der afrikanische Drogendealer, der sich international mit anderen Kartellen vernetzt und unsere unschuldigen weißen Kinder vergiftet. AfrikanerInnen waren verstärkt Kontrollen und Übergriffen ausgesetzt. Ahmed F. aus dem Sudan war bei einer dieser Kontrollen getötet worden. Eine große Demonstration gegen die rassistische Polizeigewalt verhinderte nicht, dass es weitere Tote gab.

Am 1. Mai 1999 starb der Nigerianer Marcus Omofuma an Bord eines Passagierflugzeugs während seiner Abschiebung.

(Quelle: www.no-rasicm.net)

Die Polizei hatte Marcus Omofuma während des Abschiebefluges gefesselt, geknebelt, verschnürt und schlussendlich ersticken lassen. Sein Tod führte zur größten Protestbewegung afrikanischer MigrantInnen und Flüchtlingen in Österreich. Wenige Tage später wurde die „Plattform für eine Welt ohne Rassismus“ gegründet.

Am 19. März fand unter dem Slogan „Stoppt den rassistischen Polizeiterror” eine große Demonstration statt. „Es war dies das erste Mal in der österreichischen Geschichte, dass Schwarze kollektiv politisch auftraten und die Stimme zum Protest gegen die Missachtung ihrer Rechte in diesem Lande erhoben. In noch nie da gewesenem Ausma§ wurden an diesem Tag Schwarze Menschen auf breiter Ebene mobilisiert, auf die Strasse zu gehen.” (Statement der Community)

(Quelle: 1000 Jahre Haft - Das Buch der GEMMI, Seite 30)

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Die „Operation Spring“ war die größte kriminalpolizeiliche Aktion seit 1945 und es war der erste Einsatz des Großen Lauschangriffs. Sie wurde öffentlich gut vorbereitet. Medien, PolitikerInnen und die Exekutive arbeiten zusammen.

Es ist kein Zufall, dass bei der „Operation Spring“ genau jene Afrikaner verhaftet wurden, die vordergründig mit der Organisation der Protestbewegung gegen rassistische Polizeigewalt zu tun hatten. Allen voran erlangte Obiora C-Ik Ofoedu als „Drogenboss Charles O.“ österreichweite Berühmtheit. Er ist Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist aus Nigeria. Seine Erlebnisse schildert er in dem Buch „Morgengrauen“, hier ein kurzer Auszug:

Ich betrachte meine Verhaftung als einen gezielten Versuch, meine politischen Bemühungen als Menschenrechtsaktivist zunichte zu machen, und damit absurderweise gleichzeitig auch meine Anstrengungen, mit dem African Community Netzwerk einen Kreuzzug gegen afrikanischen Drogenhandel zu beginnen, nachdem der Fall Omofuma zu einem Ende gebracht wäre. Es war völlig offensichtlich, dass man mich in diesem Land einfach nicht wollte. (…) Meine letzten Gedanken, bevor mich der Schlaf endlich holte, waren, ob es irgendwie möglich wäre, meine Träume für eine friedliches Zusammenleben von schwarz und weiß in Österreich mit denen zu teilen, die von sich behaupteten, gute Christen zu sein – und gleichzeitig die übelsten Rassisten waren.“ (Seite 122f)

Der schwer widerlegbare Vorwurf an die beschuldigten Personen lautete: „Verkauf einer nicht mehr feststellbaren, jedenfalls aber großen Menge Heroin und Kokain an unbekannt gebliebene Endabnehmer“.

„Wer dieses Buch liest, wird sein Verhältnis zum österreichischen Rechtsstaat überdenken müssen“, meinte Marco Smoliner, Major der Wiener Polizei – vermutlich der einzige Polizist, der sich zu dieser Geschichte kritisch äußerte. Er schrieb das Vorwort zu „Morgengrauen.“

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Mit dem Dokumentarfilm „Operation Spring“ schafften Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber im Jahr 2005 eine kritische Hinterfragung der ganzen Aktion:


Watch Operation_Spring.avi in Educational & How-To | View More Free Videos Online at Veoh.com

In einem Interview mit der Austrian Film Commission meinten die FilmemacherInnen:

AFN: Diese Recherche wirft viele Fragen zu unserem Rechtssystem auf?

Angelika Schuster: Was mich schockiert hat, war der Eindruck, alle wissen, dass bei den neuen Ermittlungsmethoden viel schief gelaufen ist, reden auch offen mit uns darüber und es gab aber keine Konsequenzen. Die Frage - ist es bei diesen Verfahren fair zugegangen - zieht sich durch den ganzen Film.

AFN: Das Thema spricht einen sehr bedenklichen Umgang mit der Wahrheit an, als Dokumentarfilmer wart ihr jedoch ebenso mit der Frage - wie gehe ich mit der Wahrheit um - konfrontiert.

Tristan Sindelgruber: Die Frage nach der Wahrheit gleitet immer sehr rasch in eine Frage nach Schuld und nicht Schuld. Wir waren nicht daran interessiert, individuelle Schuld oder Unschuld herauszufinden. Wir wollten nachschauen, was die Polizei und die Justiz veranlasst hat, zu ihren Schlussfolgerungen zu kommen und welche Verbindungen es zwischen den Fällen gibt. Welche Beweise hat es gegeben, wie schauen die Urteile aus. Unser Prinzip war, uns das in Ruhe anzuschauen, und durch den Film zur Diskussion zu stellen.

Hier ist das gesamte Interview zum Nachlesen.

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Briefe aus der U-Haft von Emmanuel Chukwujekwu: hier

10 Jahre später (die Presse)

Bericht einer Prozessbeobachtung

Es gab sehr demütigende Szenen in den Verhandlungssälen, schreiende, weinende und kniende Gefangene, die um Gnade bettelten, und über die wurden von der Richterbank aus zynische Witze gemacht. Oft konnten wir hören, wie sich Richter und Staatsanwalt während und nach einem dieser Schauprozesse über ganz belanglose Dinge wie Mittagessen oder über Urlaube unterhielten, gleich nachdem sie das Leben eines/r Gefangenen zerstört hatten, ganz selbstzufrieden und entspannt.


(Quelle: 1000 Jahre Haft - Das Buch der GEMMI, Seite
45)

Und
was wurde eigentlich aus den drei Polizisten die an Omofumas Tod die Schuld trugen?

März 2002: Geplanter Beginn des Strafprozesses am Landesgericht Korneuburg. Die drei Polizisten wurden der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen für schuldig befunden. Das Strafmaß von acht Monaten bedingt unter einer Probezeit von drei Jahren ermöglichte den Verurteilten eine Weiterbeschäftigung als Polizeibeamte. Ihre Suspendierung vom Dienst wurde am 5. Mai 2001 - also bereits Monate vor der ersten Hauptverhandlung - aufgehoben.

(Quelle: www.afrikanet.info)


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Im Gerichtssaal findet keine Politik statt.”

Die Farbe der Macht im Gerichtssaal

ist oft weiß.

Die Farbe der Ohnmacht im Gerichtssaal

ist oft schwarz.

Aber die am stärksten veränderliche Größe,

die die Macht im Gerichtssaal bestimmt,

ist die Farbe grün -

die Farbe des Geldes,die Farbe des Reichtums

(Mumia Abu Jamal)


Dienstag, 24. Mai 2011

50 Jahre Amnesty International



Seit 50 Jahren leisten gewöhnliche Menschen Außergewöhnliches.
Auch Du kannst Großes bewegen.

Homepage: 50 Jahre Amnesty International

The forgotten prisoners: wie alles begann...

Sonntag, 22. Mai 2011

ERDgespräche 2011

Am 24. Mai 2011 finden in der Wiener Hofburg wieder die internationalen ERDgespräche statt. Seit 2008 gibt es sie und wurden von Angie Rattay ins Leben gerufen. Ein Jahr zuvor illustrierte die Grafikdesignerin die "Gebrauchsinformation für den Planeten Erde".

www.erdgespraeche.net


Sprecher bei den ERDgespräche 2011:

- Cameron Sinclair (GBR/USA)
gründete 1999 gemeinsam mit Kate Stohr die Organisation Architecture for Humanity (afH) und 2006 das Open Architecture Network (OAN) - beide Organisationen verfügen über ein Netzwerk von mehr als 40.000 ExpertInnen in 25 Ländern und beteiligen sich an Hilfsprojekten in Burma, Haiti und Pakistan.

- Ledum Mitee (Nigeria)
ist seit 1995 Präsident vom "Movement for the Survival of Ogoni Peple" (MOSOP) und kämpft für die REchte der rund 500.000 Ogonis im ölverseuchten Nigerdelta.

- Andreas Graf von Bernstorff (GER)
kämpft seit den 70er Jahren gegen das Endlager in Gorleben. Er besitzt 600 Hektar Waldfläche über dem Salzstock von Gorleben

- Yann Arthus Bertrand (FRA)
während seines dreijährigen Kenia-Aufenthalts entdeckte er seine Leidenschaft zur Naturfotografie und dokumentiert seither die Welt von oben. 1999 publizierte er seine Arbeit in der Ausstellung und dem Buch Die Erde von oben. Sein jüngstes Werk ist der Film HOME.


HOME ist ein kräftiges Plädoyer für den Umweltschutz und ist der weltweit erste Film, der ausschließlich aus der Luft gedreht wurde. Hier die Homepage zum Film und hier der Film auf YouTube.

Zeitschrift ERDnachrichten 2011


Hier ist noch eine genauere Erklärung zum Projekt "Gebrauchsinformation für den Planeten Erde" (derStandard.at):

Beipacktexte für den Patienten Erde

Wien - Die Packerln sehen aus wie eine Medizin aus der Apotheke - doch der Patient, der mithilfe der "Beipacktexte" behandelt werden soll, ist unser Planet. Die "Gebrauchsinformation für den Planeten Erde" wurde 2007 von der Wiener Grafikdesignerin Angie Rattay auf den Markt gebracht: Auf vier Beipackzetteln illustriert sie, woran es auf unserer Erde krankt. Jeder Zettel ist einer Sphäre gewidmet: Der Atmosphäre, der Biosphäre, der Hydrosphäre sowie der Litho- und Pedosphäre.

Die Informationen in diesen Texten sollen jeden Einzelnen anregen, mit - und nicht auf Kosten der Umwelt zu leben. Rattay bietet darin anschauliche Beispiele, konkrete Tipps und appelliert: "Das verordnete Mittel für einen gesunden Planeten ist die menschliche Vernunft. Die Dosierung liegt in unseren Händen."

Wobei Rattay schon beim eigenen Projekt begann: Die Gebrauchsinformationen werden ausschließlich auf FSC-zertifizierten Papieren, mit Pflanzenölfarben klimaneutral gedruckt.

Rattays Gebrauchsinformationen wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet - und inzwischen wurden mehr als 100.000 Schachteln verteilt. Für die Verteilung gründete Rattay den Verein Neongreen Network - die Beipacktexte werden auch bei den ERDgesprächen aufliegen. (frei, DER STANDARD; Printausgabe, 18.5.2011)

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Die Homepage dazu lautet www.neongreen.net

Sunnivah_

Donnerstag, 19. Mai 2011

Sind die Tage von Ronald McDonald gezählt?

US-Ärzte wollen Ronald McDonald an den Kragen

Im Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern wollen Hunderte Ärzte in den USA nun dem Maskottchen der Burgerkette McDonald's, Ronald McDonald, an den Kragen. In einem am Mittwoch in allen großen Zeitungen des Landes erschienenen offenen Brief forderten sie den Fast-Food-Konzern auf, neben den Spielzeugen zu den Kindermenüs künftig auch auf den berühmten Clown zu verzichten.

Ronald McDonald ermutige ebenso wie die Spielzeuge bei den Happy Meals zu einer ungesunden Ernährungsweise, heißt es in dem einen Tag vor dem jährlichen Treffen der Konzernspitze veröffentlichten Schreiben weiter. Der Brief ist Teil einer Kampagne der gemeinnützigen Organisation Corporate Accountability International, die durch ihren erfolgreichen Kampf gegen das Zigarettenkamel Joe Camel berühmt wurde.

McDonald's verteidigte sein Maskottchen, das nun schon seit Jahrzehnten als kinderfreundlicher Sprecher des Unternehmens auftritt. "Als Gesicht der Ronald McDonald House Charities", dem karitativen Zweig des Konzerns, sei der Clown auch "Botschafter des Guten und überbringt den Kindern wichtige Botschaften zu den Themen Sicherheit, Bildung und einer ausgewogenen, aktiven Lebensweise", erklärte der Konzern. Er versicherte, die Happy Meals böten ein "qualitativ hochwertiges und ausgewogenes" Essen, dessen Portionen auf den Bedarf von Kindern ausgelegt seien.

(Quelle: APA)

Samstag, 14. Mai 2011

Bisphenol A

Da ich bald Tante werde, muss ich mich wieder einmal mit dem leidigen Thema Plastik auseinandersetzen und zwar Plastikbabyflaschen und das im Plastik enthaltene giftige Bisphenol A, das im Tierversuch schon nachweislich zu Unfruchtbarkeit geführt hat.

Hier gibt es einen Bericht des ARD aus dem Jahr 2010. Ab Minute 4:10 eine Statement aus Österreich: Bisphenol A soll aus Babyflaschen und Schnullern verbannt werden.

“Wenn sich die EU trotz Zuständigkeit nicht bewegt, werde ich ein nationales Verbot aussprechen”, kündigt Gesundheitsminister Alois Stöger an.


(Foto: Global 2000)

Trotz der schädlichen Wirkungen, die in Tierversuchen nachgewiesen wurden, dauern die Verbote in den einzelnen Ländern immer noch Jahre. Die Gesundheit der Bevölkerung scheint dabei eine Nebenrolle zu spielen. In Kanada wurde Bisphenol A schon im Jahr 2008 als "gefährliche Substanz" eingestuft. Die EFSA hingegen setzte die tägliche Höchstgrenze nach oben:

Hier ein Auszug aus einem Bericht (weltonline):

Demgegenüber hatte die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa im vergangenen Jahr die Grenzwerte für BPA in Lebensmittelverpackungen auf das Fünffache heraufgesetzt. Bis dato sollte ein Mensch täglich höchstens zehn Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, inzwischen dürfen es 50 Mikrogramm sein. Die Efsa stützte sich bei ihrer Entscheidung vor allem auf eine neue Zwei-Generationen-Studie an Ratten, die jedoch nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" von der Industrie finanziert wurde und bislang nicht publiziert ist.

Einfluss von Geldgebern auf Studienergebnisse

Welchen Einfluss der Geldgeber auf das Studienergebnis hat, führte kürzlich der Toxikologe Frederick vom Saal von der University of Missouri vor: Von 163 Studien, die bis November 2006 veröffentlicht waren, wiesen 138 der 152 öffentlich finanzierten Arbeiten auf gesundheitliche Schäden hin. Die elf industriell gesponserten fanden keine negativen Wirkungen. Die Efsa hält viele BPA-Wirkungen, die sich bei Tieren ergeben, für unerheblich: zum Beispiel wenn sich das Gewicht einzelner Organe geringfügig ändert, wenn Hormonhaushalt oder Gewebeaufbau abweichen oder sich der Zeitpunkt der Geschlechtsreife verschiebt. Es sei nicht klar, so die Efsa, ob so etwas tatsächlich schade.

(Artikel aus dem Jahr 2008)

aktueller Stand:

Nach jahrelangem Tauziehen hat sich die EU zu einem Verbot des hormonaktiven Stoffes Bisphenol A (BPA) in Babyflaschen durchgerungen. Ab 1. Juni 2011 dürfen solche Produkte nicht mehr verkauft werden. In Österreich wird sich das Verbot auch auf Schnuller und Beißringe erstrecken. BPA steht im Verdacht, unfruchtbar zu machen, die Gehirnentwicklung zu schädigen und Brustkrebs auszulösen.

Einer kürzlich publizierten Studie zufolge bauen Kinder BPA außerdem wesentlich langsamer ab als Erwachsene. Noch Ende September hatte die als industrienah kritisierte EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die in Babyartikeln enthaltenen Mengen von BPA als unbedenklich eingestuft. Doch das EU-Parlament und eine wachsende Zahl von Mitgliedsländern (darunter Österreich) hatten sich für ein Verbot ausgesprochen. Bereits heute sind BPA-freie Produkte auf dem Markt – achten Sie auf die Kennzeichnung „ohne BPA“ oder „BPA free“.

(Quelle: konsument.at)

Die Entscheidung der EU Bisphenol A in Babyflaschen zu verbieten, wird jedoch mit dem Vorsorgeprinzip argumentiert, nicht mit einem möglichen Risiko: siehe derStandard.at.

Auch wenn nichts 100 % erwiesen ist, zeigen doch viele Studien die sehr erschreckenden "Nebenwirkungen" von Bisphenol A auf - Grund genug diesen Stoff für immer zu verbannen:

Risiko auch für Erwachsene (sueddeutsche.de)

To ban or not to ban (Frederick vom Saal)

Lustkiller BPA? (Global 2000)

Studie: Bisphenol A macht Spermien kaputt (aerztezeitung.de)

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Wo steckt BPA überall drin (Global 2000)

Bisphenol-A Website

Laut Global 2000 sind Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC) unbedingt zu vermeiden. Dazu gibt es ein sehr gutes PDF-Informationsblatt, beispielsweise mit dem jeweiligen Recyclingcode des Stoffes:

http://www.global2000.at/module/media/data/global2000.at_de/content/Plastic_Planet/PlastikInformation.pdf_me/PlastikInformation.pdf

Hier Alternativen für die Babyflasche:

"ohne BPA"-Kennzeichnung beachten (konsument.at)
Beratung bietet www.kind.umweltberatung.at
Edelstahl Babyflaschen
Babyflasche aus Glas


Es ist auf jeden Fall zu raten kein Risiko einzugehen, die einzelnen Studien sprechen für sich. Also lieber vorausschauend auf Bisphenol A verzichten - Alternativen gibt es genug.

Sunnivah_

Montag, 9. Mai 2011

Nato ließ dutzende Bootsflüchtlinge auf offenem Meer verdursten

Nach einem Bericht des "Guardian" – Einsatzkräfte sollen trotz Kontakt mit Boot Flüchtlinge ignoriert haben

Wie der Guardian berichtet, sollen Einsatzkräfte der Nato im März und April ein steuerloses Boot mit 72 Flüchtlingen auf offener See ihrem Schicksal überlassen haben. Zwar lösten die italienische Küstenwache und Flug- bzw. Marine-Einheiten der Nato Alarm aus, nachdem sie Funkkontakt mit dem Boot aufgenommen hatten, auf Rettung warteten die Insassen aber vergeblich. Bis auf zehn Flüchtlinge verhungerten oder verdursteten alle Menschen an Bord.

Das Boot legte am 25. März in der libyschen Hauptstadt Tripolis ab, der Kapitän verlor jedoch nach etwa 18 Stunden den Kurs auf die angesteuerte italienische Insel Lampedusa. Anfangs suchten die Flüchtlinge noch per Satellitentelefon Hilfe bei einem Priester in Rom, der die Notlage auch an die Behörden weiterleitete. Die Hilfe erschien in Form eines Nato-Hubschraubers, der Trinkwasser und Essensrationen abseilte und die Besatzung anwies, ihre Position zu halten, bis weitere Hilfe eintrifft.

Zwei Wochen auf hoher See

Diese blieb jedoch bis auf zwei Militärflieger, die das Boot in geringer Höhe überflogen, aus; nachdem der Treibstoffvorrat zur Neige gegangen war, trieb das Boot ohne Steuermöglichkeit zwei Wochen lang auf dem offenen Mittelmeer. Als es am 10. April nahe der libyschen Stadt Zlitan angeschwemmt wurde, waren noch 11 der ursprünglich 72 Insassen am Leben. Ein weiterer starb unmittelbar nach der Ankunft.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge stammte aus Äthiopien, zwanzig weibliche Insassen und zwei Kleinkinder waren an Bord. Nato-Sprecherin Carmen Romero sagte zu dem Fall: "Wir sehen uns die Behauptungen des Guardian genau an und können hoffentlich bald Näheres sagen. Alle Nato-Kräfte sind sich voll und ganz bewusst, welche Verantwortung sie gegenüber der Sicherheit von Menschenleben auf hoher See haben."

(red, derStandard.at, 9.5.2011)

Freitag, 6. Mai 2011

Viel Luft in der Tüte

Das wir beim Kauf von Lebensmittel oft ziemlich viel Luft mitkaufen, ist uns als KonsumentIn irgendwie ja doch bewusst - wie viel genau es aber wirklich ist, zeigt jetzt eine schön anschauliche Studie der Verbraucherzentrale Hamburg: "Viel Luft in der Tüte".


Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse "Röntgenblick in Lebensmittelpackungen"

Von 30 untersuchten Proben hatten 23 mehr als 30 Prozent Luftanteil, 9 davon sogar mehr als 60 Prozent. Der Durchschnitt lag bei knapp 52 Prozent. 30 Prozent Luftanteil gelten als Richtmaß zur Beurteilung von Luftpackungen. Bei höheren Werten ist von Mogelpackungen auszugehen, es sei denn der Freiraum ist produktbedingt oder technisch unumgänglich. Dies war aber bei den Proben nicht erkennbar. Die Verpackungsgestaltung ist ein wichtiges Marketinginstrument, die Größe von Verpackungen hat oft entscheidenden Einfluss auf das Kaufverhalten.

Luftpackungen wirken sich nach Überzeugung der Verbraucherzentrale negativ auf die Umwelt aus. Ressourcen würden verschwendet, überflüssiger Verpackungsmüll werde produziert und der Transport der Lebensmittel werde weniger effizient. An die Füllmenge angepasste Packungen könnten deshalb einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Zwei weitere Warengruppen, die nicht untersucht wurden, über die sich aber viele Verbraucher bei der Verbraucherzentrale beschweren, sind Tee in Teebeuteln und Kosmetika. Häufig sind Hohlräume oder doppelte Böden in den Verpackungen von Kosmetika vorhanden. Sind Tiegel zusätzlich in Umverpackungen wie Pappschachteln abgepackt, sind diese oft grundlos überdimensioniert. Leider sind die gesetzlichen Vorgaben für Kosmetika so lasch, dass solchen Luftpackungen Tür und Tor geöffnet ist. Eine Innenpackung (Tiegel, Tube etc.) darf beispielsweise je nach Gewicht bis zu dreimal so groß sein wie die Füllmenge.

(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg, Stand 5. Mai 2011)

Die Top 3:

Nimm 2 Lolly (80g): 90 % Luft
Fisherman’s Friend (3 x 20 g): 88 % Luft
Reiskugeln „Curry“ (125 g): 75 % Luft

Hier die Tabelle

Artikel in derStandard.at


So teuer kann Luft also sein - na dann viel Spaß beim nächsten (Luft-)einkauf,
Sunnivah_

Dienstag, 3. Mai 2011

Osama vs. Obama

Osama bin Laden ist tot - diese Nachricht hat wohl schon die ganze Welt erreicht. Viele Länder begrüßen sein Ermodung und sind erleichtert. Aber wer hinterfragt eigentlich die Tatsache, dass selbst die USA nicht das Recht hat, einen Feind vorsätzlich zu ermorden? Auch wenn wir es wohl nie erfahren werden, ob Osama bin Laden vorsätzlich oder unabsichtlich in einem Tumult erschossen wurde...
...zumindest liest man überall nur noch von der "Kill-Mission"

Auch der Blog "Unser Blog über die wichtigen Dinge im Leben!" beschäftigt sich mit dieser Frage: Das Töten eines Feindes - Welches Gesetz deckt die Erschießung Bin Ladens?

Hier einige Medien, die sich dieser Thematik angenommen haben:

- Durften die? (stern.de)
- Freude über Bin Ladens Tod ist ethisch gerechtfertigt (SR/DRS)
- Gerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit (derStandard.at):

Faktum bleibt aber, dass in den ersten sensationslüsternen Meldungen und bemühten Kommentaren die Tötung eines Menschen von einem Friedensnobelpreisträger als außenpolitischer Erfolg der USA gefeiert wird und die Empörung darüber weitgehend ausbleibt. "Osama Bin Laden ist verhaftet und wird sich in weiterer Folge vor einem unabhängigen Gericht für seine Verbrechen verantworten müssen" mag sich nicht so sensationell anhören wie "Bin Laden ist tot". (Mascha Dabić, Olivera Stajić, 03. Mai 2011)

- "Wer hätte gegen Bin Laden einen Prozess führen sollen?" (derStandard.at)
- Theologen kritisieren Jubel über Tod bin Ladens (24pr)

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Eine lustige Geschichte im Zusammenhang mit dem Tod OSamas ist die Verwechslung vieler Medien mit OBama - ein Buchstabe macht den Unterschied:

siehe Kobuk: Obama und Osama - Zwei Männer und ein Buchstabe
Auch auf das aufgetauchte Foto des Ermordeten fielen viele Medien herein: Fake-Foto

Der US-Präsident ist natürlich nicht tot...
Sunnivah_