Sonntag, 17. April 2011

Il corpo delle donne

Fast täglich sind wir diesen Bildern ausgesetzte: auf Plakatwänden, in Zeitschriften, im Internet oder im Fernsehen - der "perfekte" Körper der Frau. Perfekt gestylt, "Idealmaße", immer lächelnd, keine Falten.

Dieses Bild wird uns durch sämtliche Medien vermittelt, es fällt vermutlich gar nicht mehr auf, so alltäglich ist es. Fakt ist auch: viele junge Mädchen treibt dieser Körperwahn in die Magersucht oder Depression. Es ist ein unrealistisches Bild, die Frau wird zum Lustobjekt degradiert, der Körper ist alles was zählt...

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Initiative S-O-ESS
Watchgroup gegen sexistische Werbung
Sexistische Werbung in Italien wird der Kampf angesagt (handelsblatt.com)

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Verglichen mit Italien sind Fernsehsendungen in Österreich noch harmlos: Die Filmemacherin Lorella Zanardo vergleicht das italienische Hauptfernsehprogramm mit einem Porno und hat sich diesem Thema in einer Dokumentation gewidmet: Il corpo delle donne

Die 24-minütige Dokumentation zeigt viele Ausschnitte aus dem italienischen Fernsehen und stellt die Frage, warum sich die Frauen nicht dagegen wehren, nur als Sexobjekt oder Dekogegenstand zu fungieren. "Warum präsentieren wir uns nicht in unserer Wahrheit?" fragt Zanardo.
Hier zur deutschen Fassung und hier ein Beitrag des ZDFs zum Thema.

"Wenn ich älter werde, offenbare ich meinen Charakter: ich meine damit alles was ich erlebt habe, was mein Gesicht geformt hat. Gesicht bedeute "faccia", weil ich es forme mit den Gewohnheiten, die ich im Leben erworben habe, die Freundschaften, die ich mir gegönnt habe, die Schwerpunkte die ich mir gegeben habe, die Ziele die ich verfolgt habe, die Lieben, die ich getroffen und geträumt habe, die Kinder die ich gezeugt habe."
(Zitat aus der Dokumentation)

Die Kritik der Dokumentation richtet sich auch gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Gegen seinen Ministerinnenharem und seine Sexskandale - es wurde eine Grenze erreicht. "Du raubst uns Würde und Kultur", so die DemonstrantInnen. "Italien ist kein Bordell" lautete das Motto der Frauendemonstrationen im Februar 2011.

(Foto: dpa)

"Jahrelang glaube ich, das Fernsehen gehe mich nichts an und es ginge auch die Millionen von arbeitenden Frauen nichts an, die engagiert sind und ein Ziel im Leben verfolgen. Aber diese Bilder springen vom TV über in unsere Häuser, füttern unsere Fantasien, besetzen die Augen unserer Kinder und befallen die Welt", um es mit den Worten von Lorella Zanardo zu sagen.

Sunnivah_

Nachtrag: Das Thema wurde von konsumpf.de aufgenommen, was mich besonders freut: siehe hier

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