Freitag, 15. April 2011

Eintagsküken

Eintagsküken als Abfallprodukt in der Hochleistungszucht: Millionen männliche Küken enden im Häcksler oder werden erstickt

Tierfreunde wissen so etwas: Es gibt nicht nur Eintagsfliegen, sondern auch Eintagsküken. Während der Eintagsfliege, wie der Name schon sagt, von Natur aus ein ziemlich kurzes Leben beschieden ist, fallen die Eintagsküken quasi als Abfallprodukt in der Hochleistungszucht an. In Deutschland haben jährlich rund 40 Millionen Küken - europaweit soll die Zahl bei 300 Millionen liegen - direkt nach dem Schlüpfen ihr Leben schon wieder verwirkt. "Eintagsküken zählen zu den großen dunklen Löchern der landwirtschaftlichen Nutztierethikdiskussion", sagt Reinhard Geßl vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl). Die Konsumenten hätten keine Ahnung, dass in Österreich für die 7,8 Millionen Legehennen ebenso viele männliche Eintagesküken sterben müssen, ist Geßl überzeugt. Während die weiblichen Küken in den Zuchtbetrieben in die Versandbox "wandern", geht es mit den männlichen ab in den Tod. In eine Kiste, in der sie mit Gas erstickt oder mit einem Häcksler zerstückelt werden, einige enden auch als Schlangen-Futter für den Zoo.
(Regina Bruckner, derStandard.at, 15.4.2011)

Hier den gesamten Bericht auf derStandard.at lesen.

Die schweizer Nutztierschutzorganisation "KAG Freiland" erhielt vor einigen Jahren die Erlaubnis in einem Betrieb, den sie nicht bekanntgeben dürfen, eine Filmdokumentation zu machen:

Der Film "Tiere sind keine Wegwerfware" ist hier verlinkt.


Gerade jetzt vor Ostern sollte die Legehennen-Industrie genauer unter die Lupe genommen werden. KonsumtInnenaufklärung spielt dabei eine wichtige Rolle:

Informationen über Qualitäts- und Vermarktungsnormen für Eier
Die Europäische Union hat eine für alle Mitgliedstaaten geltende Richtlinie zum Schutz von Legehennen (RL 1999/74/EG) erlassen, in der die Mindestanforderungen an Geflügelhaltungsbetriebe festgelegt sind. Diese Richtlinie wurde in Österreich im Bundestierschutzgesetz, BGBl. I Nr. 118/2004 und der 1. Tierhaltungsverordnung, BGBl. II Nr. 485/2004 umgesetzt. Damit gelten für ganz Österreich einheitliche Mindestbedingungen für die Haltung von Legehennen. Im Bundestierschutzgesetz wurde zudem verordnet, dass ab 1.1.2009 die Käfighaltung verboten ist. Lediglich der Betrieb von vor dem 1. Jänner 2005 gebauten oder in Betrieb genommenen „ausgestalteten Käfigen“ ist bis zum Ablauf von 15 Jahren ab der ersten Inbetriebnahme zulässig. (Stand Jänner 2009)

Legebatterien trotz Verbot: Österreichische Geflügelhalter ignorieren Gesetz (Vier Pfoten)
Foodwatch-Aktion: Für Transparenz - gegen versteckte Käfig-Eier

Tiefkühlhühner für Afrika:

Themenreihe auf 3sat: Hühner Wahnsinn. Das eiskalte Geschäft mit dem Geflügel
hier das Video dazu auf YouTube
Video: Resteverwertung (3sat nano)
Ghanas Hühnerfarmen lassen Federn (cultura21)


Frohe Ostern,
Sunnivah_

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