Mittwoch, 9. Februar 2011

Staatsfeinde Nr. 1: Tier- und UmweltaktivistInnen

7 Tage lang (seit gestern) sind auf ARTE zwei Dokumentationen zu finden:

Rebellen im Namen der Erde (53:31 Minuten)

Paul Watson (Interview im Film, Gründer von Sea Shepherd):
"Sie sehen ja auch nicht zu wie ein Kind misshandelt wird, ohne einzugreifen. Also sehen wir nicht zu wie Wale sterben und heben nur unser Transparent hoch ohne etwas zu tun. Wir haben schon 90% des Fischbestandes entnommen und beuten das Meer weiterhin aus. Proteste sind mir zu unterwürfig, als ob man betteln würde: Bitte, bitte lass das. Wir müssen nicht protestieren, sondern eingreifen."

Hier ist der Film auch auf YouTube zu finden!

Apropos "Öko-Terrorismus": hier möchte ich nur auf den österreichischen Mafia-Paragrafen 278a hinweisen, man muss gar nicht bis in die USA schauen. Auch bei uns werden TierschützerInnen zu Staatsfeinden gemacht:

Bericht derStandard
Bericht Augustin

"Die Angeklagten haben nicht Straftaten wie beispielsweise Schaufenstereinschlagen oder Pelzmäntelbesprühen BEGANGEN, sondern sie wurden dessen BESCHULDIGT. Bis das Gegenteil bewiesen ist, gilt die Unschuldsvermutung. Und die wird zumindest für die fünf Angeklagten immer wahrscheinlicher. Anfangs hatten nämlich auch SympathisantInnen gedacht, den Beschuldigten seien bereits oder würden bald kleinere Straftaten nachgewiesen, nur seien die behördlichen Methoden eben unverhältnismäßig. Aber nun, fast drei Jahre nach den Verhaftungen, müssen sich SympathisantInnen genauso wie Tierschutz-Hasser langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass da vielleicht wirklich einfach so gut wie nichts ist, was nachgewiesen werden könnte (...)

Am nächsten Tag ist alles anders: Zusätzlich zu den bereits gewohnten vierzig Polizeischülern blockieren den Verhandlungssaal heute erstmals Schüler der lokalen HAK, deren Direktor angeblich ein guter Freund des Vize-Gerichtspräsidenten ist. Der Saal ist somit voll, die meisten Prozessbeobachter müssen nach Wien zurückfahren, ohne Einlass gefunden zu haben. Ein Angeklagter kommt mit einem natürlich ganz und gar unpassenden Vergleich: Zu brisanten Verhandlungen in Hitlers Volksgerichtshöfen wurden Busladungen mit SA-Leuten herangekarrt, um den Saal zu füllen und damit die eigentliche Öffentlichkeit auszuschließen (...)"

Auszug aus einem Bericht des Augustins von Gernot Neuwirth (Nummer 290, Seite 8-9)


Tokyo Freeters (47:36 Minuten)

In Japan verdingen sich mehr als vier Millionen junge Menschen als Gelegenheitsarbeiter - darunter viele mit abgeschlossenem Universitätsstudium. Sie werden als Freeters bezeichnet; der Begriff setzt sich aus dem Anfang des englischen Worts "freetime" und der Endung des deutschen Wortes "Arbeiter" zusammen.
Der Name kam in den 90er Jahren auf. Damals benannte er Aussteiger, die nicht - wie in Japan üblich - ihr ganzes Leben einer Firma widmen wollten, sondern sich lieber mit Minijobs durchschlugen, um mehr Zeit zur freien Verfügung zu haben.


Beide Filme sind sehr zu empfehlen - also die Chance nützen, solange sie online angeschaut werden können!

Sunnivah_

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