Freitag, 18. Februar 2011

Eine Glühbirne die seit 109. Jahren brennt...

Am Dienstag, 15. Februar 2011 gab es auf ARTE eine sehr interessante Doku, die jetzt auch auf YouTube zu finden ist:

Kaufen für die Müllhalde

Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone - bei den meisten dieser Produkte ist das Abnutzungsdatum bereits geplant. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen. Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, nennt man "geplante Obsoleszenz". Bereits 1928 schrieb eine Werbezeitschrift unumwunden: "Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft". Gestützt auf mehr als drei Jahre dauernde Recherchen, erzählt die Dokumentation die Geschichte der geplanten Obsoleszenz. Sie beginnt in den 20er Jahren mit der Schaffung eines Kartells, das die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzt, und gewinnt in den 50er Jahren mit der Entstehung der Konsumgesellschaft weiter an Boden.

Hier der erste Teil der Doku auf YouTube.

Sehr interessant ist der Fall Westley gegen Apple 2003, der in der Doku behandelt wird. In diesem Fall wurde Apple mit einer Sammelklage vor Gericht gebracht, da der Akku des iPod's nicht ersetzbar und nur 18 Monate haltbar war: ein Fall von geplanter Obsoleszenz.


Foto (Neistat Brothers)

Zu einem Urteil kam es jedoch nicht. Die Parteien hatten sich außergerichtlich "geeinigt". Apple richtete einen Austauschservice für die Akkus ein und verlängerte die Garantiezeit auf 2 Jahre. Die KlägerInnen erhielten einen 50 € Rabatt auf ein neues Apple-Produkt und blieben damit Apple-KundInnen...

Auch die Neistat Brothers starteten eine Kampagne: "iPod's unreplaceable battery lasts only 18 months" und drehten einen Kurzfilm über iPod's Dirty Secret.

Auf jeden Fall eine sehr interessante und aufschlussreiche Dokumentation!
Sunnivah_

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