Donnerstag, 10. Februar 2011

600.000 Unterschriften gegen Staudamm Belo Monte

Die Gegner des brasilianischen Staudammprojekts Belo Monte haben der Staatspräsidentin Dilma Rousseff 600.000 Unterschriften überreicht. Die Häuptlinge der betroffenen Kayapo-Indianer forderten dabei die brasilianische Regierung am Dienstag auf, Belo Monte nicht zu bauen und die Vorbereitungen zu stoppen, teilte die Umweltschutzorganisation ECA Watch Österreich am Mittwoch mit.

Die Regierung zeige sich allerdings "nach wie vor unnachgiebig", hieß es. Das Staudammprojekt im Amazonasgebiet, an dem sich auch die österreichische Andritz AG beteiligen will, war Ende Jänner eine weitere Etappe vorangekommen. Die brasilianische Umweltbehörde erlaubte damals dem Baukonsortium Norte Energia die Rodung von rund 240 Hektar Wald am geplanten Standort des Kraftwerks am Fluss Xingu.

Werde das 11.000-Megawatt-Kraftwerk Belo Monte gebaut, sollen laut Regierung in Brasilia weitere 80 Megadämme und 600 kleinere Dämme im Amazonasgebiet folgen, schreibt ECA Wach weiter. Die Folgen für die indigene Bevölkerung und die Artenvielfalt wären verheerend. "Das Schlimme ist, dass diese Zerstörung noch als Klimaschutz verkauft und finanziert wird: Grüner Strom aus grüner Lunge. Wenn nicht bald ein Umdenken auch beim Klimaschutz einsetzt, könnte diese Lunge am Klimaschutz zugrunde gehen", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Der aus Vorarlberg stammende Träger des Alternativen Nobelpreises 2010, Erwin Kräutler, Bischof der katholischen Territorialprälatur Xingu, ist ebenfalls im Kampf gegen den Staudamm engagiert, der nach derzeitigen Plänen bis 2015 fertiggestellt werden soll.

Quelle: APA

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