Donnerstag, 27. Januar 2011

Baustart für umstrittenen Staudamm im Amazonas

Mit einer Teilgenehmigung hat die brasilianische Umweltbehörde am Mittwoch den Baubeginn für ein umstrittenes Staudammprojekt im Amazonas-Regenwald ermöglicht. Es erlaubt dem Baukonsortium Norte Energia die Rodung von rund 240 Hektar Wald am geplanten Standort des Wasserkraftwerks Belo Monte am Fluss Xingu. Zudem können Straßen dorthin gebaut werden, teilte die Umweltbehörde Ibama mit.

Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das umstrittene Staudamm-Projekt Belo Monte im brasilianischen Amazonas-Becken der drittgrößte Staudamm der Welt werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2015 geplant. Die Baukosten des Projekts werden auf elf Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) veranschlagt.

Das Projekt hat wütende Proteste von Umweltschützern und indianischen Ureinwohnern ausgelöst. Sie verweisen darauf, dass amtlichen Angaben zufolge eine Fläche von 500 Quadratkilometern geflutet werden wird und 16.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Auch der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler stellt sich gegen das Projekt. Im Gegensatz dazu beabsichtigen mehrere europäische Unternehmen, darunter die österreichische Andritz AG, sich an der Errichtung von Belo Monte zu beteiligen.

(Quelle: APA)

Nähere Infos:
Eine Rodungsgenehmigung von 238 Hektar Wald gilt nur für die Errichtung der Baustelle. Für das Kraftwerk selbst fehlt weiterhin die endgültige Umweltgenehmigung vom brasilianische Umweltinstitut IBAMA. 65 ha dieser genehmigten Rodungsflächen sind naturgeschützt!

Bereits im Dezember 2010 hat die Nationalbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) einen Überbrückungskredit in Höhe von R$ 1.087 Mrd an das Betreiberkonsortium Norte Energia für das Wasserkraftwerk Belo Monte genehmigt.

Plattform Belo Monte

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