Mittwoch, 28. Dezember 2011

Eingreifen gegen Rassismus

Information für die Fahrgäste der Wiener Linien:


Info
Eingreifen gegen Rassismus

Sollten Sie beobachten, dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrem Äußeren oder auf Grund anderer Merkmale willkürlich kontrolliert und schikaniert werden, bitten wir Sie couragiert einzugreifen!

Bleiben Sie stehen, dokumentieren Sie die Amtshandlung!

Fragen Sie die Betroffenen, in welcher Form Unterstützung möglich und gewünscht ist!

Erkundigen Sie sich bei den Beamt_innen nach dem Grund des Vorgehens!


Holen Sie sich Unterstütztung bei anderen Fahrgäst_innen!


Informieren Sie Rassismusbeobachtungsstellen (z.B. ZARA) um Druck gegen rassistische Kontrollen aufzubauen!


Freie Mobilität für Alle!


Wiener Linien und Polizei kooperieren bei rassistischen Kontrollen - greifen Sie dagegen ein!

Die Stadt gehört allen.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Blogs statt "Österreich"

Artikel aus dem aktuellen Augustin Nummer 311:

Die Vermarktwirtschaftung der Presse führt zur Tendenz der Verkürzung und Simplifizierung journalistischer Texte, und thematisch zu einer Einengung auf die verkaufsfördernden K4: Kriminal-, Kriegs-, Katastriphen- und Kinderporno-Berichterstattung. In Zeiten der Krise, wo das Unbehagen über die Undurchsichtigkeit der finanziellen Vorgänge wächst, werden die Inhalte kritischer unabhängiger Internet-Blogs, die den spielregeln der Medienkonkurrenz nicht unterworfen sind, zunehmend wichtiger. Hier eine auswahl der Augustin-Redaktion. Die bunte inhaltliche Palette umfasst Bankenkritik, Konsumkritik, Medienkritik, Literaturbeobachtung, Gesellschaftsanalyse und Fokussierungen auf Brennpunkte der neuen sozialen Bewegung wie Ägypten und Griechenland.

www.adbusters.org
http://antizig.blogsport.de
www.arabist.net
http://le-bohemien.net
www.democracynow.org
www.dasdossier.de
www.glanzundelend.de/startseite.htm
http://greekleftreview.wordpress.com
http://konsumpf.de
www.nachdenkseiten.de
www.oya-online.de/home/index.html
http://roarmag.org
www.seesslen-blog.de
www.slow-media.net
www.spiegelfechter.com/wordpress
www.project-syndicate.org
www.heise.de/tp
http://transform.or.at/news
www.weltnetz.tv

(Augustin Nr. 311, Seite 20)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

white charity

Weihnachten steht vor der Türe und die Postkästen und Werbeflächen sind wieder vollgestopft mit Botschaften von diversen Hilfsorganisationen. "White charity" beschäftigt sich mit diesen Botschaften und hat auch einen Film darüber gemacht:



Ein Film von Carolin Philipp & Timo Kiesel

Der Film zeigt das Bild des "Weißsein" und "Schwarzsein" in diesem Zusammenhang auf. Ausgehend von Spendenplakaten in Deutschland diskutieren VertreterInnen von Hilfsorganisationen gemeinsam mit WissenschafterInnen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen.

Ein Zitat aus dem Film des Ethnologen Klaus-Peter Köpping von der Universität Heidelberg: „Hier gibt es irgendwo eine Leerstelle. Man fragt nicht: Was sind die Ursachen dafür? Man zeigt die Folgen und tut so, als wären dies die natürlichen, angeborenen Eigenschaften dieser Menschen. Es wird nicht auf die strukturellen und historischen Bedingungen hingewiesen, die zu diesen Ergebnissen geführt haben."

Die Homepage von "white charity" gibt genaueren Einblick in die Aktion und zeigt Hintergründe auf. Der Film kann auch auf der Homepage angeschaut werden, es gibt ihn ebenso auf DVD und auch Artikeln stehen auf der Seite kostenlos als Download zur Verfügung.

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Auf kommerziellen Werbeplakaten sieht man kaum einmal schwarze Menschen, wenn es jedoch um Plakate von Hilfsorganisationen geht, wird das Bild einer schwarzen, ärmlichen, ungebildeten, "unzivilisierten" Person verwendet. Die Werbebotschaft richtet sich an "uns" im Norden und hält die stereotypischen Bilder Afrikas aufrecht.

Somit fragt Kilomba Grada, Psychoanalytikerin und Autorin in dem Beitrag auch richtig: "Wer hilft wem? Hilft das weiße Subjekt dem schwarzen Subjekt oder hilft das schwarze Objekt dem weißen Objekt, zwangsweise und indem es als Projektionsfläche genutzt wird, sich von einer höchst problematischen Geschichte von Schuld zu befreien und sich selbst als vollkommen und majestätisch zu konstruieren?"


Sunnivah_

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Millionenstrafe wegen Sklavenarbeit

Zara zahlt wegen Skalvenarbeit Millionenstrafe

Wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen bei einem Zulieferer in Brasilien muss das spanische Textilunternehmen Zara eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 1,4 Mio. Euro bezahlen. Wie die brasilianische Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, konnte der Konzern mit einer entsprechenden außergerichtlichen Einigung die nach Aufdeckung der Fälle im August geforderte Summe von 8,2 Mio. Euro deutlich reduzieren. Zudem werde Zara nur noch zu einer strengeren Überprüfung seiner Zulieferer aufgefordert und nicht auch für zukünftige Fälle haftbar erklärt. Der Zara-Eigentümer Inditex war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

(Quelle: APA)

Zur Inditex-Gruppe gehören laut Wikipedia:

Zara, Lefties, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Tempe, Zara Home, Kiddy's Class / Skhuaban, Üterque

Inditex ist das größten Textilunternehmen der Welt. Zum Ende des Jahres 2010 betrieb Inditex weltweit fast 5000 Geschäfte in 77 Ländern (Handeslblatt.com).


Montag, 19. Dezember 2011

Zwangsbeschaller 2011

Geschäfte im Westbahnhof zum "Zwangsbeschaller 2011" gekürt

Die Filiale der spanischen Modekette Desigual im Wiener Westbahnhof (neuerdings auch als BahnhofCity Wien West mit eigenem Einkaufscenter bekannt) hat den Titel "Zwangsbeschaller 2011" verliehen bekommen. Die Kampagne "Beschallungsfrei", die gegen die Dauerhintergrundmusik auftritt, hat am Samstag die Urkunde überreicht.


Eine Schallmessung hatte ergeben, dass in dem Geschäft der Pegel durchschnittlich bei 81 Dezibel liegt, aber fallweise bis zu 101 Dezibel steigen kann. Zum Vergleich: ein Presslufthammer erreicht 80 Dezibel, eine Kreissäge 100. (red, DER STANDARD; Printausgabe, 19.12.2011)

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Kampagen "Beschallungsfrei":

Schluss mit dem Missbrauch unserer Ohren!

Schutz aller Kinder vor akustischer Reizüberflutun!

Stopp der musikalischen Dauerberieselung von der Wurstabteilung bis zum Klo!

Öffentlich zugängliche Ruhezonen!

Linz muss Hörstadt werden!

Argumente und Fakten von "Beschallungsfrei": hier

Sonntag, 18. Dezember 2011

Internationaler Tag der MigrantInnen

Der 18. Dezember 2011 wurde von zahlreichen Organisationen zum globalen Aktionstag gegen Rassismus - für die Rechte von MigrantInnen, Flüchtlingen und Displaced People ausgerufen.


Auflistung der weltweiten Aktivitäten
Informationen auf no-racism.net
globalmigrantsaction.org
Weltcharta der MigrantInnen
www.december18.net

Samstag, 17. Dezember 2011

Todo mundo contra Belo Monte!

17. de dezembro: Dia X pelo Xingu - Dia de luta contra Belo Monte

Das Comitê Xingu Vivo unterstützt das Ansuchen der Stadtverwaltung von Altamira zur Rücknahme der Genehmigungslizenz für Belo Monte und ruft zu einem Aktionstag am 17. Dezember in Belém auf.

In folgenden Hauptstädten Brasiliens wird es am Samstag, 17. Dezember, Kundgebungen geben:
Belém, Altamira, São Paulo, Rio de Janeiro, Cuiabá, Manaus, Salvador, Porto Alegre und Curitiba.

Die Bewegung
Xingu Vivo ist überzeugt, dass die Banken und der Finanzsektor bei Belo Monte eine entscheidende Rolle haben. "Ohne unser Geld kann Belo Monte nicht gebaut werden. Gegen die Finanzierung des Wasserkraftwerks zu protestieren und den Rückzug Ihrer Bank zu fordern sind einfache und effiziente Möglichkeiten, dieses verrückte Projekt doch noch in letzter Minute zu stoppen", betonte die Bewegung.


(Quelle: Plattform Belo Monte)

Freitag, 16. Dezember 2011

Schuld.

Eine Dokumentation, die in das Innenleben einer hochtalentierten Fondsmanagerin des größten ETF (= börsengehandelter Fonds) auf Nahrungsmittel und in das Fleisch unserer Zivilisation blickt.



Mit Luzia Schelling, Philipp Ruch, Thilo Bode, Alexander Bühler, Ralf Südhoff, Markus Henn
Kamera Patryk Witt, Firas Sabbagh
Schnitt Firas Sabbagh, Johannes Seelang
Musik Kim Hellwig, Jens Hellwig
Ton Patrick Sellin
Regie Cesy Leonard

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Eine Intervention des Zentrum für Politische Schönheit für die Initiative "Privatheit & Öffentlichkeit" des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Denk-, Gefühls- und Handlungsfabrik für politische Poesie und kümmert sich um die Umsetzung des Traums der Humanität. Grundanliegen sind: eine Rekonzeptualisierung des Kampfes um die Menschenrechte, eine humanitäre Kurskorrektur der Gegenwart und die Verhinderung genozidalen Massensterbens.

www.politicalbeauty.de

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Migration im Schulbuch

Sehr wichtiges Projekt in Österreichs Schulen über Klischees im Klassenzimmer gestartet:

Im Zentrum des Projekts „Migration(en) im Schulbuch“ steht die Erfassung und kritische Analyse der in aktuellen österreichischen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von „Menschen mit Migrationshintergrund“.

Welche österreichischen und europäischen Migrationsgeschichten werden in den Schulbüchern tradiert, welche werden marginalisiert oder „vergessen“? Auf welche Weise werden „Menschen mit Migrationshintergrund“ dargestellt?

Dies sind einige der inhaltlichen Fragen, denen im Rahmen des Projektes nachgegangen wird. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschafter_innen, Lehrer_innen und Schüler_innen wird darüber hinaus ein besonders innovativer Beitrag zur Schulbuchforschung geleistet. Die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Migration, die von Schüler_innen und Lehrer_innen eingebracht werden, sowie ihr Expert_innenwissen im Umgang mit Schulbüchern reduzieren die Gefahr des einseitigen Wissenschafter_innenblicks und können methodisch und analytisch nutzbar gemacht werden.


Erste Ergebnisberichte werden Anfang März 2012 veröffentlicht.

Artikel auf derStandard.at:

"In einem Biologiebuch wird noch immer der 'Rasse'-Begriff verwendet", schildert Christa Markom vom Ludwig-Boltzmann-Institut ein Beispiel. "Bei den Workshops hat sich dann gezeigt, dass auch die meisten Schüler davon überzeugt waren, dass es Menschenrassen gibt." Auch "Volk", "Schwarzafrika", "Buschmänner", "Indianer" und "Eskimo" sind nach wie vor gängig - wenn auch oft mit kritischen Erklärungen versehen, wie die Kultur- und Sozialanthropologinnen betonen.

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Ausschnitt aus dem Buch "Afrika und die deutsche Sprache" von Susan Arndt und Antje Hornscheidt (Hg.), Seite 204f:

Schwarzafrika

Der Begriff "S." ist im Kontext von Kolonialismus und Rassismus entstanden. Er baute auf dem rassistischen Ansatz auf, Menschen in Rassen unterteilen und diese hierarchisieren zu können. Dabei wurde versucht, die Rassentheorie kulturtheoretisch zu untermauern (...)

Mit dieser Charakterisierung des "subsaharischen Afrika" als geschichtslos und unterentwickelt wurden die europäischen Länder und Kulturkreise gleichzeitig aufgewertet sowie transatlantischer Sklavenhandel und koloniale Herrschaftsverhältnisse implizit legitimiert. Durch das Bestehen auf eine Unterscheidung zwischen dem nördlichen Afrika, im kolonialen Kontext auch "Weißafrika" genant, und dem restlichen Afrika wird zudem so getan, als handele es sich beim nördlichen wie auch nicht-nördlichen Afrika um homogene Räume. Dabei wird die kulturell, sprachliche, religöse usw. Pluralität dieser Großregionen ignoriert (...)

Gelegentlich wird "S." auch in Kontrast zu einem als "weiß" konzipierten Europa verwendet. Dabei wird die Existenz Schwarzer Euopäer/innen negiert und Europa als rein Weißer Kulturraum konstruiert.
Auf den Begriff "S." sollte verzichtet werden. Auf der oft alternativ verwendete Begriff "subsaharisches" Afrika ist keine wirkliche Alternative. Auch wenn hier der rassentheoretische Ansatz nicht mehr explizit zum Ausdruck kommt, wird trotzdem auch suggeriert, das Afrika südlich der Sahara sei ein homogener Raum(...)
Des Weiteren muss immer überlegt werden, ob wirklich alle Länder Afrikas südlich der Sahara gemeint sind und an welchen Kriterien das festgemacht wird.

"Worte können sein wie winzige Arsendosen. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da." (Klemperer, Victor 1987)


Sunnivah_


Dienstag, 6. Dezember 2011

Alexandros Grigoropoulos († 06. Dezember 2008)

Am dritten Jahrestag des Todes eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel sind am Dienstag in Griechenland Tausende Polizisten in Alarmbereitschaft versetzt worden. Für den Nachmittag waren Demonstrationen von Schülern geplant. Am Abend wollten Autonome und linksgerichtete Gruppierungen demonstrieren. Die Sicherheitskräfte befürchten, dass Extremisten versuchen könnten, Athen ins Chaos zu stürzen. (derStandard.at)

Am 6. Dezember 2008 wurde Alexandros Grigoropoulos in Athen von einem Polizisten erschossen. Es gab verschiedene AugenzeugInnenberichte mit unterschiedlichen Versionen. Es wurde von einem gezielten Schuss, Blendgranaten der Polizisten und von vorausgehenden Provokationen zwischen Polizisten und Jugendlichen gesprochen. Fakt ist, dass der 15-jährige Schüler mit Freunden unterwegs war und mit Freunden feierte... und dass er von einem Polizisten erschossen wurde.

Im Oktober 2010 war der Täter von einem Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Hier mehr zu den AugenzeugInnenberichten
Interview mit der griechischen Aktivistin Savra (de.indymedia.org)
Portrait von Alexander Grigoropoulos (taz.de)
Briefe der Freunde von Alexis zur Beerdigung


Sunnivah_

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Welt-AIDS-Tag

"Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen. Rund um den Globus erinnern zu diesem Datum verschiedenste Organisationen an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und den ihnen Nahestehenden zu zeigen. Der Welt-AIDS-Tag dient auch dazu, Verantwortliche in Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft - weltweit - daran zu erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist. Auch, damit überall die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und sich Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung und Hilfe für die Betroffenen an ihren Lebensrealitäten orientieren können. Und zunehmend wird der Welt-AIDS-Tag auch von den Medien aufgegriffen und genutzt, verstärkt über HIV/Aids zu berichten."

Gibt Aids keine Chance

Fackelzug

Traditioneller Fackelzug durch die Wiener Innenstadt vom Herbert von Karajan Platz zum Josefsplatz.

Datum: Donnerstag, 1. Dezember 2011
Zeit: Treffen ab 18.00 Uhr, Abmarsch um 18.30 Uhr
Treffpunkt: Herbert von Karajan Platz (neben der Staatsoper), 1010 Wien

Aidshilfe Wien

Mittwoch, 30. November 2011

Angelo Soliman

Ein Afrikaner in Wien (um 1721 – 1796)

Die Geschichte des "fürstlichen Hofmohren" Angelo Soliman ist Teil der Wiener Stadtmythologie, nicht zuletzt durch die Schändung und Präparierung seiner Leiche für das kaiserliche Naturalienkabinett: Ein Mann mit außergewöhnlicher Karriere im aufgeklärten Wien wurde im Museum als halbnackter "Wilder" mit Federn und Muschelkette präsentiert.




Ausstellung im Wien Museum (Karlsplatz)
- noch bis 29. Jänner 2012
- 1. Sonntag im Monat Eintritt frei (Führung: 11:00 und 16:00)

Sehr empfehlenswerte Ausstellung von der Geschichte Angelo Solimans, über Sklavenhandel nach Europa...

Im Zeitraum von 1500 bis 1870 wurden nach Europa 200.000 afrikanische Sklaven eingeführt (Wikipedia).

...oder aktuelle Zeitgeschichte (Stichwort: Operation Spring).

Sunnivah_

Sonntag, 27. November 2011

Der Prozess

Über ein Jahr dauerte der Prozess gegen 13 Tierschützer, die nach Paragraf 278a, dem sogenannten Mafia-Paragrafen, angeklagt wurden. Den NGO-Aktivisten wurde die Bildung einer kriminellen Organisation vorgeworfen; am Ende freigesprochen, aber vor dem finanziellen Ruin. Handelte es sich um einen Musterprozess gegen zivilen Ungehorsam? Der Filmemacher Gerald Igor Hauzenberger begleitete einen der größten Prozesse der Republik mit der Kamera.

www.derprozess.com



Termine in österreichischen Kinos: hier

Veranstaltungstipp:


Vortrag, Lesung
Martin Balluch: Tierschützer. Staatsfeind

3. November 2011, 19:00 Uhr
WUK, Projektraum

Samstag, 26. November 2011

Kauf-Nix-Tag

Gestern und heute, am letzten Freitag (Nordamerika) bzw. Samstag (Europa) im November findet schon seit 20 Jahren der sogenannte Buy Nothing Day statt. In Amerika ist es das traditionelle Thanksgiving-Wochenende.

Initiiert wird das Ganze vom kanadischen Adbusters Magazin. Heuer stehen diese Tage jedoch untere einem anderen Motto:
"Occupy gave the world a new way of thinking about the fat cats and financial pirates on Wall Street. Now lets give them a new way of thinking about the holidays, about our own consumption habits. Lets’ use the coming 20th annual Buy Nothing Day to launch an all-out offensive to unseat the corporate kings on the holiday throne.

This year’s Black Friday will be the first campaign of the holiday season where we set the tone for a new type of holiday culminating with #OCCUPYXMAS. As the global protests of the 99% against corporate greed and casino capitalism continues, lets take the opportunity to hit the empire where it really hurts…the wallet."

(www.adbusters.org)

Hier noch ein kleines Video zur Unterhaltung, wie President Barack Obama sein Thanksgiving verbracht hat:

... Herr President wie wäre es mit der Abschaffung der Todesstrafe - nicht nur für Truthähne?

Happy Thanksgiving,

Sunnivah_

Freitag, 25. November 2011

BAOBAB

BAOBAB ist ein zentraler Lern- und Kommunikationsort zu Globalem Lernen in Österreich. Seit 1993 fördert es mit seinem Angebot die Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen und globalen Themen im schulischen und außerschulischen Bildungsbereich.

Jede Woche wertet BAOBAB zudem das Fernseh- & Kinoprogramm nach Filmen zu entwicklungspolitischen Themen aus und stellt diese Filmtipps als wöchentliche kostenlose Serviceleistung zur Verfügung. Es kann auch eine Newsletter dazu bestellt werden und die Filmtipps landen im eigenen Posteingang. Einfach eine E-Mail an service@baobab.at schicken.

Hier ein Ausschnitt aus der Kalenderwoche 48 (28.11 - 4.12.2011):

Freitag, 2.12.2011

Strahlende Wüste
Qui sème le vent ...
Fernsehfilm, Frankreich 2011

Im westafrikanischen Niger, 2010: Zwei französische Mitarbeiter einer internationalen Umweltorganisation werden gekidnappt. Die Geiseln geraten zwischen die Fronten von einem skrupellosen europäischen Atomkonzern, der seine Uranressourcen verteidigt, geldgierigen nigrischen Machthabern und einer verdeckt spielenden Pariser Regierung, vertreten vom Spezialdiplomaten Hugo. Kann sich Hélène, die aus der Zentrale angereiste Kollegin der Umweltaktivisten, bei den Politikern für die Rettung ihrer Mitstreiter starkmachen?

arte, 20:15 - 21:40

Die Yes-Men regeln die Welt
Politaktivisten als Weltaufklärer
Dokumentarfilm, Frankreich 2009

Politaktivisten undercover unterwegs: Durch ihre investigative Recherche entlarven die Yes Men von der Industrie verursachte Umweltsünden und decken mit provokanten Parodien die negativen Folgen von Globalisierung und freiem Markt auf. Als Vertreter von Wirtschaftsunternehmen und Regierungen lassen sich Andy Bichlbaum und Mike Bonanno auf internationale Kongresse einladen und konfrontieren die Teilnehmer mit absurden Szenarien. Doch das Lachen bleibt einem so manches Mal im Halse stecken, wenn man realisiert, dass die zum Teil makaberen Projektvorschläge von vielen Kongressteilnehmern für bare Münze genommen werden. Der Kampf einer Spaßguerilla gegen Kumpanei, Lobbyismus und Korruption.

arte, 22:30 - 23:55

Samstag, 3.12.2011

360° - Geo Reportage
Guano - Schatzinseln und Vogeldreck
Reportage, Deutschland 2011

Millionen Seevögel nisten und brüten auf den Inseln an der Pazifikküste Perus. Der Kot der Tiere ist reich an Nährstoffen: Als Guanodünger wird er in die ganze Welt exportiert. Abgebaut wird die Substanz noch heute per Hand - wie schon vor Jahrhunderten von den Inkas. Nur die stärksten Männer ertragen die harte Arbeit und monatelange Isolation auf den unbewohnten Inseln. Der bestialische Gestank des Vogelkots setzt ihnen zu, der Staub verätzt ihre Lungen. Die körperlichen Anstrengungen sind unter diesen extremen Bedingungen noch schwerer zu ertragen. "360° - Geo Reportage" hat die Guanoarbeiter begleitet. Entstanden ist ein Porträt über Perus "Inseln der Qualen".

arte, 19:30 - 20:15

Kleine Wunder in Athen
Plato's Academy
Fernsehfilm, Griechenland/Albanien 2009

Stavros ist schon ein bisschen über seine besten Jahre hinaus und nicht gerade von Glück gesegnet. Sein Kiosk läuft mehr schlecht als recht, seine Frau hat ihn verlassen, seine geliebte Mutter ist dement. Aber immerhin ist Stavros Grieche, und darauf ist er stolz. Doch eines Tages muss er sich plötzlich mit der schockierenden Möglichkeit auseinandersetzen, dass er in Wirklichkeit zu den von ihm und seinen Freunden verachteten Albanern gehören könnte ...

arte, 21:45 - 23:25



Viel Spaß mein Filme schauen,
Sunnivah_

Donnerstag, 24. November 2011

16 Tage gegen Gewalt an Frauen

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

(www.amnesty.at)

Im Kampagnenzeitraum zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Internationalen Tag für Menschenrechte finden auf der ganzen Welt Aktionen statt.

25. November 2011

16:00 Uhr FrauenLesben Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

18:00 Uhr Demo

Viktor Adler Markt, 1100 Wien

Veranstaltungskalender 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen (Autonome Österreichische Frauenhäuser)

Mit unserer Wut brechen wir das Schweigen und schaffen uns unsere Freiheit selbst!!

Mittwoch, 23. November 2011

Gouverneur von Oregon setzt Todesstrafe aus

Der Oregon-Gouverneur John Kitzhaber hat für den Rest seiner Amtszeit ein Aussetzen der Todesstrafe in dem von ihm regierten US-Staat verordnet. Er halte die Hinrichtung von Straftätern für moralisch falsch und habe lange bereut, dass er die Vollstreckung zweier Urteile in den 90er Jahren zugelassen habe, sagte der Politiker der Demokratischen Partei am Dienstag.

Mit der Ankündigung erhält ein zweifach verurteilter Mörder, der in zwei Wochen hingerichtet werden sollte, einen Strafaufschub. Oregon ist bereits der fünfte US-Staat, in dem ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe eingeführt wird.

(Quelle: APA)

Montag, 21. November 2011

Freitag, 18. November 2011

Occupy Christkindlmarkt

Augustin-Verkausverbot auf acht Wiener Weihnachtsmärkten:

(...)

Es gibt zwei private Event-Firmen, die mit dem Wissen, der Billigung oder sogar mit dem Auftrag der öffentlichen Hand öffentliche Plätze der Stadt für die Dauer der Events zum Privateigentum erklären und den Straßenzeitungsverkauf verbieten. Es handelt sich dabei um die Event- und Promotion-Agentur MAGMAG (Chef: Christian Clement) und um den «Verein zur Förderung des Marktgewerbes» des Herrn Akan Keskin, Landesgremialobmann der Wirtschaftskammer, Unternehmer am Naschmarkt mit besten Beziehungen zur Rathausspitze.

Diese beiden Unternehmen verbieten auf öffentlichen Plätzen den Augustin-Verkauf in folgenden Weihnachtsmärkten: Rathausplatz, Fuzo Favoritenstraße, Mariahilfer Straße 51-55, Meidlinger Hauptstraße, Campus im Alten AKH, Maria-Theresien-Platz und Belvedere. Adventmärkte anderer Trägervereine erlauben Armen und Obdachlosen (zum Teil sogar mit gewisser Empathie), ihre Zeitungen zu vertreiben: Am Hof, Türkenschanzpark, Spittelberg, Karlsplatz, Freyung…

(Quelle: augustin.or.at)

Artikel auf derStandard.at

Die Verkäuferinnen und Verkäufer des AUGUSTIN lassen sich die Freiheit, den öffentlichen Raum zu benützen, nicht nehmen. Sie werden am kommenden Samstag, 19. November, gemeinsam mit Leserinnen und Lesern der Straßenzeitung, gegen die Kommerzialisierung des Advent, gegen die Privatisierung des öffentlichen Raums protestieren. Sie werden u.a. solche Forderungen an die rot-grüne Stadtregierung richten:

DIE ARMUT BEKÄMPFEN UND NICHT DIE ARMEN! SUPPENKÜCHEN FÜR JEDEN CHRISTKINDLMARKT! PLÄTZE GEHÖREN ALLEN UND NIEMANDEN! OCCUPY RATHAUSPLATZ!

Treffpunkt: Samstag, 19. November 2011

13:00 Uhr vor dem Burgtheater

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Nachtrag:

"Augustin"-Verkäufer dürfen doch auf manche Adventmärkte (derStandard.at)

"Schöne Weihnachten" - ohne arme Menschen (Irene Brickner, derStandard.at)

Mittwoch, 16. November 2011

Stevia als Lebensmittelzusatz

EU genehmigt Wundersüße Stevia als Lebensmittelzusatz

Nach jahrelangen Untersuchungen und zähen Verhandlungen hat die EU-Kommission endlich das aus Paraguay stammende Süßkraut Stevia unter bestimmten Bedingungen als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Demnach dürfen ab dem 02. Dezember 2011 die aus der in Paraguay ansässigen Pflanze gewonnenen Stevioglykoside zum Süssen von Produkten in insgesamt 31 Kategorien verwendet werden, darunter Schokolade, Softdrinks oder Frühstücksgetreide.

Die auch unter dem Namen “Honigkraut” bekannten Stevia-Blätter werden in ihrem Herkunftsland Paraguay im Herzen Südamerika schon seit Jahrhunderten als Süßungsmittel verwendet, seit über 30 Jahren zudem auch in bislang kleinen Mengen exportiert. In Japan ist es bereits seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts zugelassen und selbst in Europa kann man schon seit über 10 Jahren zumindest die unbehandelten Blätter als Tee kaufen. Die seit 1997 notwendige Lebensmittelzulassung innerhalb der EU wurde jedoch immer wieder verzögert. Unter anderem bestand der Verdacht, Stevia könnte krebserregend sein, unfruchtbar machen oder sogar Embryonen schädigen...

...weiterlesen auf latina-press.com

Artikel auf derStandard.at

Natürlich lassen die Reaktion von Großkonzernen nicht lange auf sich warten:

Der Coca-Cola-Konzern will zukünftig einige seiner Produkte mit dem Extrakt aus dem Wundergewächs “Stevia rebaudiana” versehen und hat diesbezüglich bereits 24 Patente angemeldet. Der Schweizer Schokoladehersteller Barry Callebaut hat mittlerweile ebenfalls eine derart gesüsste Schokolade angekündigt. (latina-press.com)

Coca-Cola begrüßt Stevia-Zulassung in der EU

Wild begrüßt EU-weite Zulassung von Stevia

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Liste Zusatzstoffe: Datenbank im Internet

Sunnivah_

Dienstag, 15. November 2011

Altkleider

Ich wollte ja schon immer mal wissen, was mit den gesammelten Altkleidern aus den Containern passiert. Alles für einen guten Zweck oder wird daraus Profit gezogen? Auf dem Blog konsumpf.de habe ich die Antwort gefunden: am 4. November 2011 strahlte der NDR die Reportage "Die Altkleider-Lüge" aus.

Billigklamotten, fast fashion, Modetrends, Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf, Mid season sale... es gibt viele Möglichkeiten Kleidung anzuhäufen und unsere Kästen überquellen zu lassen. Und wenn wir sie nicht mehr brauchen? Sie nicht mehr im Trend ist, altmodisch, einfach überflüssig? Überall auf den Straßen sieht man Altkleidercontainer, da tut man dann ja sogar noch etwas Gutes, weil kaputt sind die Kleidungsstücke ja noch nicht. Ist dem aber wirklich so?

Die Reportage bezieht sich auf Deutschland, doch es ist
in Österreich nicht anders - schon öfters wurde Kritik an der Organisation "HUMANA - People to People" wegen seiner undurchsichtigen Geschäftsstrukturen laut...

Doch nicht nur Humana sondern auch das Rote Kreuz, Kolping und die Caritas sind am Altkleidersektor tätig. Alle drei Organisationen haben die Entleerung ihrer Sammelcontainer und die Weiterverarbeitung der Textilien der Firma Öpula überlassen. Der Rohstoff-Recycling Betrieb existiert seit 20 Jahren und hat sich auf das Altkleidergeschäft spezialisiert. Dieser Markt ist komplett segmentiert, und Öpula fungiert als Zwischenhändler, der die Kleiderspenden zum Sortieren nach Italien transportiert. Die Sortierarbeit in Österreich ist einfach zu teuer, erklärt Öpula Geschäftsführer Kurt Willheim, deshalb wurde sie nach Italien ausgelagert. Dort werden die Kleider je nach Beschaffenheit entweder nach Afrika verkauft oder zu Putzlappen verarbeitet. Nicht recycelbare Materialien landen auf der Deponie. Ein geringer Prozentsatz der brauchbaren Kleidung wird wieder nach Österreich importiert und kommt kostenlos karitativen Einrichtungen wie z.B. Flüchtlingsheimen, Frauenhäusern oder dem Katastrophenschutz zu Gute.
(Quelle: fm4.orf.at + D
oku "Mitumba")



Viele verdienen an den Altkleider-Spenden: Hilfsorganisationen und private Unternehmen. Der größte Teil der Textilien wird in Afrika auf Märkten verkauft, nicht gespendet. (NDR)

Das Deutsche Rote Kreuz hat auf die Reportage des NDR Bezug genommen und auf 10 Fragen Antwort gegeben: siehe hier.

Alternativen zum Altkleidercontainer:

- Kleider direkt bei Kleiderkammern sozialer Vereine abgeben
- Kleider für AsylwerberInnen bei Ute Bock
- ausmisten.at
- Kleiderkreisel
- warum die Kleider nicht selbst am Flohmarkt/2nd Hand verkaufen/verschenken?
- Kleidertausch/Verschenken unter FreundInnen, andere haben wieder viel mehr Freude an "neuen" Kleidungsstücken
- aus dem Kreislauf ausbrechen und selbst keine neuen Kleider mehr kaufen...

Projekt "MitumBACK"

Das Projekt kauft gespendete Altkleider in Tansania zurück, läßt sie von fair bezahlten afrikanischen Stickerinnen mit handgefertigten Etiketten neu labeln und reintegriert sie in den westlichen Markt. Ware wird Spende wird Ware. mitumBACK läßt das “Abgetragene, Abgelegte, Ausgesonderte, Fortgeworfene” als extravagantes Modeteil und künstlerisches Unikat in die „Erste” Welt zurückkehren und gibt bereits entwerteten Produkten durch ihre Re-Fetischisierung neuen Wert – einen, den sie zuvor nicht hatten. (mitumback.net)

Ein Artikel darüber auf derStandard.at

Und vielleicht sollten wir uns einfach nur die Frage stellen, wieviel Kleider wir eigentlich wirklich brauchen?

Sunnivah_

Montag, 14. November 2011

Störfall in ukrainischem Atomkraftwerk

Im größten Atomkraftwerk Europas, dem AKW Saporischschja im Südosten der Ukraine, hat sich am Samstag ein Störfall ereignet. In einem von sechs Reaktorblöcken sei die Automatik ausgefallen, berichteten ukrainische Medien am Montag unter Berufung auf die Atomaufsicht des Landes. Details wurden nicht bekannt. Der betroffene Reaktor ist bereits am Sonntag wieder ans Netz gegangen.

Erhöhte radioaktive Werte wurden nicht gemessen. Saporischschja ist mit einer Nennleistung von 6.000 Megawatt das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas, gilt aber als störanfällig.

(Quelle: APA)

Freitag, 11. November 2011

this human world

Vom 1. bis 10. Dezember wird zum vierten Mal in Wien ein Festival mit Filmen gezeigt, die wichtige Fragen unserer globalen Gesellschaft beleuchten, vor allem das Thema Menschenrechte.

Diese Jahr werden an die 70 Filme gezeigt, großteils neue Produktionen. Ein Endgültiges Programm gibt es ab 16.11.2011. Ein Teil beschäftigt sich mit den Themen Ressourcen, Umwelt und Nachhaltigkeit, ein anderer Schwerpunkt behandelt die körperliche Selbstbestimmung, mit Aufständen und Revolutionen und mit der Situation in verschiedenen Ländern.

Hier eine Auswahl:

Cirkus columbia (Bosnien)
Impunity - Straflosigkeit (Kolumbien)
Lady of no Fear - Leben der burmanischen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi



"I was a prisoner,
but I always felt free
because I was not frightened...
So for me real freedom is
freedom from fear."



Evolution der Gewalt (Guatemala/Österreich)
Even The Rain (Mexiko/Spanien/Frankreich)
No More Fear (Tunesien)
War On Terror (USA/Österreich)

Unterstützung iranischer FilmemacherInnen:

In den vergangenen Monaten hatten iranische FilmemacherInnen vermehrt mit Repressalien zu kämpfen. Es gab mehrere Verhaftungen, oft in Kombination mit öffenltichen Demütigungen. So wurde die Schauspielerin Marzieh Vafamehr zu 90 Peitschenhieben und anderthalb Jahren Haft verurteilt. Auch Mojtaba Mirtahmasb und Katayoon Shahabi wurden kürzlich verhaftet. Die ebenfalls vor kurzem festgenommenen FilmemacherInnen Hadi Afarideh, Nasser Saffarian und Mohsen Shahnazdar sind bis auf weiteres gegen Kaution auf freiem Fuß.

Wir rufen die iranischen Behörden dazu auf, unsere KollegInnen, deren Arbeit international anerkannt ist und deren Filme weltweit ausgezeichnet werden, unverzüglich und bedingungslos freizulassen und die Freiheit der iranischen FilmemacherInnen zu respektieren!
(Österreichische Cineasten)

Unterstützung der Petition auf thishumanworld.com/petition

Homepage
des Internationalen Filmfestivals der Menschenrechte

Sunnivah_

Mittwoch, 9. November 2011

Sichtweisen

Survival International ist eine Organisation, die sich für die Rechte der indigenen Völker weltweit einsetzt und ist Träger des Alternativen Nobelpreises.

Auf der Homepage von Survival gibt es auch immer sehr schöne Fotostrecken zu bewundern.

Seit kurzem gibt es den ersten Fernsehspot "Sichtweisen" von Survival.


"Wenn Du einen Menschen von seinem Land vertreibst,
nimmst Du ihm auch seine Lebensgeister."
Aborigine (Australien)

Wer hat das Recht zu entscheiden, welche Lebensweise die beste ist?

Sunnivah_

Freitag, 4. November 2011

Zivilcourage

Ute Bock Preis für Zivilcourage 2011 geht an fünf Anti-AbschiebungsaktivistInnen

SOS Mitmensch verlieh am 3. November den Ute Bock Preis für Zivilcourage 2011 an fünf junge Menschen, die sich erfolgreich gegen Abschiebung eingesetz haben.

Link SOS Mitmensch
Link Interview mit einem Aktivisten auf derStandard.at
Der Fall Ousmane C. (derStandard.at)

Mitschrift:
Verhandlung Ousmane C. am Landesgericht Korneuburg

ZARA: Training für Zivilcourage


Dienstag, 1. November 2011

Haben Opfer eine Chance?

In Paris haben Aktivistinnen von FEMEN, einer ukrainischen Feministinnenbewegung, vor dem Haus von Dominique Strauss-Kahn demonstriert.

Ähnlich wie die Teilnehmerinnen der Slutwalks (erst kürzlich in Wien veranstaltet), die in den USA und in Europa oftmals spärlich gekleidet für die Selbstbestimmung des weiblichen Körpers demonstrieren, geht es auch Femen darum, dass nackte Frauen nicht zu Objekten gemacht werden. Eine paradoxe Intervention sozusagen.
(Quelle: derStandard)

Hier ein Video zur Demonstration bzw. der Artikel auf derFreitag.

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In der Herbstausgabe 2011 von EMMA gibt es dieses Mal einen Schwerpunkt zum Thema "Sexuelle Gewalt + Gerechtigkeit" (auch online sind dazu ein paar Artikel zu lesen):

"Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird in jedem Land der Welt begangen. Trotzdem werden die Täter nicht zur Verantwortung gezogen. Dieses Klima der Straflosigkeit ermutigt die Täter und ermöglicht, dass Gewalt weitergeht", klagten die Vereinten Nationen in einer Deklaration zum Weltfrauentag 2002.
(EMMA, Seite 122)

Unter anderem wird auch der Fall "Dominique Strauss-Kahn" behandelt:

"Als ihnen klar wurde, dass die Anschuldigung sich nicht in Luft auflösen würde, begannen die ernsthaften Attacken auf das Opfer." (EMMA, Seite 122)

"Nafissatou Diallo hatte diesen Prozess verlangt, obwohl der Gerichtssaal traditionell ein extrem feindseliger Ort für Verewaltigungsopfer ist. Wenn jemand die Aufgabe hätte, sich ein System auszudenken, das bei einem Vergewaltigungsopfer möglichst großen traumatischen Stress hervorruft - dann köme dabei eine Gerichtsverhandlung heraus.
Die Wünsche und Bedüfrnisse der Opfer sind den Erfordernissen eines Gerichtsprozesses meist diametral entgegengesetzt. Opfer brauchen Anerkennung und Unterstützung; vor Gericht aber wird ihre Glaubwürdigkeit öffentlich in Frage gestellt (...) Die Bedürfnisse der Opfer werden in unserem System nicht berücksichtigt."
(EMMA, Seite 123f)

Haben Opfer vor Gericht also überhaupt noch eine Chance als glaubwürdig zu gelten?

Konferenz "Sexualisierte Gewalt - Selber schuld?"
in Wien

Sunnivah_

Samstag, 29. Oktober 2011

Fleisch...

...Möglichst billig, möglichst viel

vivo-Schwerpunktthema auf 3sat - 29.10.2011

Rund 60 Kilogramm Fleisch und Wurst isst der deutsche Durchschnittsmann pro Jahr. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung wäre nur ein Drittel davon gesund.



Themen:


Fleisch - eine Frage des Gewissens?
Tierisch humane Wohngemeinschaft
Schnitzel ohne Schweineleid
Der Horror des Billigfleischs
Klimakiller Fleisch
uvm.

Die Beiträge müssten eine Woche lang in der Mediathek vorhanden sein.
Ganze Sendung hier.

Sunnivah_

Freitag, 28. Oktober 2011

Belo Monte... es geht weiter

Kraftwerks-Baustelle im Amazonas-Gebiet besetzt

Rund 600 Demonstranten, darunter Indios und Fischer, haben im brasilianischen Amazonas-Gebiet die Baustelle für das umstrittene drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, Belo Monte, besetzt. Sie wollen die Bauarbeiten für das Kraftwerk im Teilstaat Para stoppen, für das über 500 Quadratkilometer Fläche überschwemmt werden sollen.

Auch die "Transamazonica"- Überlandstraße wurde nach Angaben des mit der katholischen Kirche verbundenen Indianer-Missionsrates am Donnerstag in der Nähe der Baustelle blockiert. Mit der Aktion reagierten die Demonstranten auf eine Entscheidung des Regionalen Gerichtshofes von Para, das Urteil über einen Baustopp bis zum 9. November hinauszuschieben. Indigene Gemeinschaften hatten auf Aussetzung der Arbeiten geklagt, weil sie nicht ordnungsgemäß über das Projekt in Anhörungen informiert worden seien. CIMI-Sprecher Eden Magalhaes sagte, die Demonstranten wollten die Besetzung "so lange wie nötig" fortsetzen.

Indio-Sprecher Juma Xipaia bekräftigte den Willen zum Widerstand. "Das Projekt Belo Monte wird nur dann Erfolg haben, wenn wir nichts tun, um es zu verhindern. Wir werden nicht ruhig sein. Wir schreien laut, und wir tun das jetzt." Die brasilianische Regierung hält das Mega-Projekt am Xingu-Fluss rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira für notwendig, um die Energieversorgung der inzwischen siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt zu sichern.

Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten- Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Kritiker fürchten, dass durch das Wasserkraftwerk mehr als 30.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Einer der prominentesten Gegner ist der aus Vorarlberg stammende Bischof der Territorialprälatur Xingu, Erwin Kräutler, der 2010 den Alternativen Nobelpreis erhielt.

(Quelle: APA)

Auf der Plattform Belo Monte ist mittlerweile schon von einer Auflösung der Besetzung durch ein Sonderkommando zu lesen:

Nach 15 Stunden Besetzung der Baustelle Belo Monte, des größten Kraftwerkprojekts in Brasilien und Aushängeschild für das Konjunkturprogramm zum beschleunigten Wachstum (PAC), schritt die Justiz ein. Ein Justizbeamter, die Sicherheitstrupps von Norte Energia und ein Sonderkommando der Polizei erreichten den Abzug der Demonstranten.

Nach anfänglichem Widerstand verließen die ca. 600 Indigenen, Flussbewohner und Umweltschützer das Baugelände, auch die Straßenblockade wurde beendeten.

Auf dieser Plattform sind immer die aktuellsten Neuigkeiten und Ereignisse zu lesen und es gibt auch eine Online-Petition gegen das Projekt.

Sunnivah_

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Facebook

Bisher habe ich mich ja gehütet etwas über Facebook zu schreiben, aber auf dem deutschen Blog Konsumpf habe ich jetzt einen interessanten Bericht des ARD gefunden, der über die Datensammelwut von Facebook berichtet. Wieder einmal freue ich mich, dass ich nie einen Account bei Facebook angelegt habe, trotz der eindringlichen "Warnung" von so manchen, dass es ohne Facebook in Zukunft ja überhaupt nicht mehr geht...

...ich habe bis jetzt aber noch gar nichts vermisst und sehe immer noch keinen Grund, was es mir bringen soll.



Link zum Artikel auf Konsumpf

Sunnivah_

Sonntag, 23. Oktober 2011

Occupy Vienna – 26.10.2011 – Es geht weiter

Wann? 18:00 – 21:00 Uhr

Wo? Christian-Broda-Platz / Mariahilferstr. / Museumsplatz

Wir treffen uns am Mittwoch um 18:00 Uhr am Christian-Broda-Platz vor dem Westbahnhof, wandern die Mariahilferstrasse runter, und werden um ca. 20:00 Uhr am Museumsplatz zur Abschlusskundgebung eintreffen.


Der Mittwoch wird nur der Startschuß sein, denn ab da wird nicht mehr lockergelassen. Im Gegenteil!

Vollversammlung – 27.10.2011

Wann? 19:00 Uhr
Wo? Epizentrum, Lindengasse 60, 1070 Wien

Unsere nächste Occupy Vollversammlung, im Epizentrum mit Talking Stick und Konsens über unser weiteres gemeinsames Vorgehen.

Blog occupyvienna.wordpress.com

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Ex-Guantanamo-Häftling verklagt Ex-Präsident Bush

Vorwurf: Verstoß gegen die Folter-Konvention

Der frühere Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz und drei weitere Gefangene der USA wollen den früheren US-Präsidenten George W. Bush wegen Foltervorwürfen verklagen. Die Klage solle am Donnerstag bei der kanadischen Justiz anlässlich eines Besuchs des Ex-Präsidenten in dem Land eingereicht werden, teilte Kurnaz' Anwalt Bernhard Docke am Mittwoch in Bremen mit.

Docke zufolge werfen die Kläger Bush vor, er habe gegen die UN-Anti-Folter-Konvention verstoßen. Bush habe Folterungen im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay und in afghanischen US-Stützpunkten zugelassen. Die Kläger wollen Docke zufolge bewirken, dass die kanadische Justiz strafrechtliche Ermittlungen gegen Bush einleitet.

Der Deutsch-Türke Kurnaz war 2001 während eines Pakistan-Aufenthalts festgenommen worden. Fast fünf Jahre wurde er im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba festgehalten.

Zuvor hatten bereits mehrere Menschenrechtsorganisationen - darunter Amnesty International - die Regierung Kanadas vergeblich aufgefordert, gegen Bush vorzugehen, wenn er am 20. Oktober nach Kanada reise. Nach Ansicht von Amnesty International ist Kanada als Vertragsstaat der Anti-Folter-Konvention dazu verpflichtet, gegen Bush vorzugehen, wenn er das Land besucht.

Schon im Februar hatten Menschenrechtsorganisationen Klage in der Schweiz gegen Bush eingereicht. Seinen damals geplanten Genf-Besuch sagte Bush ab und begründete sie mit Sicherheitsbedenken.

(Quelle: APA, Fotoquelle: dpa)

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Interview mit Murat Kurnaz (sueddeutsche.de)

Amnesty International über die illegale Inhaftierung von Murat Kurnaz

Buchtipp: Fünf Jahre meines Lebens von Murat Kurnaz

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Sunnivah_

Mittwoch, 12. Oktober 2011

It's time for us to unite

15. Oktober - Vereinigt für einen weltweiten Wandel



Am 15. Oktober werden Menschen aus der ganzen Welt auf die Straßen und Plätze gehen. Von Amerika bis Asien, von Afrika nach Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte zu fordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Nun ist es Zeit uns alle einem globalen gewaltfreien Protest anzuschließen.

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Wenigen und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit sowie die humanen und Umweltkosten, die wir alle zahlen müssen. Diese unerträgliche Situation muss ein Ende haben.

Vereinigt in einer Stimme werden wir die Politiker, und die Finanz-eliten, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker, die uns nicht vertreten.

Am 15. Oktober werden wir uns auf der Straße treffen, um den weltweiten Wandel den wir wollen zu beginnen. Wir werden friedlich demonstrieren, reden und organisieren bis wir es geschafft haben.

Es ist Zeit uns zu vereinen. Es ist Zeit dass sie uns zuhören!

Menschen der Welt, mobilisie euch am 15. Oktober!

Offizielle Website: http://www.15october.net/

Occupy Austria: http://www.facebook.com/OccupyAustria


Montag, 10. Oktober 2011

Tod der Todesstrafe

10. Oktober: Internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Amnesty International will bis Ende November 100.000 Unterschriften sammeln und am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, an Präsident Lukaschenko übergeben. Er soll dafür Sorge tragen, dass alle Hinrichtungen gestoppt werden und alle Todesurteile umgewandelt werden. Ein erster Schritt hin zur tatsächlichen Abschaffung.

Belarus ist der letzte Staat in Europa, der nach wie vor die Todesstrafe verhängt und diese auch vollstreckt. Seit der Unabhängigkeit von Belarus im Jahr 1991 wurden um die 400 Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Besonders grausam ist die Praxis in Belarus, dass Gefangene erst unmittelbar vor der Vollstreckung des Urteils von ihrer Hinrichtung erfahren und damit in ständiger Erwartung ihres Todes leben.

Amnesty International arbeitet mit dem „Human Rights Centre Viasna“ in Belarus zusammen und fordert den Präsidenten Lukashenko zu einem sofortigen Hinrichtungsstopp und zur Umwandlung aller bestehenden Todesurteile auf.

Helfen Sie mit, in ganz Europa die Todesstrafe abzuschaffen und unterschreiben Sie jetzt die Petition!

(Quelle: Amnesty International)


Am 21. September 2011 beendete der Staat Georgia/USA das Leben von Troy Davis. Bis zu seinem Tod bestanden größte Zweifel an seiner Schuld.

"Der Kampf gegen die Todesstrafe ist nicht mit mir verloren oder gewonnen (...). Wir werden gewinnen, wenn ihr nie aufhört, für Gerechtigkeit zu kämpfen."

Mit diesen Worten forderte Troy Davis Amnesty International kurz vor seiner Hinrichtung auf, sich weiter für die welteweit Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen.

TOD DER TODESSTRAFE!

Sunnivah_


Sonntag, 9. Oktober 2011

Buchtipp

Bilal ist ein Illegaler, unterwegs auf einer der berüchtigsten Transitrouten von Afrika nach Europa. Bilal ist Fabrizio Gatti, der renomierte italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben, und davon zu erzählen.

Auszug aus dem Buch:

Hundertzweiundachtzig Köpfe bewegen sich im Rhythmus der ächtzenden Federung. Hundertzweiundachtzig Leben, deren Zukunft hier auf dem Spiel steht. Wie die Geschichte der letzten Jahre zeigt, erreichen zwölf Prozent der Menschen, die von Libyen und Tunesien aufbrechen, Europa nicht. Zwölf Prozent kommen auf der Überfahrt um. Einige gehen über Bord. Einige werden ins Meer geworfen. Wieder andere verhungern und verdursten, wenn die Boote vom Kurs abkommen. Und wieder andere gehen mitsamt dem Boot unter (...)

Zwölf Prozent bedeutet, dass von den hundertzweiundachtzig Passagieren unseres Lkws zweiundzwanzig sterben werden. Und wenn bei uns alle überleben, werden vielleicht vierundvierzig Menschen des nächsten umkommen. Oder sechsundsechzig des übernächsten.

Bericht auf derFreitag (mit Leseprobe).

Das Buch ist sehr lesenswert, weil der Autor genau beschreibt welche Beweggründe und Geschichten hinter den Menschen aus Afrika stecken. Warum brechen sie auf, obwohl sie wissen, wie gefährlich die Reise ist? Welches Bild haben sie von Europa? Gatti ist den ganzen Weg von Senegal nach Libyen nachgerreist und er beschreibt auch die Route durch die Wüste, die man zuerst überleben muss, um dann überhaupt an Bord eines der kleinen Fischkutter zu gelangen, die sich auf den Weg nach Europa machen.

Es fehlt mir an Worten, um dieses Buch zu beschreiben, aber es gibt einen Einblick in die Erlebnisse von vielen Menschen, die wir sonst vielleicht nie zu hören bekommen würden...

Sunnivah_

Freitag, 7. Oktober 2011

Radiointerview

Tätlicher Angriff eines Fremdenpolizisten auf eine Flüchtlingsberaterin im PAZ Hernalser Gürtel (Wien)

Karin K. wollte am 6. Oktober 2011 wie so oft eine in der Früh festgenommene Klientin bei der fremdenpolizeilichen Einvernahme begleiten. Dabei kam es zu einem Angriff eines Beamten, berichtet Kurosch A. vom Freunde-Schützen-Haus im Gespräch mit ORANGE 94,0.

Freunde-Schützen-Haus (Verein Purple Sheep)

Hier der Link zum Interview auf Radio Orange

Artikel auf derStandard.at

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Bisphenol A

Die hormonaktive Chemikalie Bisphenol A in Babyschnullern wird österreichweit verboten

Aus Babyflaschen ist die hormonaktive Chemikalie Bisphenol A (BPA) seit diesem Sommer EU-weit verbannt. In Österreich wird dieses Verbot laut Gesundheitsministerium in den nächsten Tagen auf Schnuller ausgeweitet. Zuvor hatten Global 2000 und die Grünen kritisiert, dass der Stoff noch immer in den Beruhigungssaugern erlaubt sei.

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) habe die Verbotsverordnung am Dienstag unterzeichnet, sagte dessen Sprecher Fabian Fußeis, "damit ist das Verbot in den nächsten paar Tagen in Kraft." Die österreichische BPA-Verbotsverordnung, die auch Schnuller beinhaltet, sei gemäß dem vorgeschriebenen Prozedere bei der EU-Kommission notifiziert worden. Drei Staaten - die Niederlande, Tschechien und Großbritannien - hätten dem heimischen Vorhaben mit Hinweis auf zu befürchtende Wettbewerbsnachteile widersprochen. Das habe die Frist, sie zu erlassen, verlängert. Der Vorwurf von Wettbewerbsnachteilen sei ausgeräumt und die Verbotsverordnung dann dem Koalitionspartner vorgelegt worden.

In der Mehrzahl der heimischen Geschäfte finden sich zwar ohnehin keine der inkriminierten Schnuller mehr. Die meisten Hersteller hätten nach dem Skandal im Herbst 2009 auf BPA-freie Produktion umgestellt, bestätigten die Umweltschützer. Global 2000 hat aber erneut nachgeschaut, Stichproben gezogen und moniert nun, dass alte Bestände, die noch nicht als BPA-frei gekennzeichnet sind, nach wie vor erhältlich seien. "Bisphenol A muss zumindest aus allen Produkten, mit denen Kinder in Kontakt kommen, verboten werden", forderte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen. (red/APA)

(Quelle: derStandard.at)


Weitere Artikel auf derStandard.at zum Thema:

Weichmacher stören Hormon-Balance

EU-Behörde hält Bisphenol A für unbedenklich


Sunnivah_

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Kampf um Amazonien

Am Samstag, den 8.10.2011 um 11:30 Uhr wird im MDR die Sendung "Kampf um Amazonien - Die Internet-Indianer" ausgestrahlt. Natürlich zu einer unmöglich Zeit, aber hoffentlich ist der Beitrag später in der Mediathek zu finden.

Zum Inhalt:

"Das Internet ist unsere Waffe. Mit Pfeil und Bogen kämpfen wir längst nicht mehr", sagt Benki Piyako, Häuptlingssohn der Ashaninka im brasilianischen Amazonasregenwald. "Nur, wenn wir vernetzt sind, sind wir auf unserem Territorium in Sicherheit." Die Ashaninka leben im brasilianisch-peruanischen Grenzgebiet. Ihre Region ist reich an wertvollem Tropenholz und lockt regelmäßig Invasionen illegaler Holzfällertrupps an, die mit Maschinen und Waffen anrücken, rücksichtslos jahrhundertealte Urwaldriesen fällen, brandroden und Schneisen in den Regenwald schlagen. Wo die Indianer sich der Holzmafia in den Weg stellen, werden ihre Dörfer überfallen und die Menschen getötet oder verjagt.

Als vor einigen Jahren die brasilianische Regierung begann, isoliert lebende indigene Völker mit Internet-Stationen auszustatten, änderte dies vieles. Plötzlich hatten die Regenwald-Bewohner die Möglichkeit, die Behörden gezielt um Hilfe zu bitten. Illegale Holzfäller konnten gefasst werden, weil innerhalb kürzester Zeit Militär und Polizei per Helikopter im Indianergebiet eintrafen und Rohstoffpiraten auf frischer Tat ertappten. Der Kampf um die Rechte der indigenen Völker bekam dadurch entscheidenden Auftrieb, und vor allem die Ashaninka machten Schlagzeilen, weil sie vorlebten, wie sich Indianertraditionen mit modernem Bewusstsein und der Verantwortung für die Umwelt vereinen lassen.

(Quelle: MDR)

Ähnlicher Beitrag (Razzia im Regenwald) hier.

Die Filmproduktionsfirma Filmquadrat.dok machte neben diesem Film eine Serie zum Thema "Kampf um Amazonien" mit zwei weiteren Beiträgen: Razzia im Regenwald und Das Justizschiff. Die Anfänge aller drei Filme sind auf filmquadrat-dok.de zu sehen.

Sunnivah_

Sonntag, 2. Oktober 2011

Erfolg: Belo Monte gestoppt

Brasilien: Justizministerium stoppt den Bau von Belo Monte

Heute (29.09.2011) wurde der Bau des Megastaudamms Belo Monte erneut gerichtlich gestoppt. Der Klage eines Fischereivereins von Altamira (Acepoat) wurde im Justizministerium von Belém stattgegeben und der sofortige Stopp der Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Belo Monte angeordnet.

Die Entscheidung des Richters Carlos Eduardo Castro Martins verbietet dem Bauträger Norte Energia S.A (NESA) jegliche Änderung im Flussbett des Xingu durchzuführen. Er stellte in seiner Entscheidung das Interesse der Menschen die am Fluss vom Fischfang leben über die Wirtschaftsinteressen des brasilianischen Staates. Im Xingu leben 372 Fischarten, die für tausende Menschen die wirtschaftliche Lebensgrundlage bilden. Beim Bau von Belo Monte wären viele dieser Arten nicht überlebensfähig.

Außerdem drohen weitere negative Umweltauswirkungen. Von den 40 rechtlich verlangten Umweltauflagen ist bisher nur ein geringer Teil umgesetzt. Außerdem müssen für den Bau mindestens 20.000 Menschen vertrieben werden. In Brasilien sprachen sich deshalb auch 20 wissenschaftliche Gesellschaften gegen Belo Monte aus.

Das Belo Monte Projekt steht in Brasilien stellvertretend für ein heftige gesellschaftliche Debatte, ob Wirtschaftsinteressen grundsätzlich über den Erhalt der Natur und der Kultur stehen. Am Xingu Fluss leben besonders viele indigene Gruppen, auch bisher nicht kontaktierte, deren kulturelles Überleben durch das Wasserkraftwerk stark gefährdet ist.

Rettet den Regenwald hatte bisher über 60.000 Unterschriften gegen das Belo Monte Projekt gesammelt und im August nach einer Kundgebung an die brasilianische Botschaft übergeben.

(Quelle: Rettet den Regenwald)