Donnerstag, 16. Dezember 2010

Süßkraut statt Zucker?

44 kg Zucker nimmt der/die DurchschnittsösterreicherIn jährlich zu sich. Dass Zucker in großen Mengen nicht gesund ist, weiß man ja: Übergewicht, Karies und Hyperaktivität könnten Folgen sein - als Alternative werden oft Süßungsmittel verwendet, zwar auch nicht gesund, aber dafür wenig Kalorien.


Hier die Inhaltsstoffe von Süßstaofftabletten, Kalorienarm:
Süßstoff: Natriumcyclamat (E952), Säureregulatoren: Natriumhydrogencarbonat (E500ii) und Mononatriumcitrat (E331i), Süßstoff: Saccharin-Natrium (E954), Laktose.
- mh... hört sich ja lecker an ;)

E-Nummernliste laut Abeiterkammer (Stand Mai 2010)

E-Nummer: E952
Bermerkung: in den USA verboten, Hoden und Spermien im Tierversuch geschädigt
Herstellung/Anwendung für: synthetisch, für Light-Produkte

E-Nummer: E500i, ii, iii
Bemerkung: in hohen Dosen Reizungen des Magen- und Darmtraktes
Herstellung/Anwendung für: durch Veraschung von Seepflanzen; für Backpulver, Brausepulver

E-Nummer: E331 i, ii, iii
Bemerkung: unbedenklich
Herstellung/Anwendung für: synthetisch oder naturidentisch; für Eiscreme, Sodagetränke, Süßwaren

E-Nummer: E954
Bemerkung: in sehr hoher Dosierung Blasenkrebs im Tierversuch
Herstellung/Anwendung für: synthetisch; als Zuckerersatz

Die Industrie hat durchgesetzt, dass beim Kennzeichnungsrecht die Verwendung von Süßstoff nur im Kleingedruckten aufscheinen muss, durch harmlose Namen weiß man oft nicht, welche Grundsubstanz dahinter steckt. Süßungsmittel jeglicher Art werden in unsere Nahrungsmittel gemischt, auch bei manchen, wo man gar nicht auf die Idee kommen würde, dass Süßstoff darin sein könnte: In Marinade für Essiggurkerl, Rollmöpsen, Dosenbohnen, in einigen Knabbergebäck-Sorten, Packerlsuppe, Mundspülungen, Zahnpasta, etc.

Süßstoff ist billiger als Zucker und irgendetwas braucht die Industrie, um den bitteren metallischen Geschmack zu übertünchen... Süßstoff wird auch in Mastmittel in der Massentierhaltung eingesetzt und schlussendlich kommt es durch Heißhunger-Attacken wiederum zur Umsatzsteigerung (vgl. Hans-Ulrich Grimm: Die Suppe lügt. Die schöne neue Welt des Essens, Knaur 1999).

Süßkraut statt Zucker
(Artikel im MedStandard, 13.Dezember 2010, S.18):

Stevia heißt die Wunderpflanze aus Südamerika
- intensivere Süße als Rübenzucker
- so gut wie keine Kalorien
- der Zahnschmelz wird nicht angegriffen
- auch für Diabetiker geeignet
- bis 200°C hitzebeständig (kann also auch beim Kochen und Backen verwendet werden)

Noch ist der "Wunder-Süßstoff" in der EU verboten, der Grund: "Lebensmittel, die in der EU vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang im Einsatz waren, gelten als sogenannte Novel Food und sind als solches zulassungspflichtig - so auch das Süßungskraut samt seinen getrockneten Blättern und Rohextrakten. Ein Antrag auf Zulassung der Pflanze als Lebensmittelwurde aufgrund mangelnder Daten zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit abgelehnt."

Eine Überlegung ist auch, dass Stavia von der Zucker-Industrie unterdrückt wird. 1984 erbrachte eine von Monsanto (!) in Auftrag gegebene wissenschaftliche Untersuchung erhebliche Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia. Aufgrund dieser und weiterer Studien in den USA wurden Steviaprodukte und ihre Einfuhr in die USA 1991 von der Food and Drug Administration verboten - 1995 wurde das Verbot teilweise aufgehoben. Coca-Cola verwendet beispielsweise Rebaudiosid A (eines der Glycoside von Stavia) in den USA in einigen Limonaden. Mit der Zulassung in der EU dürfte es dann vermutlich auch bald in Coca-Cola selbst zu finden sein...

Denn im Laufe des Jahres 2011 ist mit der Zulassung von Stevioglycosiden als Zusatzstoff in bestimmten Lebensmittelgruppen zu rechnen, so das Fazit des Standard-Artikels.

Noch ein Artikel zu Stevia im Spiegel online: Lebensmittelriesen starten Zucker-Revolution
Artikel auf Zeit online: Die Zucker-Mafia
Selbstversuch 30 Tage ohne Zucker auf http://naturgetr.eu
Videobeitrag des ARD auf YouTube (5:39 Minuten)

Süße Grüße,
Sunnivah_

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