Freitag, 26. November 2010

Asyl in Not

Todesfälle in Österreich

Gagenpret Singh 2009: Ein junger Inder wurde in Wien aufgegriffen und in Schubhaft genommen. Er war seit über einem Monat im Hungerstreik als er starb. Der Amtsarzt hatte am Vortag des Todes seine weitere "Haftfähigkeit" festgestellt.

Yankuba Ceesay 1987 - 2005: der 18-jährige aus Gambia war in Linz (OÖ) in Schubhaft gekommen, weil seine Identität nicht geklärt war. Er begann einen Hungerstreik und verlor dabei 17,5 Kilo. Im Linzer Krankenhaus randalierte er nach Angabe von Beamten. Ceesay litt an einer Sichelzellanämie und starkem Mangel an Flüssigkeit, was zu Deliriums-ähnlichen Zuständen führte. Er kam in eine "Sicherungszelle" ohne Wasserhahn und Bett. Wenige Stunden später wurde Yankuba Ceesay Tod aufgefunden.

3. August 2002: Ein 30-jähriger Schubhäftling aus Osteuropa wird im Verwaltungsarrest Bludenz tot in seiner Zelle entdeckt. Der Mann ist laut Obduktionsbericht an einer Lungenembolie gestorben.

Marcus Omufumo 1973 - 1999: der 26-jährige Asylwerber aus Nigeria, wurde während einer Flugzeug-Abschiebung aus Österreich nach Sofia von drei Polizisten getötet. Da er nicht einsteigen wollte und im Flugzeug zu schreien und randalieren begann, schnürten drei begleitenden Polizeibeamten während des Fluges seinen Brustkorb mit Klebebändern ein und verklebten ihm den Mund sowie die Nase, woraufhin er erstickte.


Ein ähnlicher Fall - Seibane Wague war zwar kein Asylwerber, starb aber ebenfalls durch Polizeigewalt (Video):

Seibane Wague 1969 - 2003: er war ein mauretanischer Physik-Student, der infolge einer Polizeiaktion ums Leben kam. Wague war als Nachtwächter des "Afrikadorfes" im Wiener Stadtpark beschäftigt. Vermutlich aus psychischen Problemen kam es zu Streitigkeiten mit dem Leiter des Kulturdorfes woraufhin die Polizei verständigt wurde. Wague war gereizt und wehrte sich, als man ihm Handschellen anlegen wollte.

Sechs Polizisten fixierten in weiterer Folge Seibane Wague in Bauchlage mit auf den Rücken gefesselten Händen und gefesselten Füßen mindestens fünf Minuten lang am Boden. Drei Sanitäter beteiligten sich ebenfalls an der Fixierung Seibane Wagues. Die Fixierung erfolgte teilweise unter Einsatz des gesamten Körpergewichtes und unter Verabreichung von Faustschlägen auf Seibane Wagues Körper und Kopf. Der Notarzt griff nicht ein. Wague starb.



1.223 Schubhäftlinge sind von Jänner bis Ende August 2009 in Hungerstreik getreten. Das sind laut den Zahlen des Innenministeriums rund 31 Prozent aller Betroffenen. Sie müssen täglich zu einer ärztlichen Kontrolle (orf.at).


Sunnivah_

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