Mittwoch, 28. Juli 2010

Es gibt keinen "guten" Ölkonzern

Immer noch aktuell: Die Ölpest im Golf von Mexiko...


Mittlerweile hat BP-Chef Hayward seinen Rücktritt bekannt gegeben (ab Oktober), anscheinend hat die Katastrophe bisher 32 Milliarden Dollar für BP gekostet und der neue Abdichtzylinder soll funktinieren...
--> hier eine Link zur Chronologie der Katastrophe auf derStandard.at

Doch es ist ja nicht so, dass die Ölgewinnung normalerweise ohne Probleme, d.h. ohne Menschenrechtsverletzungen oder Umweltkatastrophen geschieht.

Was im Golf von Mexiko passiert ist, hat großes mediales Interesse geweckt, aber ist nur die Spitze des Eisberges. Unfälle mit Öltankern, Zerstörung von Lebensräumen, undichte Pipelines und schlechte Wartung von Anlagen... oft genug gibt es Meldungen darüber, oder auch nicht.

Seit 50 Jahren wird auch im Nigerdelta durch Shell (der weltgrößte Energiekonzern) nach Öl gebohrt (siehe "Die Ölpest, die keinen interessiert", auf derStandard.at)
Es gab auch schon einige Gerichtsverfahren gegen Shell, die vor allem vom "Movement for the Survival of the Ogoni People" vorangetrieben werden. Vor allem nach der Ermordung des Nigerianers Ken Saro Wiwa (Leiter der MOSOP) und 8 seiner Kollegen durch das nigerianische Regime gab es weltweite Proteste gegen Shell (1995).

Videobeitrag Nigerdelta: siehe hier

Das Image des Ölkonzerns wurde nochmals geschädigt, als die Ölplattform Brent Spar in der Nordsee versenkt werden sollte. In diesem Jahr 1995 kam es dann zu großen Protestaktionen und einem Shell-Boykott vieler Einzelpersonen, PolitikerInnen und Verbänden. Es kam beim Konzern zu Umsatzeinbußen von bis zu 80% .

Shell gestand ebenfalls Pistolen und Munition für Polizeitruppen des Regimes in Niger gekauft zu haben, um "Attacken" der Bevölkerung gegen die Ölanlage abzuwehren.

"Greenwahsing" heißt nun die neue Stratgie, nach - oder am besten noch bevor es zu so einem Imageschaden kommt. Sich für die Umwelt einsetzen, Nachhaltige Entwicklung und Transparenz - oder mit anderen Worten: die KonsumentInnen ablenken und ihnen weismachen, dass sich der Konzern Gedanken über Umwelt und Menschenrechte macht. Somit beugt man Protestbewegungen vor und manipuliert soviel es nur geht - es scheint zu funktionieren...
Doch geändert hat sich an der Situation im Nigerdelta nichts...

Bei dem Boykott gegen Shell im Jahr 1995 haben viele unterschiedliche Gruppen zusammengehalten und auch etwas erreicht... aber wie schon meine Überschrift sagt: "Es gibt keinen guten Ölkonzern" - wenn nicht bei Shell getankt wird, dann bei BP, wenn wir BP wegen der Ölkatastrophe bestrafen wollen, dann tanke ich wo? ...ohne Öl geht es nun mal nicht auf dieser Welt, aber die Situation so wie sie jetzt ist, ist auch nicht akzeptabel...

Es scheint eine auswegslose Situation zu sein...

Sunnivah_

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