Donnerstag, 16. Dezember 2010

Süßkraut statt Zucker?

44 kg Zucker nimmt der/die DurchschnittsösterreicherIn jährlich zu sich. Dass Zucker in großen Mengen nicht gesund ist, weiß man ja: Übergewicht, Karies und Hyperaktivität könnten Folgen sein - als Alternative werden oft Süßungsmittel verwendet, zwar auch nicht gesund, aber dafür wenig Kalorien.


Hier die Inhaltsstoffe von Süßstaofftabletten, Kalorienarm:
Süßstoff: Natriumcyclamat (E952), Säureregulatoren: Natriumhydrogencarbonat (E500ii) und Mononatriumcitrat (E331i), Süßstoff: Saccharin-Natrium (E954), Laktose.
- mh... hört sich ja lecker an ;)

E-Nummernliste laut Abeiterkammer (Stand Mai 2010)

E-Nummer: E952
Bermerkung: in den USA verboten, Hoden und Spermien im Tierversuch geschädigt
Herstellung/Anwendung für: synthetisch, für Light-Produkte

E-Nummer: E500i, ii, iii
Bemerkung: in hohen Dosen Reizungen des Magen- und Darmtraktes
Herstellung/Anwendung für: durch Veraschung von Seepflanzen; für Backpulver, Brausepulver

E-Nummer: E331 i, ii, iii
Bemerkung: unbedenklich
Herstellung/Anwendung für: synthetisch oder naturidentisch; für Eiscreme, Sodagetränke, Süßwaren

E-Nummer: E954
Bemerkung: in sehr hoher Dosierung Blasenkrebs im Tierversuch
Herstellung/Anwendung für: synthetisch; als Zuckerersatz

Die Industrie hat durchgesetzt, dass beim Kennzeichnungsrecht die Verwendung von Süßstoff nur im Kleingedruckten aufscheinen muss, durch harmlose Namen weiß man oft nicht, welche Grundsubstanz dahinter steckt. Süßungsmittel jeglicher Art werden in unsere Nahrungsmittel gemischt, auch bei manchen, wo man gar nicht auf die Idee kommen würde, dass Süßstoff darin sein könnte: In Marinade für Essiggurkerl, Rollmöpsen, Dosenbohnen, in einigen Knabbergebäck-Sorten, Packerlsuppe, Mundspülungen, Zahnpasta, etc.

Süßstoff ist billiger als Zucker und irgendetwas braucht die Industrie, um den bitteren metallischen Geschmack zu übertünchen... Süßstoff wird auch in Mastmittel in der Massentierhaltung eingesetzt und schlussendlich kommt es durch Heißhunger-Attacken wiederum zur Umsatzsteigerung (vgl. Hans-Ulrich Grimm: Die Suppe lügt. Die schöne neue Welt des Essens, Knaur 1999).

Süßkraut statt Zucker
(Artikel im MedStandard, 13.Dezember 2010, S.18):

Stevia heißt die Wunderpflanze aus Südamerika
- intensivere Süße als Rübenzucker
- so gut wie keine Kalorien
- der Zahnschmelz wird nicht angegriffen
- auch für Diabetiker geeignet
- bis 200°C hitzebeständig (kann also auch beim Kochen und Backen verwendet werden)

Noch ist der "Wunder-Süßstoff" in der EU verboten, der Grund: "Lebensmittel, die in der EU vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang im Einsatz waren, gelten als sogenannte Novel Food und sind als solches zulassungspflichtig - so auch das Süßungskraut samt seinen getrockneten Blättern und Rohextrakten. Ein Antrag auf Zulassung der Pflanze als Lebensmittelwurde aufgrund mangelnder Daten zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit abgelehnt."

Eine Überlegung ist auch, dass Stavia von der Zucker-Industrie unterdrückt wird. 1984 erbrachte eine von Monsanto (!) in Auftrag gegebene wissenschaftliche Untersuchung erhebliche Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia. Aufgrund dieser und weiterer Studien in den USA wurden Steviaprodukte und ihre Einfuhr in die USA 1991 von der Food and Drug Administration verboten - 1995 wurde das Verbot teilweise aufgehoben. Coca-Cola verwendet beispielsweise Rebaudiosid A (eines der Glycoside von Stavia) in den USA in einigen Limonaden. Mit der Zulassung in der EU dürfte es dann vermutlich auch bald in Coca-Cola selbst zu finden sein...

Denn im Laufe des Jahres 2011 ist mit der Zulassung von Stevioglycosiden als Zusatzstoff in bestimmten Lebensmittelgruppen zu rechnen, so das Fazit des Standard-Artikels.

Noch ein Artikel zu Stevia im Spiegel online: Lebensmittelriesen starten Zucker-Revolution
Artikel auf Zeit online: Die Zucker-Mafia
Selbstversuch 30 Tage ohne Zucker auf http://naturgetr.eu
Videobeitrag des ARD auf YouTube (5:39 Minuten)

Süße Grüße,
Sunnivah_

Dienstag, 14. Dezember 2010

Addicted to Plastic

Die Doku "Plastik über alles" war neulich auf ARTE zu sehen und ist jetzt in 9 Teilen auf YouTube zu finden: Teil 1 hier!


(Quelle: http://www.klima-wandel.com/tag/kunsstoffe/)

Besonders am Ende des Filmes gibt es viele interessante Informationen wie Plastik wiederverwertbar/recyclebar ist. Ob Bahngleise, Modeschmuck, Taschen oder Kleidung - Plastik ist auf jeden Fall vielseitig. Auch auf ARD gab es dazu eine kleinen Bericht: siehe hier!

Ebenfalls gibt es schon ziemlich gute Ansätze in der organischen Herstellung von Kunststoff - also Bioplastik. Auch in Österreich: Initiative Biokunststoff Niederösterreich.

Für ein Verbot von Plastiksackerln in Österreich schaut es dabei zum Beispiel aber schlecht aus: "Die Verpackungsverordnung ist eine Umsetzung der EU-Richtlinie über Verpackungen. Verbote bestimmter Verpackungen sind daher nach geltendem EU-Recht nicht möglich", heißt es aus dem Umweltministerium (Quelle: APA).

In Italien geht es aber anscheinend doch: "Basta buste" - aus für das Sackerl
Haftstrafe für Herstellung von Plastiksackerl in Uganda

Ein paar Links:
Plastiktasche recycled
Bericht auf derStandard.at
Film Plastic Planet

Green life online und Auftragselfe haben sich zum Thema Plastik auch schon vor längerer Zeit ausgetauscht ;)

lg, Sunnivah_

Montag, 6. Dezember 2010

Für eine andere Welt

Griechenland, Frankreich, Dänemark, Brasilien oder China – überall auf der Welt regt sich entschiedener Widerstand. Hier der Zorn der Jugendlichen, dort die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Aufstand der vom System Ausgeschlossenen.
Nie zuvor war der Geist der Revolte so stark und so verbreitet. Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt. Alle Proteste werden von jungen Menschen getragen, die ihrem Unmut über die Globalisierung Luft machen wollen...

(ARTE-Doku, Frankreich, 2010)

Für eine andere Welt, Teil 1

Für eine andere Welt, Teil 2

Für eine andere Welt, Teil 3

Für eine andere Welt, Teil 4


Sunnivah_

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Asyl in Not

Als letzten Beitrag zum Thema Asyl möchte ich noch aktuelle Berichte der vergangenen Tage aufgreifen. Wenn man sich mit diesem Thema näher befasst, finden sich tausende erschreckende Fakten und Berichte... Welche Richtung Europa zu diesem Thema einschlägt, ist leider sehr traurig - die Berichte sprechen für sich:

Österreich:
Die Polizisten sagten: "Dieses Land braucht euch nicht" (derstandard.at)
Familienabschiebung vorerst aufgeschoben (derstandard.at)
"Aids-Kranke werden in den Tod geschickt" (derstandard.at)
Feindbild Kinderflüchtling (derstandard.at)
FPÖ erfreut über Erfolg der "Ausschaffungsinitiative (derstandard.at)
Nachtrag:
Verschleppte Frau wurde abgeschoben (derstandard.at)
Nigerianer sprang aus Angst vor Abschiebung aus dem Fenster (derstandard.at)

Schweiz:
53 Prozent sagten JA zur "Ausschaffungsinitiative" (derstandard.at)

Europa:
Gaddafi droht Europa - Geld oder Flüchtlinge! (DeutscheWelle.de)



Sunnivah_

Freitag, 26. November 2010

Asyl in Not

Todesfälle in Österreich

Gagenpret Singh 2009: Ein junger Inder wurde in Wien aufgegriffen und in Schubhaft genommen. Er war seit über einem Monat im Hungerstreik als er starb. Der Amtsarzt hatte am Vortag des Todes seine weitere "Haftfähigkeit" festgestellt.

Yankuba Ceesay 1987 - 2005: der 18-jährige aus Gambia war in Linz (OÖ) in Schubhaft gekommen, weil seine Identität nicht geklärt war. Er begann einen Hungerstreik und verlor dabei 17,5 Kilo. Im Linzer Krankenhaus randalierte er nach Angabe von Beamten. Ceesay litt an einer Sichelzellanämie und starkem Mangel an Flüssigkeit, was zu Deliriums-ähnlichen Zuständen führte. Er kam in eine "Sicherungszelle" ohne Wasserhahn und Bett. Wenige Stunden später wurde Yankuba Ceesay Tod aufgefunden.

3. August 2002: Ein 30-jähriger Schubhäftling aus Osteuropa wird im Verwaltungsarrest Bludenz tot in seiner Zelle entdeckt. Der Mann ist laut Obduktionsbericht an einer Lungenembolie gestorben.

Marcus Omufumo 1973 - 1999: der 26-jährige Asylwerber aus Nigeria, wurde während einer Flugzeug-Abschiebung aus Österreich nach Sofia von drei Polizisten getötet. Da er nicht einsteigen wollte und im Flugzeug zu schreien und randalieren begann, schnürten drei begleitenden Polizeibeamten während des Fluges seinen Brustkorb mit Klebebändern ein und verklebten ihm den Mund sowie die Nase, woraufhin er erstickte.


Ein ähnlicher Fall - Seibane Wague war zwar kein Asylwerber, starb aber ebenfalls durch Polizeigewalt (Video):

Seibane Wague 1969 - 2003: er war ein mauretanischer Physik-Student, der infolge einer Polizeiaktion ums Leben kam. Wague war als Nachtwächter des "Afrikadorfes" im Wiener Stadtpark beschäftigt. Vermutlich aus psychischen Problemen kam es zu Streitigkeiten mit dem Leiter des Kulturdorfes woraufhin die Polizei verständigt wurde. Wague war gereizt und wehrte sich, als man ihm Handschellen anlegen wollte.

Sechs Polizisten fixierten in weiterer Folge Seibane Wague in Bauchlage mit auf den Rücken gefesselten Händen und gefesselten Füßen mindestens fünf Minuten lang am Boden. Drei Sanitäter beteiligten sich ebenfalls an der Fixierung Seibane Wagues. Die Fixierung erfolgte teilweise unter Einsatz des gesamten Körpergewichtes und unter Verabreichung von Faustschlägen auf Seibane Wagues Körper und Kopf. Der Notarzt griff nicht ein. Wague starb.



1.223 Schubhäftlinge sind von Jänner bis Ende August 2009 in Hungerstreik getreten. Das sind laut den Zahlen des Innenministeriums rund 31 Prozent aller Betroffenen. Sie müssen täglich zu einer ärztlichen Kontrolle (orf.at).


Sunnivah_

Sonntag, 21. November 2010

Asyl in Not

Achtung Grenze! Menschenrecht auf Asyl
(Zusammenfassung der Amnesty International Tagung in der Steiermark, 5.-7.11.2010)
TEIL 2

"Die Organisation Unite führt seit 1993 eine Liste mit amtlich dokumentierten Todesfällen von Flüchtlingen und Migranten, die beim Versuch gestorben sind, nach Europa einzuwandern. Bis April 2005 umfasste die Liste 6.466 Todesfälle, davon über 90 Prozent auf See. Geht man - wie etwa das Rote Kreuz - davon aus, dass jede dritte Leiche gefunden wird, hieße das: In den letzten 10 Jahren sind etwa 20.000 Menschen beim Versuch gestorben, Europa zu erreichen..."

(Auszug aus dem Buch "Gestürmte Festung Europa" - Das Schwarzbuch, von Corinna Milborn, Seite 39)

Bericht "Frontex und die toten Flüchtlinge"


(Quelle: tagesspiegel.de - Buch :Mamadous Fahr in den Tod von Gabriele del Grande)

Wer es nach Europa schafft, hat es keineswegs geschafft. Die Dublin II Verordnung, die wenig akzeptierten Asylgründe, die fehlende Aufklärung über die Rechtslage, unkompetente oder gar keine DolmetscherInnen, jahrelange Wartezeiten und die menschliche Kälte der Entscheidungsträger, Richter, Rechtshilfen und letzendlich der Europäer in den Aufnahmeländern machen es fast unmöglich einen postiven Asylbescheid zu bekommen. Die Flüchtlinge werden in die Illegalität getrieben.

Durch Medien werden die AsylwerberInnen kriminalisiert und abgelehnt, nationale Gesetzte werden immer mehr Verschärft (Anwesenheitspflicht) und Abschiebepraxen vertuscht. Es ist kaum vorstellbar welche Gräueltaten mit Wissen und unter Duldung der Regierenden passieren. Und warum das alles? Europa beutet ander Länder aus, will die Konsequenzen aber nicht tragen - die eigene Schuld wird ausgeblendet, aus Geldgier, Egoismus und Machtgründen. Wie kann so etwas sein? Wo bleiben menschliche Werte und die Nächstenliebe? Es ist mir schleierhaft, wie man mit diesem Gewissen leben kann, denn Geld und Macht sind unbedeutend und unwichtig, wenn es um Menschenrechte geht!

Sunnivah_

Dienstag, 16. November 2010

Asyl in Not

Achtung Grenze! Menschenrecht auf Asyl
(Zusammenfassung der Amnesty International Tagung in der Steiermark, 5.-7.11.2010)
TEIL 1

Artikel 1 der Menschenrechtsdeklaration:
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 14: Jeder Mensch hat das Recht in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

Europa wird immer mehr zur Festung gegen Einwanderung. Zäune und Überwachungskameras werden gekauft, Agenturen für den "Schutz" an den EU-Außengrenzen gegründet. Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Konflikten fliehen und hier Schutz suchen, werden illegalisiert und kriminalisiert. Im Inneren Europas werden neue Gesetze geschaffen, die AusländerInnen von der Gesellschaft immer weiter ausschließen.

Was die EU unter Vorgabe von Gesetzen macht, ist zutiefst menschenverachtend und falsch. Nur erfährt man kaum etwas davon. Wer weiß schon, dass die EU momentan mit dem Lybischen Staatsoberhaupt Gaddafi in Verhandlungen ist, der Millionen von Euro will, um Europa vor dem "schwarz werden" zu "beschützen"? Das Lybien die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterschrieben hat und dass das (Steuer-)Geld vermutlich kaum dafür verwendet wird, was uns Gaddafi verspricht, interessiert niemanden. Gaddafi selbst kontrolliert die Schlepperbanden in seinem Land und profitiert davon.

Ärzte ohne Grenzen berichtet immer wieder, wie MigrantInnen die aus allen Teilen Afrikas in den Norden streben, um nach Europa zu gelangen, von dort wieder zurückgeschoben werden: und zwar so, dass sie einfach in der Sahara ohne Wasser oder Nahrung ausgesetzt werden, teilweise noch gefesselt oder verletzt von Polizeiübergriffen.

Ceuta und Melilla sind zwei spanische Städte in Afrika, genauer gesagt in Marokko. Auf der einen Seite, in Europa liegt die Lebenserwartung bei 80 Jahren, ein paar Meter weiter, über den Zaun Richtung Süden bei 40 Jahren. Ein fast sechs Meter hoher Zaun trennt die "zwei Welten" voneinander ab. Eigentlich gilt das Recht auf Asyl, sobald man an eine Grenze kommt, aber Gesetze werden hier schon lange nicht mehr beachtet. 2005 kam es zu einer Massenstürmung der Flüchtlinge über den Zaun:

"Die Grenzpolizei war darauf nicht vorbereitet. Dutzende (Flüchtlinge) schnitten sich an den scharfen Klingen des Z-Drahtes die Hände und Arme auf, brachen sich die Knochen beim Fallen oder wurden von marokkanischen und spanischen Sicherheitskräften verletzt. Noch Monate später liegen einige von ihnen in der Krankenstation des Flüchtlingzentrums in Ceuta. Sieben der Flüchtlinge wurden beim Überwinden des Zaunes vom marokkanischen Militär erschossen. Etwa 1200, die es nicht über den Zaun schafften, wurden mit Handschellen in Bussen an die algerische Grenze mitten in die Sahara gebracht."

(Auszug aus dem Buch "Gestürmte Festung Europa" - Das Schwarzbuch, von Corinna Milborn)


Wenn es die Flüchtlinge trotzdem in eines der Boote von Schleppern schaffen, haben sie es bei weitem noch nicht geschafft, denn das Mittelmeer wird zur Todesfalle...

TEIL 2 folgt...

Freitag, 29. Oktober 2010

Video-Sammlung

In den letzten Tagen waren einige interessante Dokumentationen im Fernsehen. Hier eine kleine Online-Video-Sammlung zum Nachschauen:

Schmutzige Schokolade
, am 6.10 auf ARD (Mediathek)

Frisch auf den Müll
, am 20.10 auf ARD

Im Land der Dicken
, am 23.10 auf ARD (Mediathek)

Hunger, am 25. 10 auf Das Erste (Mediathek)

Kinderarbeit für Baumwolle
, am 25.10 auf Das Erste, MDR-Magazin (das Video am Ende der MDR-Seite)

Hilfe! Was essen wir?
, am 27.10 auf ARD (Mediathek)

4-teilige Serie "Blut, Schweiß und T-Shirts", auf ZDFneo

1.Teil siehe hier
2.Teil siehe hier
3.Teil siehe hier
den 4.Teil habe ich leider noch nicht gefunden... sehr schade

4-teilige Serie "Blut, Schweiß und Fastfood", auf ZDFneo

Kinderschinder - Der Preis für eine Tasse Kaffee
, am 31. 10 auf 3sat
Teil 1
Teil 2

"Blutige Handys", am 29. 11 auf WDR (Mediathek)

Food Inc. in 5 Teilen auf YouTube

Viele interessante und aufschlussreiche Filmstunden wünscht Sunnivah_

Freitag, 15. Oktober 2010

¡Ya basta!

„Wir müssen die Welt nicht erobern.
Es reicht, sie neu zu schaffen. Heute. Durch uns!“

Subcomandante Marcos: Ejército Zapatista de Liberación Nacional


Am 1. Jänner 1994 gab es in Chiapas, ein Bundesstaat in Mexiko, einen bewaffneten Aufstand. Die Ejército Zapatista de Liberación Nacion (EZLN) kämpfte zwei Wochen lang gegen die Regierung und gegen das Inkrafttreten des nordamerikanischen Freinhandelsabkommen NAFTA. Mit dem Ausruf ¡Ya basta! wurden fünf Bezirkshauptstädte von maskierten KämpferInnen besetzt. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und eine landesweite Revolution verhindert.

Seither setzt sich die überwiegend aus Indigenas bestehende Guerillaorganisation mit friedlichen Mitteln gegen Ausbeutung, Rassismus, Unterdrückung der Frauen und Naturzerstörung ein. Die Zapatistas (benannt nach Emiliano Zapata) besetzten Ländereien von Großgrundbesitzern und bauen dort eigene Strukturen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Verwaltung und Wirtschaft auf. Ziel ist eine basisdemokratsiche Gesellschaftsordnung. Die mexikanische Regierung reagiert darauf bis heute mit Repression und Sabotage.

1996 und 1997 organisierten die Zapatistas ein internationales Treffen gegen Neoliberalismus und für Menschlichkeit. Seit 2003 gibt es sogenannte "Caracoles", fünf Verwaltunszentren, in denen es die "Juntas der Guten Regierung" gibt. Diese verstehen sich als rotierende, basisdemokratische Regierung, die für alle Belange der jeweiligen Region verantwortlich ist.

(Quelle: Hajor_Wikimedia Commons)

„Sie befinden sich auf zapatistischem Gebiet.
Hier regiert die Bevölkerung und die Regierung gehorcht.“


Der Dokumentarfilm "Aufstand in Würde" zeigt einige zapatistische Gemeinden, in denen das Filmteam unterwegs war. Einen kurzen Filmausschnitt gibt es hier.

„Democracia, Libertad y Justicia!“
"Viva Zapata!"
"Tierra y Libertad!"
"Hasta la victoria siempre!"

**********

Ein Buchtipp zu diesem Thema: Kingsnorth, Paul: Global. Attack. Der neue Widerstand gegen die Diktatur der Konzerne.

Sunnivah_

Dienstag, 28. September 2010

KonsumentInnendemokratie?

"An dieser Stelle sei vor einem verbreiteten Irrglauben gewarnt, nämlich dass die KonsumentInnen eine bessere Welt über den Konsum herbeikaufen könnten. Das Problematische an diesem Ansatz ist, dass er zum einen goldrichtig ist, zum anderen ein gefährliches Ablenkungsmanöver.

Zunächst ist es absolut wichtig und gut, bewusst und kritisch zu leben und zu konsumieren: langlebige Gebrauchsgüter zu bevorzugen, biologische Nahrungsmittel aus Nahversorgung zu beziehen; auf Ökostrom und öffentlichen Verkehr umzusteigen, auf Autobesitz und Kurzurlaub per Flugzeug zu verzichten und fairen Handel zu fördern.
Gleichzeitig darf aber nicht übersehen werden, dass die "Demokratie via Kaufentscheidung" nur am Ende des politischen und wirtschaftlichen Prozesses stattfindet. Was vor dem Einkauf passiert, wird anderen Interessensgruppen zur Entscheidung überlassen. Bevor die Ware in das Regal kommt, entscheiden Gesetze darüber, welche Waren überhaupt in die Regale kommen und zu welchem Preis: ob gentechnisch verändertes Essen hineinkommt, ob biologische Produkte teurer sind als umweltverschmutzende, ob Fair-Trade-Kaffee teurer oder billiger ist als Pestizid-Kinderarbeit-Kaffee, ob Ökostrom billiger oder teurer ist als Atomstrom, ob die öffentliche Rentenversicherung meinen Lebensstandard absichert oder ich gezwungen bin, privat vorzusorgen, ob Aktienfonds steuerlich oder mit Prämien gefördert werden oder nicht. Das Supermarktregal ist nur die letzte Station demokratischer Entscheidungsprozesse.

Hinzu kommt: Am Supermarktregal entscheiden nicht Menschen, sondern ihre Kaufkraft: Wer ein dickes Geldbörsl hat, hält auch mehr "Stimmrecht": Plutokratie. Wer sich nicht für eine gerechte Verteilung oder für wirksame Umweltgesetze einsetzt, darf sich dann nicht wundern, dass sie oder er nicht über die nötige Kaufkraft verfügt, um sich teureren Ökostrom, Bio-Kost und Fair-Trade zu leisten. Wenn kein öffentliches Verkehrsmittel mehr fährt, hat der/die "KonsumentIn" gar keine Wahl.

Ein dritter Grund: Nicht alle Konzernaktivitäten sind boykottierbar. Was mache ich, wenn ein kanadischer Kupferkonzern in Zentralafrika die Lebensräume indigener Bevölkerung zerstört. Soll ich meinen Elektroinstallateur boykottieren?
Viertens: KonsumentInnen fehlen in vielen Fällen die für eine bewusste Kaufentscheidung nötige Information. So sind heute selbst in der EU Milchprodukte, Eier und Fleisch von Tieren, die mit Gentechnik-Futter gemästet wurden, nicht gekennzeichnet. In der WTO machen einige Länder, allen voran die USA, mächtig Druck, auch die bestehenden Gentechnik-Kennzeichnungen zu verbieten.

Aus diesen Gründen ist es zwar goldrichtig, kritisch und bewusst zu konsumieren, aber mindestens genauso wichtig ist es, sich für gerechte Gesetze und Spielregeln einzusetzen. Die Konzerne verwenden sehr viel Energie auf Beeinflussung der Gesetze und Gestaltung der Spielregeln. Die StaatsbürgerInnen wären dumm, nur das relativ schwache Instrument "Konsum" zu nützen und auf das viel stärkere Instrument "Gesetz" zu verzichten.

Fair Trade ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass freiwilliges bewusstes Konsumverhalten einen wertvollen ersten Schritt in eine gerechtere Welt darstellen kann. Im zweiten Schritt muss es darum gehen, Fair Trade zum Standard zu machen."

(Auszug aus dem Buch "50 Vorschläge für eine gerechtere Welt - Gegen Konzernmacht und Kapitalismus" von Christian Felber, S. 182f)


Dem ist nichts hinzuzufügen,
alles Liebe,
Suninvah_

Montag, 27. September 2010

Bittere Schokolade

"Rund 25 € kostet das Stück. Das ist nicht so viel, also nahm der Kakaofarmer Amadou Bamba gleich zwei davon. Das erste Kaufobjekt trägt den Namen Abou, das zweite nennt sich Adama. Abou und Adama sind heute zehn Jahre alt. Seit sie vor drei Jahren von ihrem nunmehrigen Besitzer käuflich erworben wurden, schuften die beiden Jungen gemeinsam mit zwanzig anderen Kindern im Alter von acht bis vierzehn Jahren auf dessen Plantagen. Sieben Tage in der Woche, von sechs Uhr morgens bis neun Uhr abends, ohne Pause.
Von Hunden bewacht und gehetzt, mit Peitsche und Machete bedroht, rackern die Kinder dort in der glühenden Hitze..."
(Auszug aus dem Buch "Schwarzbuch Markenfirmen", Klaus Werner/Hans Weiss, S.145)

(Foto: Zarni / pixelio.de)

Nach Schätzungen von UNICEF und ILO arbeiten weltweit ca. 250 Millionen Kinder.

Schokolade essen wir besonders gern: 1,5 Millionen Tonnen im Jahr essen die EuropäerInnen - das sind 15 Milliarden Tafeln. Die Schokoladen-Industrie profitiert, Kinder in Afrika müssen jedoch darunter leiden. So erzählt der Film "The Dark Side of Chocolat" (am 6.Oktober auf "DasErste" um 23:30) des investigativen Journalisten und Fimemacher Miki Mistrati über seine Reise nach Westafrika und seine verdeckten Recherchen.
Miki Mistrati fand mit Hilfe Einheimischer geflohene Opfer, er ging auf die Plantagen, fand dort kleine Jungen bei der Arbeit, er traf einen Polizisten von Interpol, der soeben eine Razzia geleitet hatte, bei der 65 Kinder befreit wurden, die auf den Kakao-Plantagen als Sklaven arbeiten mussten.

In Europa wurde die Schokoladen-Industrie mit diesem Videomaterial zur Rede gestellt, doch keine der vielen Firmen wollte das Beweismaterial ansehen, oder dazu Stellung nehmen. Die Argumentation: Die Plantagen sind nicht in Besitz der Firmen, also sind diese nicht verantwortlich für Vorgänge auf den Plantagen.

Die beherrschenden Konzerne sind bekannte Markenfirmen (Aufzählung in der Reihenfolge ihres Süßwarenumsatzes):
  • Neslté (Schweiz) mit den Marken After Eight, Baci, KitKat, Lion, Nesquik, Nuts, Smarties etc....
  • Mars (USA) mit Balisto, Banjo, Bounty, M&Ms, Mars, Milky Way, Snickers, Twix etc...
  • Philip Morris / Kraft Jacobs Suchard (USA) mit Bensdorp, Daim, Finessa, Kaba, Milka, Mirabell Mozartkugeln, Suchard, Toblerone etc...
  • Ferrero (Italien) mit Duplo, Ferrero-Roché, Hanuta, "Kinder"-Produkte, Mon Chérie, Nutella, etc...
("Schwarzbuch Markenfirmen", Klaus Werner/Hans Weiss, S.148)

Der Faire Handel hat zum Beispiel am deutschen Markt mit weniger als 1 % bislang nur einen kleinen Anteil mit Produkten aus Kakao. Mehr über Schokolade und seine dunkle Seite sind auf der Seite von GEPA - The Fair Trade Company nachzulesen.


Sunnivah_

Sonntag, 26. September 2010

Wahlwechsel

Passend zur bevorstehende Wien-Wahl am 10. Oktober möchte ich über die Möglichkeit des Wahlwechsels informieren. Viele MigrantInnen haben ihren Lebensmittelpunkt in Wien, sind aber nicht wahlberechtigt... oder doch?

Durch die Wahlwechsel-Idee ist es möglich dass eine Person, die wahlberechtigt ist, aber nicht wählen möchte, im Auftrag einer nicht stimmberechtigten Person wählt. Möglich macht das eine Initiative von ENARA - European Network Against Racism Austria.

Im Jahr 2002 entstand im Rahmen der Kampage "Österreich für Alle gleich" diese Idee. Grundgedanke ist eine antirassistische Forderung nach einem Wahlrecht, das nicht ausschließt, sondern die Gleichheit aller Menschen anerkennt.

Genaue Informationen über das gesamte Projekt und wie der Wahlwechsel durchgeführt wird, sind auf der Homepage www.wahlwechsel.at zu finden.

Alles Liebe,
Sunnivah_

Samstag, 4. September 2010

Ein etwas anderer Werbespot...

Diesmal etwas Unterhaltsames: Eine brasilianische Umweltorganisation sorgte 2009 mit einem Werbespot für rege Diskussion. Aber was sollte beworben werden?

Sparsamer Umgang mit dem Wasser !
Die Gruppe "SOS Mata Atlantica" schlägt allen BrasilianerInnen vor, während dem Duschen zu pinkeln und somit kostbares Wasser zu sparen - wer's nicht glaubt:

hier der Werbespot auf YouTube

Den Grund für diese Aufforderung liefert "SOS Mata Atlantica“ in dem Video mit. Wenn nur ein Haushalt einmal pro Tag auf eine Toilettenspülung verzichte, können im Jahr mehr als 4000 Liter gespart werden. Wertvolles Wasser, das dem Regenwald nicht entzogen werden müsse. Die Aktion sei vielleicht etwas ungewöhnlich, sagt der Sprecher der Umweltorganisation, Adriana Kfouri. Aber man nähere sich so "scherzhaft einem ernsten Thema“. (Quelle: www.welt.de)

Ob die Aktion in Sachen Wassersparen erfolgreich war, sei dahingestellt -
auf jeden Fall ist das einmal ein etwas anderer Werbespot... ;)

Weitere lustige (siehe hier), aber auch berührende Spots (siehe hier) findet man unter dieser Homepage: http://www.comunique9.com.br/

Alles Liebe, Sunnivah_

Montag, 30. August 2010

Staudamm in Brasilien wird gebaut!

Internationale Proteste gegen das gigantische Staudammprojekt Belo Monte in Brasilien waren allen Anschein nach umsonst:
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete nun einen Vertrag mit dem Konsortium Norte Energía SA für ein 35-jähriges Nutzungsrecht. Am Fluss Xingu soll demnach bald mit dem Baubeginn für das 3.größten Wasserkraftwerk der Welt begonnen werden. 2015 soll es dann in Betrieb gehen.

Die Argumente der KritikerInnen:
  • 500 Quadratkilometer Regenwald sollen überflutet werden und damit folgt die Zerstörung des Lebensraumes vieler Arten, sowie Entwaldung;
  • ca. 16 000 bis 50 000 Menschen müssen vertrieben werden;
  • das Megaprojekt nutzt nur einigen Großkonzernen und wird für Aluminiumwerke verwendet - die Engerie komm nicht der örtlichen Bevölkerung zugute;
  • der wirtschaftliche Nutzen wird bezweifelt;
  • die abgelegene Gegenend des Amazonasgebietes treibt die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur und die notwendige Logistik in utopische Höhen.
Ein genauer Bericht über die Hintergründe und Folgen, warum diese Projekt kaum mehr zu stoppen ist und warum europäische Länder und Banken damit verstrickt sind, ist unter www.amazonas-magazin.de zu lesen.
Laut WWF gäbe es für Brasilien auch Alternativen zu diesen Staudamm.

Video auf YouTube "DerXingu - unsere Lebensader"


(Quelle: amerika21.de)

Eine traurige Nachricht....
Sunnivah_

Donnerstag, 26. August 2010

Papier, Papier...

Passend zum baldigen Schulstart im September möchte ich etwas über Papier schreiben. Nicht nur über Schulhefte oder Schulbücher, auch über Druckerpapier, Klopapier, Zeitschriften, Zeitungen, Werbebroschüren, Taschentücher, Küchenrolle... überall: PAPIER
Papier ist ja grundsätzlich gut, oder? Das kann ich recyceln, das wird wiederverwertet und ist ein natürlicher Rohstoff. Bäume wachsen nach...

Grundsätzlich stimmt das ja, aber es kommt halt eben darauf an woher der Rohstoff stammt: ob aus zertifizierter Waldwirtschaft, aus Plantagen oder aus illegalem Raubbau - Papier ist ein globales Problem!


Wenn für unser Papier, das wir verwenden, Regenwälder und Lebensräume zerstört und Menschenrechte verletzt werden, müssen wir genauer darüber nachdenken und handeln. Papier- und Pappehersteller wie Aracruz besitzen tausende Hektar Monokulturen und über 90 % der gewonnenen Zellstoffe werden exportiert: An Konzerne wie Procter & Gamble, die damit dann Millionengewinne machen, unter anderem mit Klopapier und Taschentücher (Tempo, Pampers, Bounty...).

(Quelle: www.regenwald.org)

Durch den hohen Papierverbrauch in den Industrieländern werden Wälder abgeholzt, riesige Plantagen breiten sich aus, Wasser wird durch Zellstoffwerke verschmutzt und Menschen überall auf der Welt verlieren ihre Lebensgrundlage, weil ihnen Land für den Anbau von Lebensmitteln fehlt oder es keine Fische mehr in den Flüssen gibt.

Heffa Schücking gründete 1992 in Deutschland den Verein urgewald: Menschen aus verschiedenen Organisationen vertreten die Interessen anderer, die unter den Folgen globaler Umweltzerstörung leiden. Unter anderem ist das Thema Wald & Papier ein großes Thema von urgewald und unter dem Titel "Papier macht niemanden satt" wurde eine Broschüre zusammengestellt:
Deutschland verbraucht beispielsweise mehr Papier als Afrika und Lateinamerika zusammen, um genau zu sein: 224 kg pro Person und Jahr (ausgerechnet von der UNEP). Jeder 5. weltweit gefällte Baum landet in einer Zellstoffmühle. Papier und sein Faserrohstoff werden aus insgesamt 130 Ländern der Erde nach Deutschland eingeführt.

Durch Sojaanbau, Staudämme, Bergbau, Ölpalmplantagen (siehe meinen Blog unter Palmöl) etc... und eben auch durch Kahlschläge für Zellstoffe und Papier schrumpft der Wald immer weiter. Gerade Primärwälder (Urwälder) brauchen Jahrtausende für ihre Entstehung, sie können nicht gepflanzt werden - einmal abgeholzt, sind sie für immer verloren. Plantagen trocknen die Böden aus, in Monokulturen gibt es keine Artenvielfalt mehr und werden anfällig für Schädlinge, dadurch kommt es zum Einsatz von Pestiziden, Kunstdünger belasten weiter die Böden und Gewässer - ein Teufelkreis.

Indonesien, Chile, Finnland, Russland, Spanien/Portugal, Südafrika, Kanada, Brasilien - überall auf der Welt wird Menschen ihr Lebensraum genommen, Flüsse verschmutzt und traditionelle Lebensweisen gehen verloren.
„Wer den chilenischen Wald nicht kennt, kennt diesen
Planeten nicht“. (Pablo Neru)

Was können wir tun?
Es ist wichtig unseren persönlichen Umgang mit Papier zu überdenken, im Büro, Haushalt, bei Hygieneartikel und im Verpackungsbereich.
Recyclingpapier verbraucht weniger Wasser und Energie bei der Herstellung. - Altpapier zu recyceln ist daher der erste Weg.

Blauer Engel: Altpapieranteil 100%







FSC bei Holzprodukten:






Es wird aber auch getrickst - zum Beispiel mit dem Aqua Pro Natural / Weltpark Tropenwald - Zeichen:

Das ist ein firmeneigenes Zeichen, welches damit wirbt keine Zellstoffe aus Tropen zu verwenden, dieser kann jedoch sowohl aus Russland, Skandinavien und Kanada kommen und aus Urwäldern und Forsten! Nicht täuschen lassen!


Greenpeace zu Recyclingpapier und FSC

Es gibt auch Alternativen:
Hanf, Kenaf, Kozo und Baumwolle eigenen sich für die Papierproduktion, eine Papierfabrik in Masachusetts stellt aus alten Jeans und Jeansabfällen hellblaues Papier her, Tang aus der Lagune von Venedig wird zu Algenpapier. Ob alternative Rohstoffe ökonomisch und umweltverträglich einsetzbar sind, muss sich zeigen. Solange es aber möglich sein wird die Wälder derart leicht zu vernichten und zu Schleuderpreisen auf den Weltmarkt anzubieten, wird es schwer sein, dass sich diese Alternativen durchsetzen.


Weitere Tipps:

• Nicht alles ausdrucken
• Doppelseitig kopieren, drucken und beschreiben
• Einseitig bedrucktes Papier als Notizpapier gebrauchen.
• Zeitungen und Zeitschriften gemeinsam nutzen.
• Papierprodukte durch langlebige ersetzen
• „Bitte keine Werbung!“-Aufkleber verringern die Werbeflut
(Aufkleber erhalten sie bei urgewald.)
• Kaufen Sie Papierprodukte in Recyclingqualität, fragen Sie in Geschäften immer wieder danach.

Eintrag in die Robinsonliste


Viel Spaß beim Recyceln und Überdenken des eigenen Papierkonsums,
Sunnivah_


--> es freut mich zu lesen, dass mein Beitrag auf konsumpf.de aufgegriffen wurde ;)

Montag, 23. August 2010

Hauptsache billig!

Das Billigprodukte aus Discountern (aber auch von Markenlabels) mit schlechten Arbeitsbedingungen und geringen Lohn in den Produktionsländern einhergehen, weiß man schon lange.
Auf Youtube gibt es jetzt einen interessanten Beitrag des SWR in 5 Teilen.
"Hauptsache billig" - Teil 3
"Haupstache billig" - Teil 4
"Hauptsache billig" - Teil 5

"Spanisches Gemüse" (Quelle: Greenpeace)


Einkaufen ist immer eine Gratwanderung. Wir wissen um diese Umstände und trotzdem bleibt es uns nicht aus, selbst manchmal nach diesen Produkten zu greifen. Jedoch kann man bewusster einkaufen: Bei Lebensmitteln ist es einfacher: regional und saisonal einkaufen; ansonsten sollte man sich fragen, ob wir wirklich alles brauchen, was wir uns gerade wünschen oder im Werbeprospekt entdeckt haben...
- und vor allem kann man immer kritisch nachfragen, von wo die Produkte kommen, ob Arbeitsgesetzte eingehalten werden, nach Alternativen suchen etc...
Wir sind KonsumentInnen, aber wir müssen nicht alles blind hinnehmen, wie es uns vorgelegt wird!

Alles Liebe, Sunnivah_

Donnerstag, 12. August 2010

Neues Biosiegel

Seit 1. Juli 2010 gibt es ein neues Biosiegel für alle Bioprodukte die in EU-Mitgliedsstaaten hergestellt werden:

Euro-Blatt "Natur und EU"

Wer es noch nie gesehen hat: es gibt einen Übergangszeitraum von 2 Jahren. Weiterhin dürfen auch noch andere Siegel (mit teilweise genaueren Bestimmungen) bestehen bleiben und nebeneinander angeführt werden.

Wozu verpflichtet dieses Siegel und was bedeutet es für KonsumentInnen?
  • Mindestens 95% der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft wurden biologisch produziert,
  • keine gentechnisch veränderten Zutaten, Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind verboten, Düngemittel und andere Pflanzenschutzmittel dürfen nur verwendet werden, wenn sie mit den Grundsätzen der Bioproduktion vereinbar sind,
  • artgerechte Tierhaltung
  • die Erzeugnisse stimmen mit den Regeln des offiziellen Kontrollprogramms überein,
  • das Produkt kommt direkt vom Erzeuger oder Verarbeiter in einer versiegelten Verpackung,
  • das Erzeugnis trägt den Namen des Erzeugers, des Verarbeiters oder Großhändlers sowie den Namen oder den Kontrollcode der Kontrollstelle
(Quelle: http://www.lebensmittelnet.at/article/articleview/83670/1/1461)

EU-Webseite zur biologischen Landwirtschaft
Fragen und Antworten zur neuen Verordnung
Welche Probleme bleiben bestehen?

Was bleibt weiterhin versteckt?
  • Bio-Produktion heißt nicht ökologisch erzeugt: der Wasserverbrauch spielt beispielsweise keine Rolle bei den Bio-Standards,
  • irreführunde Bewerbung der Produkte bleibt bestehen (Bio-Limonade, die keine Frucht enthält, sondern deren Geschmack mit Aromastoffen aus Papierabfällen und Schimmelpilzen erzeugt wird (Foodwatch), überzuckerte Kinderprodukte...)
BIO bedeutet nicht automatisch gesund und auch nicht Fair Trade. Gewisse Siegeln erleichtern KonsumentInnen das Einkaufen, aber sie sollen nicht dazu führen, weniger kritisch zu werden. Im Zweifelsfall hilft es immer genau nachzufragen, sich über aktuelle Bestimmungen zu informieren und weiterhin Forderungen zu stellen.

Gesetze können geändert werden, Bestimmungen aufgeweicht...

Alles Liebe, Sunnivah_

Montag, 2. August 2010

Bettelverbot in Wien

Das Gesetz gegen "gewerbsmäßiges Betteln in Wien" wurde vor einigen Monaten von Seiten der SPÖ , ÖVP und FPÖ beschossen, seit Ende Juni kann es zu Strafen kommen (bis zu 700 € !).
Damit ist klar, dass dieses Gesetz auch allgemein dazu dient BettlerInnen weg von den Straßen zu bringen... aus den Augen, aus dem Sinn sozusagen. Die FPÖ wäre sowieso für ein generelles Bettelverbot.
Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses, dass es dabei auch Menschen gibt, denen es nicht so gut geht, will man schnell vergessen. Wer will sich schon nach einem erfolgreichen Shoppingtag auf der Mariahilferstraße von BettlerInnen ein schleches Gewissen machen lassen?
Die Ausrede, dass es eh alle gewerbsmäßige BettlerInnen sind und man dadurch nur die sogenannten "Ostbanden" und die Mafia unterstützt, macht es da schon wieder leichter, einfach an diesen Menschen vobei zu gehen...

Aber es bleibt eine Ausrede, denn laut Polizei und wissenschaftlichen Studien gibt es keine Beweise für kriminelle Hintermänner.

Im Parlament stimmten die Grünen gegen das Bettelverbot, Flashmobs wurden organisiert, diverse soziale Organisationen sprachen sich dagegen aus und warnen vor einer Verletzung der Grundrechte - das Gesetz wurde trotzdem beschlossen.

Was sich die Wiener Wirtschsftskammer jetzt leistet steigert das ganz noch:
Auf deren Wunsch hin, sollen in Wiener Geschäften Plakate - gut sichtbar für die KundInnen - aufgehängt werden, worauf man hingewiesen wird, BettlerInnen kein Geld zu geben:

(Quelle: Bettellobby Wien)

Unter dem Motto "Ich will nicht betteln, aber dürfen muss ich" steht die Homepage der Wiener Bettellobby:
Hier ein Bericht der Wiener Bettellobby, sowie ein Aufruf und Vorlage zu Protestbriefen!


Wer bettelt schon gerne, wenn es nicht wirklich notwendig wäre und lässt sich von PassantInnen beschimpfen oder verächtlich anschauen... und wie gesagt: Betteln ist ein Grundrecht und korrupte Ostbandenchefs oder die Mafia als Hintermänner eine Legende, leidtragendeR an dem ganzen bleibt der/die BettlerIn.

Sunnivah_

Mittwoch, 28. Juli 2010

Sieg für TierschützerInnen!

neueste Nachricht:


TierschützerInnen aus Spanien haben sich endlich durchgesetzt und ein Stierkampfverbot in Katalonien im Regionalparlament durchsetzen können. Das es dabei auch um politische Motive im ewigen Streit zwischen der Region Kataloniens - die auf Autonomie pocht - und dem Rest Spaniens geht, war sicher mit ausschlagebend.

Auf jeden Fall ist es ein Erfolg, was den Tierschutz betrifft,
alles Liebe
Sunnivah_

Es gibt keinen "guten" Ölkonzern

Immer noch aktuell: Die Ölpest im Golf von Mexiko...


Mittlerweile hat BP-Chef Hayward seinen Rücktritt bekannt gegeben (ab Oktober), anscheinend hat die Katastrophe bisher 32 Milliarden Dollar für BP gekostet und der neue Abdichtzylinder soll funktinieren...
--> hier eine Link zur Chronologie der Katastrophe auf derStandard.at

Doch es ist ja nicht so, dass die Ölgewinnung normalerweise ohne Probleme, d.h. ohne Menschenrechtsverletzungen oder Umweltkatastrophen geschieht.

Was im Golf von Mexiko passiert ist, hat großes mediales Interesse geweckt, aber ist nur die Spitze des Eisberges. Unfälle mit Öltankern, Zerstörung von Lebensräumen, undichte Pipelines und schlechte Wartung von Anlagen... oft genug gibt es Meldungen darüber, oder auch nicht.

Seit 50 Jahren wird auch im Nigerdelta durch Shell (der weltgrößte Energiekonzern) nach Öl gebohrt (siehe "Die Ölpest, die keinen interessiert", auf derStandard.at)
Es gab auch schon einige Gerichtsverfahren gegen Shell, die vor allem vom "Movement for the Survival of the Ogoni People" vorangetrieben werden. Vor allem nach der Ermordung des Nigerianers Ken Saro Wiwa (Leiter der MOSOP) und 8 seiner Kollegen durch das nigerianische Regime gab es weltweite Proteste gegen Shell (1995).

Videobeitrag Nigerdelta: siehe hier

Das Image des Ölkonzerns wurde nochmals geschädigt, als die Ölplattform Brent Spar in der Nordsee versenkt werden sollte. In diesem Jahr 1995 kam es dann zu großen Protestaktionen und einem Shell-Boykott vieler Einzelpersonen, PolitikerInnen und Verbänden. Es kam beim Konzern zu Umsatzeinbußen von bis zu 80% .

Shell gestand ebenfalls Pistolen und Munition für Polizeitruppen des Regimes in Niger gekauft zu haben, um "Attacken" der Bevölkerung gegen die Ölanlage abzuwehren.

"Greenwahsing" heißt nun die neue Stratgie, nach - oder am besten noch bevor es zu so einem Imageschaden kommt. Sich für die Umwelt einsetzen, Nachhaltige Entwicklung und Transparenz - oder mit anderen Worten: die KonsumentInnen ablenken und ihnen weismachen, dass sich der Konzern Gedanken über Umwelt und Menschenrechte macht. Somit beugt man Protestbewegungen vor und manipuliert soviel es nur geht - es scheint zu funktionieren...
Doch geändert hat sich an der Situation im Nigerdelta nichts...

Bei dem Boykott gegen Shell im Jahr 1995 haben viele unterschiedliche Gruppen zusammengehalten und auch etwas erreicht... aber wie schon meine Überschrift sagt: "Es gibt keinen guten Ölkonzern" - wenn nicht bei Shell getankt wird, dann bei BP, wenn wir BP wegen der Ölkatastrophe bestrafen wollen, dann tanke ich wo? ...ohne Öl geht es nun mal nicht auf dieser Welt, aber die Situation so wie sie jetzt ist, ist auch nicht akzeptabel...

Es scheint eine auswegslose Situation zu sein...

Sunnivah_

Dienstag, 27. Juli 2010

Tantal

Momentan lese ich das Buch "Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne" von Klaus Werner ("Uns gehört die Welt") und Hans Weiss.

Das Kapitel über Tantal bzw. Coltan (S.45 - 77) zu lesen, versetzte mich nur in ... ja was ... Wut, Verzweiflung, Depression, Unfassbarkeit ... ich kann es nicht wirklich in Wort fassen.
Kurz gesagt, geht es dabei um die Gewinnung von Coltan im Kogo (Zentralafrika) - dieser Rohstoff wird für (fast) jedes elektronische Gerät (besonders aber für Handys) verwendet - d. h. Firmen wie Siemens, Ericsson, Nokia, Motorola, Samsung, Sony, etc. - Elektronikkonzerne eben versuchen dieses Tantal aufzukaufen.... und nehmen dabei Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Ausbeutung in Kauf.

Laut UNO war dieser Rohstoff auch für den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo - mit fünf Millionen Toten in fünf Jahren (der größte Konflikt der Welt seit 1945) mitverantwortlich. Wie? Verschiedene Gruppen kämpften um den Zugang zu den Rostoffminen und finanzierten somit den Krieg mit Einnahmen aus dem Edelmetall.
Der Autor Klaus Werner schreibt auch über seine verdeckte Ermittlung, die er damals für seine Recherche durchgeführt hat: Auf der Seite unsdiewelt.com nur ausschnittweise nachzulesen.
In einem Bericht der taz unter dem Titel "Deutsches Geld für Kongos Krieg" von Dominic Johnson (2001) kann etwa genauer nachgelesen werden.

Ich empfehle auf jeden Fall das Buch "Schwarzbuch Markenfirmen" (siehe Bücherliste) genauer anzuschauen, auch wenn man sich dabei manchmal sehr hilflos und auch wütend fühlen wird. Wissen ist meiner Meinung nach das wertvollste Gut ...

Na dann, vielleicht denken wir beim nächsten Kauf eines elektronischen Gerätes ein bisschen genauer darüber nach, wie dringend wir es wirklich benötigen oder befragen den Hersteller über Rohstoffgewinnung... somit sind wir nicht einfach nur KundInnen, die kaufen, sondern Menschen, die sich auch für Menschenrechte bzw. deren Verletzungen interessiern.

Alles Liebe,
Sunnivah_



Montag, 26. Juli 2010

Palmöl

Ich möchte gerne auf einen Artikel des Standards über die Palmölproduktion in Kolumbien eingehen:

In der heutigen Ausgabe des Standards (S. 10) wird über Kolumbien geschrieben, den größten Palmölproduzenten in Lateinamerika. Regenwaldrodungen und Monokulturen sind die Folge der weltweiten Nachfrage nach Palmöl, welches sowohl in der Lebensmittelbranche, Kosmetikindustrie und für Biodiesel verwendet wird. Auch Kosmetikprodukte von Body Shop (schon seit langer Zeit von L'Oréal aufgekauft), sowie die Bioprodukte von Alnatura und Rapunzel werden kritisiert. Diese verwenden Palmöl des Zulieferers Daabon Organic, welcher Bio-Palmöl herstellt, jedoch ebenfalls für die gewaltsame Vertreibung von Kleinbauernfamilien, extremen Wasserverbrauch für die Plantagen, illegale Rodungen und die Ausweitung von Monokulture verantwortlich gemacht wird.

Was helfen da die Biosiegel und warum verstecken sich die Konzerne hinter diesen Siegeln und heucheln uns KonsumentInnen vor bei ihnen besser und bio zu kaufen, anstatt gemeinsam mit den KonsumentInnen für Fairness zu kämpfen? Brauchen wir überhaupt Palmöl in unseren Produkten oder gibt es eine Alternative?


Youtube Viedo über Daabon und Alnatura


Auf www.klimaretter.info und www.regenwald.org kann noch mehr darüber nachgelesen werden.

Was können wir als KonsumentIn dagegen tun?
  • Eine E-Mail an die Biohersteller schicken und sie dazu aufgefordern, auf Palmöl zu verzichten und Rohstoffe aus regionaler Produktion zu verwenden
  • Direkt im Geschäft nachfragen
  • Informationen sammeln und andere informieren
  • An Protestaktionen teilnehmen
  • Palmölprodukte vermeiden (was sich als schwierig herausstellen wird)
    - -> auf www.regenwald.org kann eine PDF-Liste mit Biopalmölprodukten heruntergeladen werden


weitere Videos und Texte über Palmöl:

Nestlé1
Nestlé2
Text Nestlé
Wohnst du noch oder brennst du schon?

Alles Gute und viel Erfolg im Kampf gegen Palmöl,
Sunnivah_

Donnerstag, 22. Juli 2010

Aller Anfang...

Aller Anfang ist schwer...

Warum einen eigenen Blog erstellen, ist das notwendig? Warum gerade jetzt?
Welcher Name, welches Design...
Was will ich damit eigentlich ausdrücken?

Ich will gar nicht zu viel über mich schreiben - nur so viel, dass mich einfach eine Menge an Gedanken beschäftigt: unsere Welt, das System in dem wir leben und wie alles miteinander zusammenhängt. Ich möchte meine Gedanken teilen, oder einfach nur für mich persönlich aufschreiben...

Wie alles begann...

Es war mir schon immer wichtig alles kritisch zu betrachten, zu hinterfragen, mir meine eigenen Gedanken zu machen... Dinge von einer anderen Seite zu betrachten.

Seit meinem 3-monaten Aufenthalt in Lateinamerika lässt mich das gar nicht mehr los und ich mache mir sehr viele Gedanken über unsere Welt. Wie wir leben und wie ich wirklich leben möchte. Wie es möglich ist, dass Menschen auf dieser Welt in 2 so unterschiedlich abweichenden Gesellschaften leben: Reich und Arm, es gibt kaum mehr etwas dazwischen. Unsere Gesellschaft, lebt auf Kosten anderer und darum geht es uns so gut. Dass das nicht gerecht ist, ist klar und wir wissen das ja eigentlich auch. Aber wer ist Schuld und kann man etwas ändern? Habe ich, als einzelner Mensch die Macht etwas zu ändern?
Ein Versuch ist es allemal wert......!

Was beschäftigt mich konkret:
  • Konsum und Konsumverhalten
  • Natur und Umwelt
  • Menschenrechte
  • Eigeninitative/Zivilcourage - will ich etwas tun/was will ich tun?
  • ... und eigentlich hängt damit eh alles zusammen ;)

So schwer war der Anfang gar nicht... und es kommt auch bald mehr

Alles Liebe,
Sunnivah_